
Vielleicht hast du selbst Veränderungen im Verlauf der Behandlung bemerkt oder möchtest dich vorsorglich informieren. Dieser Artikel soll dir dabei helfen, die Mukositis besser zu verstehen: Was genau steckt dahinter? Woran erkennst du erste Anzeichen? Und was kannst du tun, um Beschwerden zu lindern oder ihnen vorzubeugen?
💡 Wichtig: Du bist damit nicht allein. Mit Wissen, Aufmerksamkeit und der richtigen Unterstützung lassen sich viele Beschwerden gut lindern. Dein Behandlungsteam steht dir dabei jederzeit zur Seite.
Chemotherapie oder Bestrahlung wirken gezielt gegen Krebszellen. Leider schädigen sie dabei auch gesunde Zellen im Körper. Dazu gehören unter anderem die Schleimhautzellen. In der Folge kann es zu einer Schleimhautentzündung kommen – medizinisch Mukositis genannt.
Eine Mukositis kann im Mund‑ und Rachenraum, im gesamten Verdauungstrakt oder auch an den äußeren und inneren Geschlechtsorganen auftreten. Besonders häufig ist die orale Mukositis, also die Entzündung der Mundschleimhaut. Sie kann sehr belastend sein und die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen.
Eine orale Mukositis tritt bei etwa 40 % der Patient:innen unter Chemotherapie auf. Besonders häufig betroffen sind Menschen mit hochdosierter Chemotherapie (ca. 70%) oder nach Knochenmarktransplantation. Nach einer Bestrahlung im Kopf‑Hals‑Bereich entwickelt sich sehr häufig ebenfalls eine Mundschleimhautentzündung.
Trotz guter Vorbeugung lässt sich eine Mukositis nicht immer verhindern. Wichtig ist jedoch, Veränderungen frühzeitig zu erkennen, um Beschwerden zu lindern und Komplikationen zu vermeiden.
Beobachte während deiner Behandlung regelmäßig deinen Mund‑ und Rachenraum. Wenn dir Veränderungen auffallen, sprich frühzeitig mit deinem onkologischen Behandlungsteam. Eine ausgeprägte Mukositis kann sehr schmerzhaft sein, zu Gewichtsverlust oder Mangelernährung führen und im schlimmsten Fall Therapiepausen oder Dosisanpassungen erforderlich machen.
Die Beschwerden entwickeln sich meist schrittweise.
Typische Anzeichen sind:
Bei schweren Verläufen steigt zudem das Risiko für Infektionen, da die Schutzfunktion der Schleimhaut gestört ist.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterscheidet vier Schweregrade der Mukositis, die dem Behandlungsteam bei der Therapieplanung helfen:
Grad 1 (leicht): Rötung und Schmerzen der Mundschleimhaut, die Schleimhaut ist noch intakt.
Grad 2 (mäßig): Schmerzhafte Rötung und Entzündung mit fleckigen, offenen Stellen. Feste Nahrung ist noch möglich.
Grad 3 (schwer): Starke Schmerzen mit großflächigen, offenen Wunden, die bluten können. Feste Nahrung ist kaum noch möglich, meist nur flüssige Ernährung.
Grad 4 (sehr schwer): Lebensbedrohliche Mukositis mit kaum möglicher Nahrungsaufnahme. Eine intensive, teilweise intensivmedizinische Behandlung kann notwendig sein. (Solche Verläufe sind selten und werden engmaschig medizinisch betreut.)
Eine orale Mukositis sollte immer behandelt werden. Sie kann zwar nicht ursächlich geheilt, aber symptomatisch gelindert werden. Das bedeutet: Die Ursache lässt sich nicht beseitigen, Beschwerden wie Schmerzen können aber gut behandelt werden.
Wichtige Bausteine der Behandlung sind:
Du kannst einiges tun, um einer Mukositis vorzubeugen oder ihren Verlauf abzumildern – idealerweise bereits vor Beginn der Krebstherapie.
Vor Therapiebeginn
Während der Behandlung
👉 Lass dich immer individuell von deinem onkologischen Behandlungsteam zur Vorbeugung und Behandlung einer Mundschleimhautentzündung beraten. Bei zunehmenden Beschwerden oder Unsicherheit gilt: lieber frühzeitig ansprechen.
Weitere detaillierte Informationen findest du in der aktuellen S3‑Leitlinie »Supportive Therapie bei onkologischen Patient:innen« des Leitlinienprogramms Onkologie.



