
»Mein Name ist Michael und ich bin mit meiner wundervollen Frau Lisbeth seit 15 Jahren in einer unglaublich glücklichen Beziehung.
2016 haben wir uns ein Haus gekauft und angefangen Zukunftspläne zu schmieden. 2018 eine perfekte Hochzeit und der große Wunsch die Familie durch ein paar Kinder zu komplettieren. Da Lisbeth 2006 Leukämie hatte und das nur durch eine zweijährige Therapie überlebt hat, wussten wir, dass der Kinderwunsch kompliziert werden könnte. Nachdem es auf natürlichem Wege nicht geklappt hat, haben wir uns für eine künstliche Befruchtung entschieden. Während der Hormontherapie hatte meine Frau plötzlich Blut im Urin. Nach mehreren Untersuchungen stand fest, dass sie einen bösartigen Tumor in der Blase hat. Es folgten Chemotherapie und eine OP, bei der erst während der Operation klar wurde, dass die Blase erhalten bleiben kann. Wir haben lange gebraucht um uns von den Strapazen zu erholen und bekamen dann bei einer Nachkontrolle die nächste Hiobsbotschaft. Es wurde ein Tumor im Spinalkanal entdeckt. Der war bereits so groß, dass die Gefahr einer Querschnittslähmung sehr groß war. Also wieder eine riesige OP. Der Tumor war zum Glück gutartig.
Es folgen Reha und Erholung. Ein paar Monate später bemerkte meine Frau einen Knoten in ihrer Brust. Der Aufschlag zu dem neusten Drama in unserem Leben – Brustkrebs.
Aktuell sind wir mitten in der Chemotherapie und kämpfen mit all den Nebenwirkungen. Das Lisbeth schon so viele Chemos hinter sich hat wirkt sich leider negativ auf die Therapie aus. Aber der Krebs hat noch nicht gestreut. Das macht uns Hoffnung. Meine Frau leidet gerade unglaublich unter der Therapie, aber sie kämpft mit einer Kraft die ich gerne hätte und ich bin sehr stolz auf sie.
Als Angehöriger fühlt man sich in solchen Momenten unglaublich machtlos, aber das ist man nicht. Ich massiere ihre Füße, bring ihr Tee und Essen. Neben all der physischen Hilfe, ist die emotionale Unterstützung super wichtig.
Nach all diesen Krankheiten haben Lisbeth und ich immer ganz tolle Sachen unternommen. Wir sind mit unserem Wohnmobil gereist und haben so viele schöne Momente erlebt. Ob in Litauen, Lettland, Estland oder Slowenien, wir haben so viele tolle Menschen kennengelernt und gemeinsame Erinnerungen kreiert. In den schweren Momenten ihrer Therapie erinnern wir uns oft bewusst an die tollen Reisen, die wir unternommen haben, und wir planen neue Reisen, sobald dieser scheiß Brustkrebs besiegt ist. Wir denken mehr an die schönen Sachen als an die schlechten. Das hilft, aber es bleibt eine schwere Zeit.«