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Hilfreiche Wegweiser für den Alltag mit Krebs

Themen
Therapiephase
Krebsart
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Eine Kartoffel.
Tipp
Ernährung
Alle Krebsarten
Seit deiner Krebstherapie wurde dein Darm ganz schön in Mitleidenschaft gezogen? Du willst deshalb deine Darmgesundheit auf natürlichem Weg unterstützen? Wir haben einen Tipp für dich, den du ganz leicht umsetzen kannst: Iss regelmäßig abgekühlte Kartoffeln.

🥔 Warum müssen Kartoffeln einmal abkühlen

Wenn Kartoffeln kalt werden, entsteht aus der darin enthaltenen Stärke eine andere Form der Stärke – die sogenannte resistente bzw. retrogradierte Stärke. Bei diesem Prozess verändert sich die Struktur der Stärke, sodass sie resistent gegenüber unserem Verdauungsenzym Amylase wird. So gelangt sie unverarbeitet in den Dickdarm, dient dort als Futter für die guten Darmbakterien und das ist optimal für ein gesundes Mikrobiom.

✅ Vorteile für deinen Darm

Im Dickdarm wirkt die resistente Stärke wie ein Ballaststoff: Sie wird von den guten Darmbakterien abgebaut und fermentiert, wodurch kurzkettige Fettsäuren wie Acetat, Propionat und vor allem Butyrat entstehen.

Butyrat hat besonders positive Wirkungen:

wirkt stark entzündungshemmend;

hemmt das Wachstum pathogener Mikroorganismen;

nährt und regeneriert die Darmschleimhaut optimal, sodass die Aufnahme von Bakterien, Antigenen und Toxinen aus dem Darmlumen in die Blutbahn vermindert wird;

stimuliert das darmassoziierte Immunsystem.

🍽️ So kannst du mehr resistente Stärke genießen

Koche Kartoffeln und lass sie abkühlen – für 12 Stunden. Ob du sie danach aufwärmst oder nicht, ist egal, da die Stärke in ihrer Struktur bestehen bleibt. Iss zum Beispiel öfter mal einen Kartoffelsalat mit Joghurtdressing oder Essig und Öl oder mach dir wieder erwärmte Pellkartoffeln mit Quark und frischen Kräutern.

Das nächste Mal, wenn du Kartoffeln kochst, denk dran: Abkühlen lassen lohnt sich. Dein Mikrobiom dankt es dir.
Wieso solltest du öfter abgekühlte Kartoffeln essen?
Pinker Briefumschlag
Tipp
Gefühle & Achtsamkeit
Alle Krebsarten
Stell dir deinen Krebs vor, als wäre er eine Person (oder auch gerne eine Fantasiegestalt) und du schreibst ihm:ihr:es einen Brief.

Was würdest du diesem Wesen gerne einmal alles sagen? Was liegt dir auf dem ­Herzen, was hast du dich vielleicht nie getraut laut auszusprechen, welche ­Ängste, Bedürfnisse oder auch Geheimnisse möchtest du dir von der Seele schreiben?

Nutze die Chance und schreib alles auf, was dir in den Sinn kommt. Welche Gefühle kommen bei dir hoch? Benenne sie, lasse sie kurz ­verweilen – was möchten diese Gefühle dem Krebswesen vielleicht mitteilen? Lass sie durch deine Feder sprechen. Lies den Brief am Ende gerne nochmal in Ruhe durch.

Wie fühlst du dich jetzt und was für eine Art Brief hast du gesch­rieben? Eine Hassrede, einen Dankesbrief, einen Abschiedsbrief oder ein Klärungsgespräch? Alles ist erlaubt. Du hast jetzt die Wahl, was du mit deinem Brief machst. Vielleicht möchtest du ihn zerreißen, verbrennen, vergraben, aufheben oder verschicken. Gehe dem nach, was sich für dich gut anfühlt.

Hallo Krebs! Wir müssen reden.
Eine Frau blickt mit Fernglas in die Ferne.
Tipp
Nebenwirkungen
Alle Krebsarten
Die Krebserkrankung und damit verbundene Therapien können Veränderungen mit sich bringen, die über die eigentliche Behandlung hinaus wirken. Der folgende Überblick zeigt einen Ausschnitt aus möglichen Langzeit- und Spätfolgen und gibt dir Hinweise zum Umgang damit.

