
»Mit 26 Jahren spürte ich diesen Knoten. Er tat weh, er wuchs schnell, und meine Intuition schrie: ›Hier stimmt was nicht!‹ Doch die Antwort des Arztes war über ein Jahr lang dieselbe: ›Sie sind zu jung, zu gesund, keine familiäre Vorbelastung. Und Krebs tut nicht weh.‹ Ich wurde immer wieder heimgeschickt. Über ein ganzes Jahr lang wuchs in mir etwas heran, das man nicht sehen wollte.
Nach einem Jahr voller Schmerzen und Ungewissheit habe ich mir die Biopsie sprichwörtlich erbettelt. Zwei Tage später kam der Anruf, der alles veränderte: Fortgeschrittener, aggressiver, triple-negativer Brustkrebs. Plötzlich musste alles ganz schnell gehen. Bevor die Chemo starten konnte, stand noch die Kinderwunschbehandlung an – auf eigene Gefahr. Ein surrealer Moment, in dem ich mich fragen musste: ›Plane ich hier gerade für Kinder, die ich vielleicht nie aufwachsen sehe?‹
Die Behandlung ist die Hölle, körperlich und mental. Aber das Schlimmste war nicht die Diagnose selbst oder die Nadeln – es war der Moment, in dem ich es den Menschen, die ich liebe, sagen musste. Diesen Schmerz in ihren Augen zu sehen, ist eine Last, auf die einen niemand vorbereitet.
Ich bin heute 28 und die Chemo liegt seit ein paar Wochen hinter mir. Ich weiß nicht, wie meine Zukunft aussieht, aber ich weiß, wer an meiner Seite steht. Mein Partner war ab Sekunde eins mein Fels, und die Unterstützung meiner Liebsten ist das, was mich durch die dunklen Tage trägt.
Ich werde nie sagen, dass ich der Krankheit ›dankbar‹ bin. Das bin ich nicht. Aber ich bin dankbar für das, was ich über meine eigene Kraft und den Wert von echten Verbindungen lernen durfte.
Ich weiß noch nicht, was die Zukunft bringt, aber ich entscheide mich jeden Tag aufs Neue für das Leben. Auch wenn die Chemo mir viel genommen hat: Mein Lächeln und mein Wille, die schönen Momente zu feiern, lasse ich mir nicht nehmen. Ich bin noch hier – und das ist heute mein größter Sieg.
Meine Botschaft an dich: Glaub an dein Gefühl. Wenn dir etwas komisch vorkommt, lass dich nicht mit Statistiken abspeisen. Sei laut, sei hartnäckig, bestehe auf Untersuchungen. Du kennst deinen Körper am Besten – steh für dich ein, auch wenn es Kraft kostet.«
