
»Ich bin Tom. Als ich acht Jahre alt war, bekam ich ein Osteosarkom – Knochenkrebs. Er nahm mir mein linkes Bein, aber nicht meine Lebensfreude. Wenn ich heute zurückdenke, war diese Zeit eine der prägendsten Phasen meines Lebens – wortwörtlich einschneidend.
Viele denken: Der Krebs oder die Amputation seien meine größten Hindernisse. Doch für mich waren es eher die Menschen, die nicht an mich glaubten. Zunächst fühlte ich mich gefangen – nur ›perfekt‹, wenn ich eine Prothese tragen würde. Doch Perfektion war nie mein Ziel – das Lernen war es. Und ich entschied mich bewusst für meine treuen Begleiter: meine Krücken.
Ich musste alles neu lernen – sitzen, laufen, gehen – und irgendwann sogar wieder rennen. Danach kamen Fußball, Kinder- und Jugendspiele, Schwimmen, Klettern und eine gehörige Portion Dickkopf, um allen – und vor allem mir selbst – zu beweisen: Meine Behinderung ist keine Ausrede, stehen zu bleiben.
Mein Leben ist anders, ja. Aber in eine Schublade, in die ich nicht gehöre, lasse ich mich nicht einsortieren. 2018 bestieg ich als erster Einbeiniger den 5.895 Meter hohen Kilimandscharo – als ein Zeichen: Das Leben ist dafür da, gelebt zu werden. Nicht um pausiert zu werden. Seitdem suche ich immer wieder neue Wege, Grenzen zu überwinden. Und eins weiß ich genau: Es geht immer weiter. Ich habe noch so vieles vor.«
