
»Ich bin Sarah, 30 Jahre alt, komme aus Teltow Fläming und meine Geschichte begann nicht mit meiner eigenen Diagnose, sondern mit der meiner Mama.
2007 habe ich sie mit nur 11 Jahren an Brustkrebs verloren. Dieser Verlust hat mein Leben tief geprägt und dazu geführt, dass ich mich mit 20 Jahren auf das BRCA1 Risiko testen ließ. Die Diagnose: ein deutlich erhöhtes Brustkrebsrisiko von 85 Prozent.
Mit 21 traf ich eine Entscheidung, die mein Leben veränderte. Nach ausführlicher genetischer Beratung und intensiven Gesprächen, entschied ich mich für eine prophylaktische Entfernung beider Brüste, um mein persönliches Risiko zu senken. Diese Entscheidung war nicht leicht, aber für mich persönlich zu diesem Zeitpunkt genau richtig.
Die körperliche Heilung verlief gut, aber seelisch begann erst danach meine eigentliche Reise. Ich durfte lernen, mich in meinem veränderten Körper wieder zu Hause zu fühlen. Und ich habe erkannt, wie viel Einfluss ich selbst auf meine Gesundheit habe.
Den Umgang mit dem Verlust meiner Brüste empfinde ich bis heute als einen Prozess, der nicht von heute auf morgen zu bewältigen ist. Es ist ein tiefes Trauma, das sich besonders bei der Geburt meiner ersten Tochter und erneut vor einem Jahr bei meinem Sohn gezeigt hat. Denn mit diesem Verlust ging auch ein weiterer einher: Ich kann meine Kinder nicht stillen. Ich kann ihnen nicht das geben, was für mich als das Gesündeste und Natürlichste gilt – Muttermilch.
Die Trauer um meine Mama ist wie jedes Trauma ein Weg, ein Prozess. Ihr Tod hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Doch heute, selbst als Mama, weiß ich, was ich für mich und meine Kinder möchte: Gesundheit auf allen Ebenen. Aus diesem Schicksalsschlag heraus habe ich meine Berufung gefunden. Ich möchte anderen Menschen helfen und zeigen, dass Gesundheit mehr ist als nur Ernährung. Was mir Kraft gegeben hat, ist die Aufklärung – Menschen zu ermutigen, hinzuschauen. Denn Gesundheit bedeutet nicht nur Salat essen. Es heißt auch, alte Wunden anzusehen, generationsübergreifende Traumata zu erkennen und bewusst zu unterbrechen.
Es geht nicht darum, perfekt zu sein. Es geht darum, den Mut zu haben, wirklich etwas zu verändern – für uns und für unsere Kinder.
Heute weiß ich: Heilung bedeutet mehr als eine Operation. Sie braucht Raum auf allen Ebenen – körperlich, mental, emotional.
Vertrau auf deine Intuition und deinen Körper – denn wahre Heilung beginnt dort, wo wir lernen, auf allen Ebenen gut für uns selbst zu sorgen.«