Disclaimer!

Zunächst muss gesagt werden, dass die hier aufgelisteten Langzeit- und Spätfolgen auftreten können und nicht unbedingt müssen. Diese Liste hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Lies bitte nur weiter, wenn du dich informieren möchtest. Sollten dich solche Informationen eher belasten, lies den Text lieber zu einem späteren Zeitpunkt. Alternativ kannst du eine Vertrauensperson bitten, sich zu informieren und dich aufzuklären, sollten Symptome auftreten und diese Person einen Handlungsbedarf sieht.

Schlafstörungen

Durch die Therapie, Medikamente, Veränderungen im Hormonhaushalt kann der gesunde Schlaf gestört werden. Nicht einschlafen können, Durchschlafprobleme oder zu früh wach? Von Schlaflosigkeit (Insomnie) spricht man, wenn diese Störungen dreimal pro Woche über einen Zeitraum von einem Monat auftreten.

Unser Tipp

Lerne verschiedene Entspannungstechniken kennen, die dir beim Ein- und Wiedereinschlafen helfen. Eine ruhige Abendroutine kann auch helfen, deinen Körper auf den Schlaf vorzubereiten.

Konzentrationsschwierigkeiten

Viele berichten nach der Therapie von Konzentrationsproblemen, Orientierungsschwierigkeiten, Wortfindungsstörungen, plötzlicher Vergesslichkeit, mentale Erschöpfung oder dem Gefühl, keinen klaren Gedanken fassen zu können. Dies nennt man auch »Brain Fog« (Nebel im Kopf).

Unser Tipp

Ein gesunder und achtsamer Lebensstil wie etwa eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung und genügend Pausen im Alltag können diese Symptome lindern. Wasser trinken nicht vergessen!

Fatigue

Wenn du nach geistiger oder körperlicher Anstrengung eine extreme Müdigkeit und/oder Erschöpfung verspürst und diese nach einer angemessenen Ruhephase nicht verschwindet, kann das ein Anzeichen für ein Fatigue-Syndrom sein. Diese können auch Jahre nach der Therapie anhalten und  chronisch werden.

Unser Tipp

Sei dir deines persönlichen Limits bewusst, ohne dich selber zu verurteilen. Ziehe Grenzen und kommuniziere offen, was du gerade brauchst. Pausen einhalten und Stressmanagement sind zwei Werkzeuge, die dir helfen können.

Angstzustände und andere psychische Erkrankungen

Die Krebsdiagnose und Therapie verlangen nicht nur körperlich viel ab, auch mental musst du ziemlich viel durchmachen. Daher können Ängste, Sorgen und andere psychische Zustände verstärkt werden.

Unser Tipp

Fühlst du dich eingeschränkt in deinem Alltag? Dann hole dir Hilfe bei Psychoonkologen. Du musst dich deinen Ängsten nicht alleine stellen.

(Chronische) Schmerzen (z.B. durch Narben, Amputationen und Polyneuropathie)

Grundsätzlich kann zwischen akuten und chronischen Schmerzen unterschieden werden. Bei akuten Schmerzen solltest du dir zunächst klarmachen, was die Ursache hierfür darstellt. Im nächsten Schritt gilt es dann, aktiv dagegenzuwirken. Wenn es sich um chronische Schmerzen handelt, ist es besonders wichtig, einen guten Umgang damit zu erlernen und Wege zu finden,  trotz des Schmerzes entspannen zu können.

Unser Tipp

In beiden Fällen kann eine ärztliche Beratung sehr hilfreich sein und zu einer erheblichen Verbesserung der Lebensqualität führen.

Hilfsmittel

Vielleicht bist du nach deiner Therapie kurz-, mittel- oder langfristig auf Hilfsmittel (Medizinprodukte) angewiesen wie etwa Implantate, Prothesen, Stoma oder Medikamente. Das kann zunächst sehr befremdlich sein.

