Antientzündlich essen bedeutet nicht, dass du ein »Wundermittel« brauchst.
Es geht um ein Ernährungsmuster, das dich regelmäßig mit Ballaststoffen, Omega-3-Fettsäuren, Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen versorgt.
Ganz praktisch heißt das: Iss täglich buntes Gemüse und Obst. Ergänze regelmäßig Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Nüsse und Samen. Verwende pflanzliche Öle wie Oliven-, Raps-, Lein- oder Walnussöl. Kräuter und Gewürze liefern zusätzlich sekundäre Pflanzenstoffe. Fermentierte Milchprodukte wie Joghurt, Kefir oder Buttermilch können deine Ernährung sinnvoll ergänzen.
Und was ist mit Fleisch und Wurst? Du musst Fleisch nicht meiden. Wenn du es isst, dann bewusst, in kleineren Mengen und möglichst unverarbeitet. Wurst, Schinken und stark verarbeitete Fleischprodukte solltest du eher selten essen.
Auch Fast Food, Frittiertes, Süßigkeiten, zuckerreiche Getränke und Alkohol sollten nicht die Basis sein. Trotzdem darfst du dir etwas gönnen. Die 80-20-Regel kann helfen: Wenn du dich zu etwa 80 % nährstoffreich ernährst, bleiben die restlichen 20 % flexibel. Dann ist dein Körper im Alltag gut versorgt und einzelne weniger ausgewogene Mahlzeiten fallen insgesamt weniger ins Gewicht.
Ein einfacher Einstieg für deine Hauptmahlzeit mittags oder abends ist das Tellerprinzip: Fülle die Hälfte deines Tellers mit Gemüse, ein Viertel mit Eiweiß wie Hülsenfrüchten, Tofu, Fisch, Ei, Quark oder Joghurt und ein Viertel mit Kartoffeln, Vollkornreis, Vollkornnudeln oder Brot. Dazu kommen ein gutes Öl, Nüsse oder Samen. Obst passt zum Beispiel als Frühstücksbestandteil, Snack oder Dessert.
Auch bei Krebs gilt: Ernährung kann keine Therapie ersetzen und keine Heilung versprechen.
Aber sie kann dir helfen, deinen Körper gut zu versorgen, deine Darmgesundheit zu unterstützen und mehr Selbstwirksamkeit im Alltag zu spüren.
Starte klein. Eine Portion Gemüse mehr, öfter Vollkorn, Kräuter beim Kochen oder ein paar Nüsse am Tag sind ein toller Anfang.
Elizabeths Erfahrung mit antientzündlicher Ernährung
Während der Behandlung meiner akuten lymphatischen Leukämie musste ich über viele Monate eine Hochdosis-Chemotherapie durchstehen – eine Zeit, in der mein Immunsystem stark geschwächt und zeitweise sogar vollständig heruntergefahren war. Als es sich langsam wieder zu erholen begann, reagierte mein Körper unerwartet heftig: Plötzlich traten starke Gelenkschmerzen auf, vor allem in den Händen und Knien – Beschwerden, die ich in dieser Form zuvor nicht kannte.
Als ich erfuhr, dass hinter diesen Schmerzen Entzündungsreaktionen meines Körpers stehen könnten, wollte ich nicht tatenlos bleiben. Ich begann, mich intensiv mit entzündungshemmender Ernährung zu beschäftigen, und stellte meine Ernährung Schritt für Schritt um. Von da an kamen vor allem frisch gekochte, vegetarische Mahlzeiten auf den Tisch – ergänzt durch entzündungshemmende und ballaststoffreiche Lebensmittel. Besonders wohltuend war für mich ein kleiner abendlicher »Treat«: griechischer Joghurt mit Kurkuma, Zimt und Honig, je nach Lust und Laune ergänzt durch ein paar Walnüsse. Außerdem kochte ich häufiger mit Ingwer, Zwiebeln, Knoblauch und Chili und versuchte, regelmäßig fettreichen Fisch wie Lachs in meinen Speiseplan einzubauen.
Die Wirkung ließ nicht lange auf sich warten: Schon nach kurzer Zeit spürte ich deutlich, dass mir diese Ernährungsweise guttut. Die Schmerzen wurden weniger. Und sobald ich eine Ausnahme machte – etwa beim Grillen ein Bratwürstchen aß –, meldeten sich die Beschwerden oft schon am nächsten Tag zurück. Gerade diese unmittelbare Reaktion meines Körpers hat mir eindrücklich vor Augen geführt, wie stark Ernährung das eigene Befinden beeinflussen kann. Für mich Ansporn genug, diesen Weg konsequent weiterzugehen.
Inzwischen esse ich zwar hin und wieder Fleisch oder Wurst, ohne dass sofort alles erneut »aufflammt«. Dennoch hat diese Erfahrung meinen Blick auf Ernährung nachhaltig verändert. Mir ist bewusst geworden, wie groß ihr Einfluss auf das Wohlbefinden sein kann – gerade in einer Phase, in der der Körper besonders viel Unterstützung für die Regeneration braucht. Wenn du in einer ähnlichen Situation bist, kann es sich lohnen, achtsam hinzuschauen und behutsam auszuprobieren, was dir persönlich guttut. Oft sind es gerade die kleinen Veränderungen, die eine spürbare Wirkung entfalten.




FETeV Redaktion (17.08.2025): Entzündungen: Antientzündliches Ernährungsmanagement. In: FET e.V. URL: https://fet-ev.eu/entzuendungen-ernaehrungstherapie/ (abgerufen am 16.06.2026).
Die Ernährungs-Docs (08.03.2023): Entzündungshemmer: Mit Gewürzen gegen Entzündungen. In: NDR Norddeutscher Rundfunk. URL: https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Entzuendungshemmer-Mit-Gewuerzen-gegen-Entzuendungen,entzuendungshemmer102.html (aufgerufen am 10.06.2026)
Probol, Britta (27.01.2025): Entzündungen mit gesunder Ernährung lindern. In: NDR Norddeutscher Rundfunk. URL: https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Entzuendungen-hemmen-mit-den-richtigen-Lebensmitteln,entzuendungshemmer100.html (aufgerufen am 10.06.2026)