
»Ich bin 33 Jahre alt und gerade frisch verliebt (dreieinhalb Wochen waren wir zu dem Zeitpunkt zusammen), als ich die Diagnose Brustkrebs erhalten habe. Meine und unsere Welt ist zusammengebrochen. Eigentlich sollte die rosarote Brille leuchten.
Ich war vorher fast siebeneinhalb Jahre Single, bevor ich Ende letzten Jahres meinen Freund kennengelernt habe. Schicksal? Kann gut sein. Ich bin dankbar, dass er nicht abgesprungen ist und mir zur Seite steht.
Ich habe meine Chemotherapie beendet und danach warten die beidseitige OP und eine Bestrahlung auf mich. PARP-Inhibitoren (Krebsmedikament, welches das Enzym PARP hemmt, was Krebszellen bei der Reparatur ihrer DNA hilft) sind auch ein Thema, aber erst nach der OP werde ich sehen, wie es weitergeht.
Ich bin viel mit Familie und Freunden unterwegs und schöpfe Kraft aus diesen Treffen. Ich bin positiv gestimmt.
Es ist nicht mehr so leicht wie vorher, aber ich bin mir sicher, dass diese Zeit wiederkommt. Ich bin die erste in der Familie mit dieser Mutation und Erkrankung. Das Ergebnis meiner Mama war Gott sei Dank negativ, das meines Vaters ist noch ausstehend. Für meine Geschwister bin ich mütterlicherseits erleichtert. Es reicht, wenn ich diese Erkrankung durchmache und sonst niemand in meinem Umfeld.
Ich habe immer gedacht, dass ich in dem Alter mit so einer Diagnose alleine bin, wurde aber leider eines Besseren belehrt. Der Austausch mit etwa Gleichaltrigen tut mir unfassbar gut. Jetzt heißt es die OP überstehen und dann habe ich einen weiteren großen Meilenstein geschafft. Ich bin dankbar für alle, die diesen unfassbar schweren Weg mit mir gehen. Ich liebe euch alle.«