Unser Tipp

Der Krebs führt viele Veränderungen herbei. Eine Psychotherapie kann unterstützend helfen, sich mit dem Verlust des alten Lebens auseinanderzusetzen, neue Träume und Ziele zu formulieren und erste Schritte in das neue Leben mit Hilfsmitteln zu gehen.

Schleimhäute

Vor allem Krebspatienten sollten während der Therapie, aber auch in der Nachsorge, regelmäßig ihren Mundraum ärztlich kontrollieren lassen. Aber auch andere Schleimhäute, etwa im Magen, Darm und in Sexualorganen, können durch die Chemotherapie, Medikamente und Bestrahlungen angegriffen werden.

Unser Tipp

Um all diesen Nebenwirkungen so gut es geht entgegenzuwirken, ist es hilfreich, Ärzt:innen vorab aufzusuchen, um abzuklären, was man während und nach den Therapien am besten tun kann, um seine Schleimhäute zu schützen und wieder aufzubauen.

Hormonveränderungen

Chemotherapie, antihormonelle Medikamente nach der Therapie und Eingriffe wie zum Beispiel die Entfernung der Eierstöcke nehmen großen Einfluss auf deinen Hormonhaushalt. Dies kann vielfältige Nebenwirkungen hervorrufen, die vergleichbar mit den Wechseljahren sind. Auch die Libido kann darunter leiden.

Unser Tipp

Lasse dich von deinen behandelnden Ärzten beraten, ob eine Hormonersatztherapie oder auch eine nicht hormonelle Therapie für dich infrage kommt.

Langzeit- und Spätfolgen – was erwartet mich?
Eine Ärzt:in hält eine Lupe auf abstrakte "Metastasen"
Info
Nebenwirkungen
Brustkrebs
Metastierender Brustkrebs bedeutet, dass der Krebs im Körper gestreut hat. Das heißt, Krebszellen sind durch die Lymph- oder Blutbahnen im Körper gewandert und haben Tumore in Lymphknoten oder anderen Organen gebildet – auch Metastasen genannt. Statistisch schreitet bei 1 von 4 Brustkrebspatient:innen der Krebs im Krankheitsverlauf weiter fort und bildet Metastasen – gehäuft in Leber, Lunge oder Knochen. Bei 3 von 100 Patient:innen hat der Brustkrebs bereits beim Zeitpunkt der Diagnose gestreut.

Unheilbar krank und dennoch ein gutes Leben führen?

Hat der Krebs einmal gestreut, gilt man in der Medizin als unheilbar. Die individuelle Behandlung mit z. B. Medikamenten, Bestrahlung, Operationen kann das Leben verlängern, die Lebensqualität halten und Beschwerden im Zaum zu halten. Durch die Forschung sind die Behandlungsmethoden heutzutage soweit fortgeschritten, dass man mit metastierenden Brustkrebs oft noch lange Jahre gut leben kann.

Was kann man zusätzlich tun? Alles das, was die Lebensqualität bestmöglich unterstützt:

  • Alternative Behandlungen wie z. B. Physiotherapie, Yoga, Meditation, Heilpflanzen, Nahrungsergänzungsmittel etc. integrieren. Dies bitte immer (!) vorab mit den behandelnden Ärzt:innen absprechen.
  • Auf den Körper hören. Die letzte Entscheidung liegt bei den Patient:innen. Behandlungen dürfen auch abgebrochen werden, wenn sie zu belastend sind.
  • Schmerz lass nach – Bei Schmerzen rechtzeitig die Behandlung anpassen, um die Schmerzen auszuschalten oder zu mildern.
  • Körper und Geist holistisch behandeln. Psychologische Unterstützung durch Therapeuten und/oder Gesundheits-Coaches holen.
  • Zusammen stark bleiben. Austausch mit anderen Betroffenen suchen.
  • SOS. Kliniksozialdienste und Krebsberatungsstellen sind die erste Anlaufstelle und können bei jeglichen Problemen weiterhelfen oder weiterleiten.

