
»Ich bin Nick und habe Anfang 2025 im Alter von 32 Jahren die Diagnose Krebs erhalten.
Meine Geschichte beginnt kurz vor Weihnachten 2024. Meine Freundin und ich wollten dem Weihnachtsstress entfliehen und ein paar ruhige Tage in einem Wellnesshotel verbringen. Doch eines Abends bekam ich nach dem Essen plötzlich starke Magenkrämpfe – so stark, dass ich mich zeitweise kaum noch bewegen konnte. Zuerst dachte ich natürlich an eine harmlose Magenverstimmung.
Doch die Schmerzen kamen immer wieder.
Als sie auch nach zwei Wochen weiterhin nach dem Essen auftraten, suchte ich meine Hausärztin auf. Die Blutwerte waren weitgehend unauffällig, lediglich die Entzündungswerte leicht erhöht. Weil ich selbst eine harte und schmerzhafte Stelle im Bauch ertasten konnte, machte sie zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung. Dabei entdeckte sie etwas Auffälliges und schickte mich sofort zum MRT.
Erst viel später wurde mir bewusst, dass sie mir damit vermutlich das Leben gerettet hat. Zu diesem Zeitpunkt konnte noch niemand wissen, dass dort einer der aggressivsten und am schnellsten wachsenden Tumore überhaupt entdeckt worden war.
Kurz darauf folgten Krankenhaus, zahlreiche Untersuchungen und viele Gespräche mit Ärzten. Bereits nach wenigen Tagen stand fest, dass ich an einem Non-Hodgkin-Lymphom erkrankt war. Die endgültige Diagnose lautete später: Burkitt-Lymphom.
Von diesem Moment an änderte sich mein Leben komplett.
Plötzlich bestand mein Alltag aus Krankenhauszimmern, Chemotherapien, Hoffnung, Angst und der Frage, wie das Leben weitergeht. Vor mir lagen sechs hochintensive Chemotherapiezyklen, die nur in spezialisierten Kliniken durchgeführt werden können.
Natürlich gab es Momente voller Angst, Zweifel und Erschöpfung. Aber ich habe nie aufgehört, an mich und meinen Körper zu glauben.
Ich wollte diese Krankheit nicht nur besiegen – ich wollte stärker daraus hervorgehen.
Auch wenn es oft unglaublich schwer war, habe ich versucht, so viel wie möglich zu machen. Bewegung, kleine Spaziergänge, nicht nur im Bett liegen und den Kopf nicht komplett verlieren. Natürlich gab es Tage, an denen selbst Kleinigkeiten kaum möglich waren. Aber jede kleine Bewegung hat sich für mich wie ein Schritt zurück ins Leben angefühlt.
Ich weiß nicht, wie viele tausend Meter ich durch das Klinikum gegangen bin oder wie lange ich auf dem Ergometer auf der Station saß– aber für die Chance, wieder gesund nach Hause zu kommen, wäre es auch noch viel länger gewesen.
Besonders dankbar bin ich für die Menschen, die diesen Weg gemeinsam mit mir gegangen sind – meine Freundin, meine Familie und meine Freunde. Ohne sie wäre vieles noch schwerer gewesen.
Heute kann ich sagen:
Ich habe diesen Kampf gewonnen.
Diese Krankheit hat mein Leben verändert. Sie hat mir gezeigt, wie wertvoll Gesundheit ist, wie stark ein Mensch sein kann und wie wichtig die Menschen sind, die einen niemals allein lassen.
Heute genieße ich das Leben bewusster als je zuvor und bin unendlich dankbar, wieder nach vorne schauen zu dürfen.
Ich bin frisch verheiratet und könnte nicht glücklicher sein!
Und an alle, die gerade selbst kämpfen:
Es ist in Ordnung, Angst zu haben.
Es ist in Ordnung zu zweifeln.
Du musst nicht jeden Tag stark sein.
Aber gib dich nicht auf.
Denn du weißt oft erst, wie stark du wirklich bist, wenn stark sein deine einzige Option wird.«
