
»Ich bin Janina, meine Diagnose bekam ich mit 42 Jahren. Mein Hausarzt hatte vor Jahren schon einmal einen winzigen Knoten bei einer Vorsorgeuntersuchung ertastet. Daher ging ich jedes Jahr zur Ultraschall-Kontrolle. 2024 stellte man fest, das ein Knoten sehr an Grösse zugelegt hatte. Ich spürte ein Kloßgefühl im Hals, der Knoten war durchaus schon von außen sichtbar. Es wurden eine eine SD-Szintigraphie und ein Ultraschall veranlasst, aber nichts davon war wirklich eindeutig. Man riet mir dazu, meine Schilddrüse komplett entfernen zu lassen. Keine einfache Entscheidung, denn dieses kleine Organ ist doch so wichtig! Im Juli 2025 erfolgte dann die OP. Und nach der histologischen Untersuchung des Operationsbefundes wurde ein Schilddrüsenkarzinom diagnostiziert. Es folgte eine Radiojodtherapie und das Einstellen einer lebenslangen Hormonsubstitution.
Danach litt ich unter Schlafstörungen, dem Fatigue-Syndrom (leider bis heute), starkes Schwitzen und klirrende Kälte, Brain Fog, Ödemen und Magen-Darm-Beschwerden. Was ich mir wünsche: Oft wird Patient:innen mit Schilddrüsenkrebs gesagt, es sei ein ›guter Krebs‹. Ich habe dann oft gedacht, ich dürfe nicht klagen, weil, es sei ja nicht so schlimm. Mittlerweile weiss ich, dass es in Ordnung ist, Angst zu haben, unsicher zu sein, zu weinen und wütend zu sein. Ich weiß, dass alle Gefühle da sein dürfen. Und dass es keinen ›guten Krebs‹ gibt. Ich wünsche mir, das niemand so etwas mehr sagt. Denn dieser Satz führt zu nichts Gutem.
Meine Reise ist noch nicht vorbei. Es ist immer noch Warten und Hoffen. Denn das Ende der Therapie ist dann das eine – das Leben danach aber etwas ganz anderes. Denn ich empfinde es als große Herausforderung, wieder ins normale Leben zurückzufinden. Das geht sicherlich vielen so. Und leider ist das für die meisten Außenstehenden unsichtbar.
Was mir hilft? Wunderbare Kinder, die ich begleiten möchte, die ich leben sehen möchte. Und ein Partner, der mich trägt.
PS: Check your neck!«
