
»Mein Name ist Simone und bin 38 Jahre. Ich wohne mit meinem Mann und meinen 4 Kindern in der schönen Voreifel.
Es war Ende Dezember 2022 als ich aus der linken Brust einen tröpfchenweise Abgang von Sekret bemerkte. Anfang Januar 2023 erfolgte die Stanzbiopsie, einen Tag später dann der Anruf: ›Frau Heinen-Fischer, ihr Tumor ist leider bösartig.‹
Krebs? Ich? Sicher? Ich bin doch erst vor wenigen Monaten das vierte Mal Mutter geworden.
Ich hatte also bereits Brustkrebs in der Schwangerschaft, nur wusste ich es nicht. Das war ein Nackenschlag. Ich hatte zu diesem Zeitraum Kinder im Alter von acht Jahren, fünf Jahren, drei Jahren und sechs Monaten. Sie brauchen mich alle noch, daher war Aufgeben keine Option.
Nun folgte ein Arztmarathon, in dem ich einfach nur funktionierte. Vor der OP begann ich bereits mit der Antihormontherapie. Es wurde eine Mastektomie ohne Brustwiederaufbau durchgeführt, das war mein Wunsch. Die darauffolgenden 28 Bestrahlungen brachte ich bis auf leichte Verbrennungen gut hinter mich. Die Antihormontherapie werde ich für einige Jahre fortsetzen.
Nach Ende der Akuttherapie habe ich erstmal gemerkt, was mein Körper in kurzer Zeit alles gemeistert hat.
Die Diagnose ist ein Schock, aber von Zeit zu Zeit zeigt sich der Weg und das Gedankenkarussell sortiert sich. Man wird behutsamer mit sich selbst, lebt bewusster und erfreut sich über Dinge, die vor der Diagnose ›normal‹ waren.
›Verwandle den Schmerz in Macht.‹ – dieser Satz hat mich durch die Therapie getragen. Die Macht, um all das zu schaffen.
Nun mache ich selbst eine Ausbildung zur Psychoonkologischen Beraterin. Für mich hat sich somit ein neuer Berufsweg geebnet, wofür ich sehr dankbar bin.«