
»Ich bin Katrina und seit Anfang Januar 2026 offiziell in Remission.
Im August 2025 erhielt ich die Diagnose Hodgkin-Lymphom im Stadium 3B/4B. Ich wurde mit vier Zyklen der BrECADD-Therapie behandelt. Die Therapie schlug bei mir gut an: Bereits im Zwischenstaging nach dem zweiten Zyklus zeigte das PET-CT keine Krebsaktivität mehr. Deshalb wurden insgesamt vier Zyklen durchgeführt. Das abschließende PET-CT bestätigte erneut: keine Krebsaktivität – ich war offiziell in Remission. Der Weg dorthin war jedoch alles andere als einfach.
Die ersten Symptome traten bereits im Herbst 2024 auf. Neben meinem Ohr bemerkte ich eine Schwellung, die sich für mich wie eine Verstopfung anfühlte. Laut Hals-Nasen-Ohrenarzt konnte jedoch nichts Auffälliges festgestellt werden; meine Beschwerden wurden auf psychische Ursachen zurückgeführt. Im November 2024 wurde aufgrund einer familiären Vorbelastung ein Kontrollultraschall meiner Brust durchgeführt – ebenfalls ohne Befund.
Im Februar 2025 bemerkte ich geschwollene Lymphknoten am Hals. Auch hier hieß es zunächst, es handle sich vermutlich um einen Infekt, der komme und gehe. Es folgten mehrere Antibiotikatherapien. Anfang Mai kamen zusätzlich wiederkehrende Fieberschübe und Nachtschweiß hinzu. Ich erhielt Fiebersenker und erneut Antibiotika. Mein damaliger Hausarzt führte die Symptome weiterhin auf psychische Belastung zurück – eine Einschätzung, die sich bis Ende Juli beziehungsweise Anfang August 2025 hielt.
Da ich bei meinem Hausarzt keine Antworten fand, ging ich schließlich aus eigener Initiative zu meiner Frauenärztin – in der Hoffnung, dort eine Erklärung zu bekommen. Sie nahm Blut ab und rief mich bereits am nächsten Tag besorgt an: Ich sollte sofort ins Krankenhaus kommen.
Dort begann meine Reise durch verschiedene Abteilungen – von der Gynäkologie über die Radiologie und Innere Medizin bis hin zur Chirurgie. Zum ersten Mal fiel das Wort ›Krebs‹. Zunächst wurde ich entlassen mit der Bitte, drei Werktage später zur Entfernung eines Lymphknotens zurückzukommen. Dieser wurde operativ entfernt und zur Biopsie eingeschickt. Drei Wochen später erhielt ich schließlich die Diagnose: Hodgkin-Lymphom.
Ab diesem Moment ging alles sehr schnell. Bereits in der darauffolgenden Woche begann meine Chemotherapie mit dem BrECADD-Schema.
Für mich brach in diesem Moment eine Welt zusammen. Was, wenn das Schlimmste eintritt? Mit zwei Kindern und meinem Verlobten fühlte es sich an, als würde uns in einem Augenblick der Boden unter den Füßen weggezogen. Ich erhielt vier Zyklen Chemotherapie – und rückblickend kann ich sagen, dass es von Zyklus zu Zyklus etwas leichter wurde.
Im ersten Zyklus konnte ich kaum stehen, und Übelkeit begleitete mich besonders in den ersten zwei Wochen. Doch es bestätigte sich, dass die dritte Woche die ›gute Woche‹ war: Mein Blutbild begann sich zu erholen, und auch ich fühlte mich wieder stabiler. Mit jedem Zyklus kehrte ein Stück meiner Energie zurück, und die ständige Müdigkeit ließ langsam nach. Erst in dieser Zeit wurde mir bewusst, wie erschöpft ich zuvor eigentlich gewesen war – ich hatte lange gedacht, es läge einfach an schlechtem Schlaf.
Aktuell begleitet mich noch der sogenannte Brain Fog, und auch in meinen Fingern und Füßen spüre ich neurologische Beeinträchtigungen. Trotzdem bleibe ich optimistisch, dass sich vieles Schritt für Schritt verbessern wird – schließlich bin ich noch nicht lange in Remission.
Heute bin ich einfach nur dankbar, dass diese Zeit hinter mir liegt. Ich schätze das Leben bewusster und bin unglaublich stolz darauf, was mein Körper in dieser Zeit geleistet hat.«

BrECADD ist eine Modifikation des BEACOPP Schemas mit Hilfe des neuen Antikörper-Wirkstoff Konjugats Brentuximab Vedotin, das über ein wesentlich besseres Nutzen-Risiko Profil als konventionelle Chemotherapie verfügt. Unter: www.uk-koeln.de/uniklinik-koeln/aktuelles (aufgerufen am 18.03.2026)