
Wir wissen heute, dass einige Risikofaktoren beeinflussbar sind und dass bestimmte Vorsorge- und Früherkennungsangebote einen wichtigen Beitrag leisten können, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen.
In der jährlichen Initiative »Nationale Krebspräventionswoche« sollen Menschen verstärkt über vermeidbare Krebsrisiken informiert und zu einem gesundheitsfördernden Verhalten motiviert werden.
Prävention umfasst Maßnahmen, die helfen können, das Risiko für bestimmte Krebsarten zu senken. Vorsorge- und Früherkennungsangebote verfolgen ein anderes Ziel: Sie sollen Veränderungen möglichst früh erkennen. Dieses Wissen bietet dir Orientierung und kann Unsicherheit reduzieren. Du lernst deine Gesundheit aktiv mitzugestalten und kannst informiert Entscheidungen treffen.
Weiterführende Informationen und Empfehlungen findet ihr in dem Artikel »Krebs vorbeugen: Das persönliche Krebsrisiko senken – Tipps für einen gesunden Lebensstil« des Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums (dkfz.).
Gesundheit ist etwas, das wir selbst aktiv mitgestalten können – durch bewusste Entscheidungen im Alltag können wir unseren Körper unterstützen. Wir möchten dir im Folgenden einige Empfehlungen aufzeigen.
Wer aufhört zu rauchen, kann die gesundheitsgefährdende Entwicklung zumindest teilweise rückgängig machen. Ein Rauchstopp lohnt sich in jedem Alter. Tabakkonsum erhöht das Risiko für viele Krebsarten. Auch Passivrauchen kann gesundheitsschädlich sein.
Substanzen im Tabakrauch können das Erbgut beschädigen. Dadurch kann es zu Mutationen, die zu unkontrolliertem Zellwachstum und damit zu Krebs führen können, kommen.
Jeder Sonnenbrand erhöht das Hautkrebsrisiko. Meide intensive Sonne möglichst und schütze den Körper mit entsprechender Kleidung und Sonnenschutzmittel:
Was oft vergessen wird:
Viele Menschen wünschen sich Sonnenschein, denn dieser kurbelt die Glückshormonproduktion an. Doch die Sonne hat auch Schattenseiten. Der richtige Schutz ist wichtig. Das betrifft uns alle. Denn worüber man sich im Klaren sein muss: Für fast alle Arten von Hautkrebs gilt die UV-Strahlung (ultraviolette Strahlung) als Hauptrisikofaktor. Zur Vorbeugung ist ein wirksamer UV-Schutz wichtig. Lese mehr dazu in unseren Beitrag »Mit dem richtigen Schutz gegen die dunkle Seite der Sonne«.
Finde für dich passende Möglichkeiten Bewegung vermehrt in deinen Alltag zu integrieren.
Für Erwachsene wird folgendes empfohlen:
oder
und
Jeder Mensch hat ganz unterschiedliche Vorraussetzungen solche Aktivitäten in seinen Alltag einzubauen. Gesundheitliche Einschränkungen, Zeitmangel oder andere Lebensumstände können dies erschweren. Lass dich aber nicht demotivieren. Versuche Stück für Stück deinen Alltag mit kleinen Aktivitäten zu bereichern, die zu dir passen und setze reale Ziele, die du immer weiter ausbauen kannst.
Mittlere Intensität
Intensive Bewegung
Krafttraining
Alkohol ist ein Risikofaktor und fördert die Entstehung verschiedener Krebserkrankungen. Bereits geringe Mengen erhöhen das Erkrankungsrisiko.
Schon kleine Mengen Alkohol können das Krebsrisiko erhöhen. Beim Abbau von Alkohol entsteht im Körper Acetaldehyd. Dieser Stoff kann das Erbgut in Zellen schädigen und gilt als krebserregend.
Mit einer ausgewogenen Ernährung versorgt du deinen Körper mit allen lebenswichtigen Nährstoffen. Entscheidend ist das Ernährungsmuster über viele Jahre. Als Orientierung kannst du dir auch die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) anschauen.
Es gibt überzeugende Evidenz, dass ein erhöhter Körperfettanteil ein Risikofaktor für verschiedene Krebsarten ist. Für mindestens 13 Krebsarten ist belegt, dass ein sehr ausgeprägtes Übergewicht das Erkrankungsrisiko erhöht. Doch nicht allein das Gewicht ist für die Krebsentstehung verantwortlich: Auch Anteil und Verteilung von Körperfett spielen eine Rolle. Vor allem ein hoher Anteil von viszeralem Fettgewebe (das innere Bauchfett) gilt als Risikofaktor.
Einige Infektionen können Krebs begünstigen. Einen wirksamen Schutz bieten hier beispielsweise die HPV-Impfung (gegen Humane Papillomviren) sowie die Hepatitis-B-Impfung.
HPV (Humane Papillom-viren) gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen – etwa 85–90 % aller sexuell aktiven Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mindestens einmal. Die Übertragung erfolgt über direkten Haut- und Schleimhautkontakt. Lese mehr in unserem Beitrag »Internationaler HPV-Tag«.
