
»Der Auslöser und meine familiäre Vorbelastung: Da meine Mutter bereits dreimal an Brustkrebs erkrankt war und meine Oma sehr früh an Eierstockskrebs verstarb, hat mich meine damalige Frauenärztin auf die Möglichkeit der intensivierten Früherkennung hingewiesen. Im Grunde hat sie mein Leben damit gerettet!
Die Diagnose und das Gen
Ich habe einen Gentest machen lassen, der positiv auf das vererbbare BRCA1-Gen war. Ab diesem Zeitpunkt standen für mich zweimal im Jahr Ultraschall- und MRT-Untersuchungen der Brust auf dem Programm. So war dann im April 2025 der Tag der Tage gekommen bei der routinemäßigen Untersuchung, wo sich Kontrastmittel in der rechten Brust angereichert hat und unmittelbar danach eine Biopsie durchgeführt wurde. Danach musste ich eine Woche auf das Ergebnis warten, was sich unendlich angefühlt hat, bis wir dann persönlich zur Ergebnisbesprechung im Mai zur Klinik mussten. Ohne meinen Partner hätte ich das, was folgte, niemals alleine durchgestanden. Es war Brustkrebs vom Typ Triple-negativ und nach dem Wort ›Chemotherapie‹ habe ich an dem Tag nichts mehr wahrgenommen. Zwei Wochen ein völliges Chaos der Gefühle mit sehr vielen Tränen. Für mich war aber von Anfang an klar, dass wir es in der Familie, bei den Freunden und Bekannten offen kommunizieren. Auch unsere beiden Kinder haben wir von Anfang an aufgeklärt. Wir haben supertolle Bücher dafür genutzt. Wir haben sie beim Haareschneiden bzw. Abrasieren mit eingebunden und sogar mein Partner und unser Sohn haben sich beide die Haare zusammen mit mir abrasiert, als es soweit war. Darüber zu reden statt zu schweigen war eine der besten Entscheidungen, um als Familie und für mich als Mensch alles gemeinsam zu verarbeiten. Zudem haben wir so unglaublich viel Unterstützung sowie Rückhalt von allen erfahren, wofür wir mehr als dankbar sind und was mich heute noch sehr rührt.
Die Früherkennung hat mein Leben gerettet
Ich bin unglaublich dankbar, diesen Schritt damals gegangen zu sein. Ohne die Vorsorge hätte ich den Tumor wohl erst irgendwann selbst ertastet. Doch dann wäre es bei diesem Typ für eine gute Heilungschance wahrscheinlich schon zu spät gewesen.
Der Weg der Heilung
Es folgten 16 Chemos. Danach folgte eine beidseitige brusterhaltende Mastektomie sowie eine Entfernung der Eileiter zur Prophylaxe, welche ich noch antreten muss.
Meine Kraftquelle neben der Familie: Das Backen und die großartige Back-Community geben mir enorm viel Kraft und haben mir viel Ablenkung geschenkt. Hier sind wunderbare Freundschaften entstanden und ich kann die Plattform nutzen, um dieses wichtige Thema weiterzutragen und für Aufklärung zu sorgen.
Meine absolute Herzensangelegenheit
Vorsorge ist Liebe zu sich selbst und zum Leben. Die Aufklärung liegt mir daher besonders am Herzen, denn viel zu viele Menschen wissen gar nicht, dass sie bei familiärer Vorbelastung Anspruch auf eine intensivierte Früherkennung haben. Krebsvorsorge kann Leben retten.
Sie hilft dabei, Veränderungen frühzeitig zu erkennen bevor Beschwerden entstehen, und verbessert damit die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung bzw. Genesung. Daher haben wir mit der Back-Community einen Pinktober ins Leben gerufen, um auf das Thema aufmerksam zu machen und noch mehr Aufklärung zu betreiben. Auch in diesem Jahr wird es wieder zahlreiche pinke Backkreationen geben, die wir zeitgleich posten und dabei mit Fakten zum Thema aufklären. Damit mehr Wissen geteilt wird und wir zeigen, dass niemand alleine ist.«
