
»Ich bin Nicole und ich habe mit 37 die Diagnose Brustkrebs bekommen.
Es war im Juni 2024 und mein Plan war eigentlich, nur zur routinemäßigen Krebsvorsorge zu meiner Frauenärztin zu gehen. Stattdessen bekam ich die Verdachtsdiagnose Brustkrebs und damit wurde mein Leben auf den Kopf gestellt.
Dieser eine Satz ›Da ist ein Knoten in Ihrer Brust, das müssen wir weiter abklären‹ hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen.
Danach kamen die Biopsie und eine Mammografie mit Kontrastmittel, da ich so dichtes Gewebe habe, um sicherzugehen, dass nichts übersehen wird.
Leider ergab die Biopsie dann, dass es sich um einen hormonell bedingten Tumor im Frühstadium handelt.
Dann kam die Operation und ich dachte, damit ist es erst mal erledigt, ›nur‹ noch Strahlentherapie und Antihormontherapie und das war es dann. Ungünstigerweise war dem nicht so. Bei der Untersuchung des Gewebes war unklar, wie aggressiv der Krebs doch sein könnte oder eben nicht. Daher wurde ich in die Onkologie geschickt für einen speziellen Test des Gewebes. Aufgrund dieses Ergebnisses habe ich mich dann für eine Chemotherapie entschieden, weil ich mir nicht selbst vorwerfen möchte, dass ich nicht alles Mögliche getan habe, um ein Rezidiv zu verhindern.
Die Chemotherapie war körperlich und emotional sehr anstrengend, der Verlust meiner Haare und die Gewichtszunahme wegen des Cortisons haben mir zu schaffen gemacht und zum Abschluss habe ich dann noch eine Infektion im Port inklusive einer Armvenenthrombose bekommen.
Also verzögerte sich die anschließende Strahlentherapie noch etwas. Aber auch die habe ich erfolgreich hinter mich gebracht. Auf meine anschließende Reha musste ich leider noch etwas warten, aber sie kam dann doch zum richtigen Zeitpunkt. Die Akuttherapie ist jetzt seit 10 Monaten vorbei, aber ich kämpfe mit den Nebenwirkungen der Antihormontherapie und auch einem leichten Fatigue-Syndrom.
Ich arbeite wieder stundenweise, das hilft mir, eine Routine im Alltag zu haben. Aber auch da gibt es gute und schlechte Tage. Ich versuche trotz allem, positiv zu bleiben, auch wenn es wahrlich nicht einfach ist und auch nicht immer funktioniert, wenn der Körper mal wieder streikt und nichts läuft.
Durch die ganze Zeit hat mir vor allem mein Mann sehr geholfen, egal ob er meine ›Chemo Gelüste‹ gestillt hat – ich sage nur Rollmops und Marmorkuchen – oder einfach nur für mich da war.
Auch meinen Kolleginnen und meinem Chef gegenüber versuche ich, offen zu kommunizieren, was gerade bei mir los ist. Das hilft manchmal für ein wenig mehr Verständnis.
Was mir wichtig ist zu sagen: Geht zur Vorsorge! Bei mir wurde der Krebs in einem frühen Stadium entdeckt, noch bevor ich ihn selbst tasten konnte.
P. S.: Check your Boobs!«
