
»Vor einigen Jahren stand ich an der Seite meines Papas, als er innerhalb kürzester Zeit gegen einen hochaggressiven Lungenkrebs kämpfen musste, um Zeit zu gewinnen. Ein halbes Jahr später verstarb er. Ich war Angehörige, Tochter und Zeugin eines Schmerzes, den man kaum in Worte fassen kann.
Fünf Jahre später veränderte sich mein Leben erneut – diesmal durch meine eigene Diagnose: Brustkrebs, ebenfalls aggressiv und schnell wachsend. Ich kenne beide Seiten: die Hilflosigkeit eines Menschen, der liebt und nicht retten kann, und die Angst eines Menschen, der plötzlich selbst kämpfen muss. Beide Wege waren unglaublich schwer, traurig und intensiv.
Doch mein Papa hat mir etwas hinterlassen, das mich bis heute trägt: die Bedeutung von Mut. Mut bedeutet nicht, immer stark zu sein. Wir dürfen schwach sein. Wir dürfen weinen, verzweifeln und Angst haben. Mut bedeutet, sich trotzdem allem zu stellen. Jeden Termin wahrzunehmen. Die Therapien durchzuhalten. Weiterzugehen, obwohl man manchmal nicht weiß, wie. Und Mut bedeutet auch, das Leben weiterlaufen zu lassen – für die Menschen, die uns brauchen.
Als ich die Diagnose bekam, waren meine Kinder sieben Jahre, zwei Jahre und erst neun Monate alt. Ich musste mein Baby sofort abstillen. Dieser Moment und viele andere haben mein Mamaherz tief gebrochen. Gleichzeitig waren genau diese drei kleinen Menschen meine größte Kraft. Sie haben mir jeden Tag Liebe geschenkt.
Und aus dieser Liebe entstand Hoffnung. Mit Hoffnung konnte ich wieder lachen, schöne Momente sehen und Freude empfinden. Die Welt war plötzlich nicht mehr nur still und dunkel. So bin ich Schritt für Schritt durch die Akuttherapie gegangen.
Wenn ich anderen Betroffenen etwas mitgeben darf, dann dies: Hab den Mut, diesen Weg zu gehen. Trag Liebe im Herzen. Und verliere niemals die Hoffnung auf ein Licht – selbst in den dunkelsten Tagen.«
