Birte

,

28

Birte berichtet von einem Weg, der lange von Unsicherheit und fehlenden Antworten geprägt war, bevor sie schließlich eine Diagnose erhielt. Trotz der fortgeschrittenen Erkrankung erlebt sie den Beginn der Behandlung als Wendepunkt – hin zu Klarheit, Unterstützung und neuer Zuversicht.

»Hey, ich bin Birte, 28 Jahre alt und seit dem 19. Januar 2026 offiziell Patientin mit malignem Melanom, also schwarzem Hautkrebs, im Stadium IV. Mein Leben hat sich seitdem um 180 Grad gewendet. Einen Tag nach meiner Diagnose kam ich in die Uniklinik Minden, und aufgrund von dort festgestellten Metastasen in Leber, Lymphen, Lunge und Beckenknochen zögerten die behandelnden Ärzte keine Sekunde und starteten mit der Behandlung. Alle drei Wochen erhalte ich nun die Immuntherapie mit doppelter Infusion (IPI + Nivo), viermal hintereinander, dann sechs Wochen Pause, bevor es wieder (dann jedoch nur noch mit einer Infusion) losgeht.
Man könnte denken, dass es mir momentan nicht gut geht, aber ich muss sagen, dass es mir seit der Diagnose im Vergleich zu früher meist besser geht als schlechter. Es macht mich glücklich, endlich in Behandlung zu sein. Endlich bekomme ich Unterstützung, fühle mich gut betreut und kann meinen Beschwerden einen Namen geben. All diese Last ist mir in den vergangenen Wochen von den Schultern genommen worden. Eine Last, die ich zuvor monatelang mit mir herumgetragen hatte.
Bereits im Juni ist mir mein ›Tumor‹ negativ aufgefallen. Ein Leberfleck am Rücken. Entzündet, schmerzhaft und seit jeher stetig am Wachsen. Mehrere Besuche bei Ärzten halfen mir leider nicht. Meistens wurde ich sogar schon am Empfang weggeschickt, denn ein freier Termin sei erst in einigen Monaten frei. Auch eine Überweisung vom Hausarzt konnte mir keinen früheren Termin verschaffen und in der Notaufnahme eines naheliegenden Krankenhauses wurde ich im Dezember wieder heimgeschickt. Wäre es dabei geblieben, wäre der Tumor heute immer noch da und ich müsste mich weiterhin bis zum Hautarzttermin im März gedulden. Glücklicherweise schickte mich ein Zufall jedoch zum Chirurgen, der meinen Leberfleck ebenfalls sichtete und kurzerhand entschied, diesen zu entfernen.

No items found.

So kam zwölf Tage nach meinem Termin am 7. Januar 2026 die Diagnose. Medizinisch gesehen kam die Diagnose sicherlich viel zu spät, auch mit Blick auf all die Metastasen. Doch für mich ist die Erkenntnis einfach nur ein weiterer Grund, um für mein Überleben zu kämpfen.
Mein Alltag besteht nun aus Arztterminen, Klinikbesuchen und Ernährungsumstellungen. Die Lücken füllen mein Partner, meine Mutter und meine Schwester, die sich wirklich herzlich um mich kümmern. Für all meine Familienmitglieder und Freunde könnte ich wirklich nicht dankbarer sein. Wieder sehr gute Gründe, um für mein Überleben zu kämpfen.
Ich habe bereits die zweite Sitzung Immuntherapie hinter mich gebracht und mein Körper reagiert überraschend gut: Meine Blutwerte bessern sich von Blutentnahme zu Blutentnahme und von Nebenwirkungen ist bis auf Muskelschmerzen und anfängliche Appetitlosigkeit auch keine Spur.
Nachdem es mir monatelang eher schlecht als recht ging und ich mich ärztlich wirklich nicht gut aufgehoben fühlte, geht es seit der Diagnose nur noch bergauf. Das gibt mir Hoffnung, und stimmt mich glücklich und positiv.
Meinen inzwischen behandelnden Ärzten (sowohl in der Klinik, als auch zu Hause, beim Zahnarzt oder sonst wo), Angehörigen und auch meiner Hündin Annie bin ich mehr als dankbar, dass sich so gut um mich gekümmert wird.
Ich bin jung, positiv und bereit, dem Krebs im Stadium IV meine kalte Schulter zu zeigen. 💪«

Birte hält ihren Hund in den Armen und lächelt ihn an.
Name
Birte
Website
Interviewt von
Erzählt am
3.4.2026
Verstorben am

Schau mal, diese Geschichten könnten dir auch gefallen.

Patient:in
Schwarzer Hautkrebs
Birte
,
28
Patient:in
Hodenkrebs
Sebastian
,
44
Patient:in
Hodgkin-Lymphom
Katrina
,
29
Patient:in
Hirntumor
Mona
,
42
Patient:in
Lymphdrüsenkrebs
Leon
,
16
Patient:in
Blinddarmkrebs
Freddy und Nadine
,
Patient:in
Brustkrebs
Ricarda
,
31
Patient:in
Brustkrebs
Tansu
,
33
Angehörige:r
Brustkrebs
Michael
,
41
Patient:in
Brustkrebs
Sarah Alexandra
,
31
Patient:in
Brustkrebs
Simone
,
38
Patient:in
Hodenkrebs
Tim
,
34
Patient:in
Non-Hodgkin-Lymphom
Lena
,
30
Patient:in
Speiseröhrenkrebs
Jasmin
,
23
Patient:in
Brustkrebs
Samira
,
33
Patient:in
Knochenkrebs
Osteosarkom
Tom
,
38
Illustration eines rosa Sparschweinchens

Hilf uns beim Helfen! Mit deiner Spende.

Damit wir auch zukünftig weiter Geschichten von Patient:innen und Angehörigen erzählen können, sind wir auch deine Spende angewiesen.

Hilf uns beim Helfen! Mit deiner Spende.

Logo PayPal.
Mit PayPal spenden
Logo Betterplace.
Mit Betterplace spenden

Per Überweisung

IBAN DE11 8306 5408 0004 2983 06
BIC GENODEF1SLR
Bank Deutsche Skatbank
IBAN kopieren