Metastasierender Brustkrebs
Eine junge Frau träumt von Palmen, Strand und Meer.
Tipp
Gefühle & Achtsamkeit
Alle Krebsarten
🤯 Fühlen sich deine Gedanken derzeit wie ein endlos drehendes Karussell an, das nicht mehr zum Stillstand kommen will? Sehnst du dich nach einer Auszeit, nach einem Moment der Stille – einem Urlaub vom ständigen Gedankenstrom im Kopf? Doch der Alltag mit seinen vielen Anforderungen lässt dir keinen Raum, um durchzuatmen?

Dann können dir Fantasiereisen einen Rückzugsort im ganzen Trubel bieten. Du brauchst dazu gar nicht viel. Nur einen ruhigen Ort, an den du dich für eine Zeit lang ungestört zurückziehen kannst. Dort kannst du dich hinlegen, die Augen schließen und dich von einer angenehmen Stimme an einen schönen Ort deiner Wahl bringen lassen, z.B. ans Meer, in die Berge, in deinen Lieblingsgarten oder sogar auf den Mond.

Bei YouTube gibt es unzählige Varianten von geführten Fantasiereisen, häufig auch »Traumreisen« genannt.

🏝 ⛰ Schau dich doch mal um und probiere die ein oder andere Fantasiereise aus. Hier kannst du auch zwischen verschiedenen Zeitangaben auswählen – so wie es dein Alltag gerade zulässt.

🧘 💭 Eine Fantasiereise kann sich tatsächlich wie ein Kurzurlaub anfühlen, denn dein Gehirn unterscheidet nicht, ob du dir die Reise nur vorstellst oder sie tatsächlich unternommen hast. Du kannst es daran merken, wie dein Körper auf die Entspannung reagiert: Deine Atmung wird ruhiger, deine Muskeln entspannen sich, dein Herzschlag wird langsamer und vielleicht zaubert sich auch ein kleines Lächeln auf dein Gesicht, wenn du in den Gedanken an deinen Lieblingsort reist.

Aber Achtung!

Solltest du Bedenken haben, ob eine Fantasiereise etwas für dich ist, weil du z.B. unter starken Ängsten oder Traumata leidest, dann sprich vorher mit deinem behandelndem Arzt oder deiner behandelnden Ärztin darüber.

Urlaub fürs Gehirn
Ein illustrierter Organspendeausweis in Mitte von illustrierten Organen.
Info
Zahlen & Fakten
Alle Krebsarten
Es klingt drastisch! Darf es auch, denn es ist wichtig: Eine Organspende entscheidet über Leben oder Tod! Erkrankte sind von anderen genauso abhängig, wie beispielsweise Leukämiepatient:innen von einer Stammzellspende eines Gesunden. Deswegen befassen wir uns heute, am Tag der Organspende, mit diesem (im wahrsten Sinne des Wortes) ›überlebenswichtigen‹ Thema – auch in Bezug auf Krebs.

Zahlen und Fakten:

Rund 8.500 Menschen in Deutschland stehen auf der Warteliste für ein Spenderorgan. Die meisten Patient:innen benötigen eine Niere, gefolgt von Leber, Herz, Lunge und Bauchspeicheldrüse. Laut der Deutschen Stiftung Organtransplantation haben im vergangenen Jahr 965 Menschen nach ihrem Tod ein oder mehrere Organe (insgesamt 2.877) gespendet. Diese wurden sowohl in Deutschland als auch im Ausland transplantiert. In Summe wurden 2.986 Organe nach einer postmortalen Spende in Deutschland transplantiert, die bundesweit und im Ausland entnommen wurden.

4.996 Erkrankte in Deutschland warteten 2023 auf ein passendes Organ, 667 von ihnen starben.

Am 18. März 2024 ist das zentrale Organspende-Register online gegangen. Damit soll die Bereitschaft zur Organspende in Deutschland erhöht werden – im europäischen Vergleich gilt die Bundesrepublik als eines der Schlusslichter. Laut neuestem Stand (Ende Mai 2024) haben sich bereits 119.000 Menschen im Register eingetragen. Die Entscheidung kann jederzeit geändert beziehungsweise widerrufen werden.

Organspende und Krebs:

Zwei bis drei Prozent der Organspender sind Menschen, die zuvor an Krebs erkrankt waren.