Du musst deinen Körper nicht ständig kontrollieren. Es geht darum, den eigenen Körper zu kennen und Veränderungen wahrzunehmen. Taste dich regelmäßig ab und achte auf die Signale deines Körpers. Wenn etwas neu ist, sich verändert oder Unsicherheit auslöst, kann eine ärztliche Abklärung helfen. Nutze auch die gesetzlichen Vorsorgeprogramme.
💡 Hoden abtasten: circa 1x im Monat
Hodenkrebs ist mit etwa 4.000 erkrankten Männern pro Jahr eine recht seltene Krebserkrankung. Trotz der Seltenheit ist die Krankheit vor allem bei jungen Männern aktuell, denn: Hodenkrebs ist die häufigste Krebsart bei Männern zwischen 25 und 45 Jahren. Lese in unserem Beitrag »Hodenkrebsvorsorge« mehr dazu. Am Ende findest du auch eine Anleitung zum Abtasten.
💡 Brüste abtasten: 1x im Monat, 2–3 Tage nach der Periode
Warum ist das Abtasten der eigenen Brüste eigentlich so wichtig? Je früher ein Knoten in der Brust erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Deswegen ist es gut, neben dem jährlichen Besuch beim Frauenarzt auch mal selbst Hand anzulegen. Lese in unserem Beitrag »Wie taste ich meine Boobies ab?« mehr dazu. Am Ende findest du eine Anleitung zum Abtasten deiner Brüste.
💡 Kenne deinen Darm und achte auf veränderte Stuhlgewohnheiten, Auffälligkeiten in der Konsistenz, Schmerzen, Verdauungsbeschwerden und Fatigue.
Gerade bei Darmbeschwerden warten viele Menschen lange ab. Die meisten Beschwerden haben am Ende eine andere Ursache. Wenn Veränderungen jedoch neu sind oder länger anhalten, kann eine ärztliche Einschätzung sinnvoll sein.
💡 Nehme Vorsorgeprogramme wahr: Für Lungenkrebs, Hautkrebs, Brustkrebs, Gebärmutterhalskrebs, Prostatakrebs und Darmkrebs.
💡 Krebs in der Familie: Sind Hinweise auf eine familiäre Vorbelastung/ bestimmte Indikationen vorhanden, nutze eine humangenetische Beratung.
Wichtig ist: Eine genetische Veranlagung bedeutet nicht automatisch, dass jemand erkranken wird. Sie kann aber helfen, Risiken besser einzuschätzen und Vorsorge individueller zu planen.
Sei laut! Gemeinsam können wir aufklären, Betroffene unterstützen und für eine bessere und krebsfreie Zukunft kämpfen.💜




Deutsches Krebsforschungszentrum (18.02.2026): Krebs vorbeugen: Das persönliche Krebsrisiko senken. Tipps für einen gesunden Lebensstil. In: Krebsinformationsdienst. URL: https://www.krebsinformationsdienst.de/krebs-vorbeugen [abgerufen am 19.09.2026]
Nationale Krebspräventionswoche (2026): Lass mal checken. In: Nationale Krebspräventionswoche. URL: https://www.krebspraeventionswoche.de/ [abgerufen am 19.09.2026]
Schöner, Vanessa (01.04.2026): Krebsvorsorge und Krebsfrüherkennung. Das gesetzliche Krebsfrüherkennungsprogramm. In: Deutsches Krebsforschungszentrum / Krebsinformationsdienst. URL: https://www.krebsinformationsdienst.de/krebsvorsorge-und-krebsfrueherkennung [abgerufen am 19.09.2026]
Deutsches Krebsforschungszentrum (2008): Tabakrauch – ein Giftgemisch. Fakten zum Rauchen. In: Deutsches Krebsforschungszentrum. URL: https://www.dkfz.de/fileadmin/user_upload/Krebspraevention/Download/pdf/FzR/FzR_2008_Tabakrauch-ein-Giftgemisch.pdf [abgerufen am 19.09.2026]
Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (2026): Gut essen und trinken – die DGE-Empfehlungen. Bunt und gesund essen und dabei die Umwelt schonen. In: Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.. URL: https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/gut-essen-und-trinken/dge-empfehlungen/ [abgerufen am 19.09.2026]
Stiftung Deutsche Krebshilfe ( 2025): Alkohol und Krebs. Weniger ist immer besser!. In: Stiftung Deutsche Krebshilfe. URL: https://www.krebshilfe.de/informieren/ueber-krebs/krebs-vorbeugen/alkohol-und-krebs/#c23503 [abgerufen am 19.09.2026]
Focke, Frauke (13.07.2022): Darmkrebs: Symptome und Warnzeichen. Die ersten Anzeichen für Darmkrebs sind meist wenig typisch. In: Deutsches Krebsforschungszentrum / Krebsinformationsdienst. URL: https://www.krebsinformationsdienst.de/darmkrebs/symptome [abgerufen am 19.09.2026]