
Topfpflanzen, Schnittblumen und frische Blumenerde wirken oft harmlos, können aber viele Pilzsporen und Keime enthalten. Diese gelangen über die Luft oder über die Hände in den Körper. Bei starker Immunsuppression wird deshalb meist empfohlen, Topfpflanzen vorübergehend aus Wohnräumen zu entfernen – besonders aus dem Schlafzimmer. Auch Kompost, feuchte Erde, Laub oder aufgewirbelter Staub im Garten können problematisch sein.
In organischen Abfällen vermehren sich Schimmelpilze besonders leicht. Schon beim Öffnen einer Biotonne oder eines vollen Biomüllbehälters können viele Sporen freigesetzt werden. Deshalb ist es sinnvoll, Küchenabfälle möglichst direkt zu entsorgen und Biomüll nicht länger in der Wohnung stehen zu lassen. Wenn es möglich ist, übernimmt das am besten eine Person, deren Immunsystem nicht geschwächt ist.
Nach Kontakt mit Erde, Biomüll, Blumenwasser oder verschmutzten Oberflächen solltest du dir die Hände gründlich mit Wasser und Seife waschen. Wenn das gerade nicht möglich ist, kann eine Händedesinfektion sinnvoll sein. Einmalhandschuhe können zusätzlich helfen – zum Beispiel beim Putzen oder beim Entsorgen von Abfällen.
Wichtig ist: Es geht nicht darum, alles perfekt oder steril zu machen. Oft reichen schon ein paar bewusste Anpassungen, um dein Infektionsrisiko zu verringern und dir im Therapiealltag mehr Sicherheit zu geben.
Nicht jede mögliche Infektionsquelle lässt sich komplett vermeiden – und das ist auch okay. Entscheidend ist, Risiken zu kennen und im Alltag gut auf dich zu achten. Schon kleine Veränderungen können viel bewirken. Und wenn du unsicher bist, was in deiner Therapiesituation sinnvoll ist, sprich am besten mit deinem Behandlungsteam.




Deutsche Leukämie- und Lymphom-Hilfe: Infektionen? Nein, danke! Wir tun was dagegen! Unter: https://www.leukaemie-hilfe.de/fileadmin/user_upload/dlh-broschueren/2025_Hygiene_Immunsuppression_Patientenbroschuere_DLH_VAH_web_final.pdf (aufgerufen am 20.05.2026)