Es werden nur solche ehemaligen Krebspatienten als Organspender akzeptiert, bei denen die Krebserkrankung schon lange zurückliegt und eine Heilung der Erkrankung als sehr wahrscheinlich gilt.

Jede Transplantation berge neben dem grundsätzlichen immunologischen Risiko einer Abstoßung auch Risiken im Hinblick auf die potenzielle Übertragung von Erkrankungen. Die können den Transplantationserfolg gefährden oder für die Organempfänger:innen in seltenen Fällen sogar lebensbedrohlich sein.

Vor einer Organentenahme werden Spender:innen unter Einhaltung notwendiger Qualitäts- und Sicherheitsstandards medizinisch untersucht.

Bei Krebspatienten werden hierbei insbesondere Informationen über den Zeitpunkt der Erstdiagnose und Art der Krebserkrankung, das initiale Tumorstadium, die erfolgte Therapie, die Ergebnisse der Nachsorgeuntersuchungen sowie der Nachweis einer ausreichend langen und aktuell gegebenen Rezidivfreiheit zur Beurteilung der medizinischen Machbarkeit einer Organspende herangezogen.

Dr. Schleicher ergänzt: »Mit Ausnahme von Malignomen des Zentralen Nervensystems, stellen zum Zeitpunkt einer potenziellen Organspende bestehende maligne Tumorerkrankungen in der Regel ein Ausschlusskriterium für eine Organspende dar.«

Jeder Einzelfall werde jedoch mit Blick auf das Risiko-Nutzen-Verhältnis für die Patient:innen auf den Wartelisten geprüft.

Und wie sieht es mit Krebspatient:innen aus, die auf ein neues Organ angewiesen sind?

Eindeutige Zahlen darüber, wie viele Erkrankte in Deutschland ein Organ benötigen, gibt es nicht. Das liegt daran, dass Organtransplantationen bei Betroffenen eher selten sind, da die Behandlung und Kontrolle der Krebserkrankung Vorrang hat, so die Stiftung.

Organspende: Eine lebensrettende Entscheidung
Eine Person in Gedanken, um sie herum viele Gedankenblasen.
Tipp
Gefühle & Achtsamkeit
Alle Krebsarten
Gefühle können ganz schön tricky sein. Aber denk daran: Du bist nicht deine Gefühle. Sie sind lediglich zu Besuch, sie kommen und sie gehen auch wieder. Was kannst du tun, wenn du wieder einmal von negativen oder unangenehmen Gefühlen heimgesucht wirst?

Hier eine achtsame Anleitung, wie du in sieben Schritten deinen Gefühlen auf den Grund gehen, sie anerkennen und – wenn du möchtest – loslassen kannst:

1

Gefühl erkennen: Wo im Körper spüre ich das Gefühl und was hat es ausgelöst?

2

Gefühl benennen: Ich habe Angst.

3

Gefühl wertschätzen: Hallo, Angst. Da bist du ja mal wieder.

4

Gefühl zulassen: Es ist OK, Angst. Du darfst hier sein.

5

Gefühl hinterfragen: Was möchte meine Angst mir mitteilen, was braucht sie, wovor will sie mich schützen?

6

Gefühl loslassen: Danke für deinen Besuch, Angst. Du darfst jetzt wieder gehen.

7

Handeln: Kann ich etwas an der Situation (die mir Angst macht) ändern, verbessern? Kann ich eine Strategie für das nächste Mal erarbeiten? Brauche ich Unterstützung?

Keine Panik, wenn es nicht sofort oder nicht immer klappt.

Keine Panik, wenn es nicht sofort oder nicht immer klappt. Der achtsame Umgang mit den eigenen Gefühlen ist oft nicht leicht und eine gute Kommunikation benötigt etwas Übung – vor allem bei Gefühlen, die uns zunächst zu überwältigen scheinen. Oft beeinflussen sie uns auch lange unbewusst. Umso öfter du jedoch in dich hineinhörst und dich mit dir und deiner inneren Welt beschäftigst, umso einfacher wird es dir fallen, auf gewisse Situationen in deinem Leben zu reagieren.

Wenn du jedoch merkst, dass ein Gefühl immer wieder deinen Alltag unterbricht oder dich davon abhält, dein Leben zu leben, kannst du dir auch professionelle Hilfe suchen. Das kann dazu beitragen, das Gefühl und deine Bedürfnisse dahinter besser zu verstehen.

Gefühle deuten: Was ist eigentlich mit mir los?
Eine Person mit lila Haaren hat die Augen geschlossen und umarmt ein Herz.
Info
Gefühle & Achtsamkeit
Alle Krebsarten
Liebe ist … Ganz unromantisch und emotionslos definiert Wikipedia »Liebe« als »eine Bezeichnung für stärkste Zuneigung und Wertschätzung«.

Doch so einfach ist es nicht. Liebe ist komplex. Sie lässt sich nur schwer erfassen und kategorisieren. Liebe ist subjektiv und umfasst viele Facetten und das macht sie zu einem unserer schönsten Gefühle.

Wenn wir lieben, durchströmt uns ein tiefes Gefühl der Wärme, des Verbunden-Seins. Es scheint, als würden wir auf wunderbare Weise den Boden unter den Füßen verlieren.

Wenn wir gefragt werden, was und wen wir lieben, denken wir vielleicht an unsere Familie, unsere Partner:innen, unsere Kinder, Freunde, Haustiere. Wir denken an unser Lieblingsessen, die Natur, Musik, unser Zuhause, Orte und Plätze, einen Sonnenuntergang.

Doch denken wir in unserer Aufzählung auch an uns selbst? Oft kommt die Selbstliebe in unserem Leben zu kurz und doch ist sie so wichtig.

(Selbst-)Liebe kann gerade in Zeiten, die für uns nicht einfach sind, der Motor sein und uns Kraft geben.

Wir können lernen, Momente, die wir lieben, bewusster zu erleben. Diese manchmal vielleicht auch nur kurzen Momente können uns Energie geben, in uns das Vertrauen wecken, dass wir nicht alleine sind und stärker sind, als wir manchmal denken.

Leider scheinen wir gerade diese schönen Momente im Alltag schnell wieder zu vergessen. Das ist auch ganz normal, denn so funktioniert unser Gehirn. Um unserer Erinnerung und unserem Bewusstsein auf die Sprünge zu helfen, kannst du dir z. B. jeden Abend deine Lieblingsmomente aufschreiben, die du am Tag erlebt hast. Diese können manchmal auch nur ganz klein sein. Mit der Zeit wirst du sehen, dass es mehr Momente gibt, als du vorher angenommen hast. Und brauchst du eine Portion Liebe an Tagen, an denen wirklich alles sch*** ist, dann lies dir deine Notizen durch und schenke dir selbst eine feste innere Umarmung.

(Selbst-)Liebe – der Motor, der uns Kraft schenkt.
Hände die verschiedene Lebensmittel, wie Brokkoli und einen Apfel in die Luft halten und einen Zettel
Tipp
Ernährung
Alle Krebsarten
Was deine Bauchspeicheldrüse nicht mehr herstellen oder verwerten kann, muss deinem Körper in Form von Medikamenten regelmäßig zugeführt werden.

Enzyme: Ein Teil der Bauchspeicheldrüse produziert täglich eine Menge Verdauungssaft, in der Fachsprache daher auch exokriner Teil genannt. Darin enthaltene Enzyme spalten die Nahrung im Darm so auf, dass sie in deinen Körper aufgenommen werden kann. Fehlt dieser sogenannte exokrine (exokrin = von Drüsen nach außen abgebend) Teil der Bauchspeicheldrüse, können die Verdauungsenzyme durch ein Präparat ersetzt werden.

Wichtig: Die korrekte Dosierung anhand gegessener Fettmenge. Damit hören in der Regel Blähungen, Durchfälle, übelriechende Fettstühle und eine Gewichtsabnahme auf.

Insulin: Im endokrinen Teil bildet die Bauchspeicheldrüse die Hormone Insulin und Glukagon, die in die Blutbahn abgegeben werden (endokrin = Drüsen geben Hormone direkt ins Blut ab). Da die Hormone an der Blutzuckerregulation beteiligt sind, kann es nach einer Entfernung dieses Bauchspeicheldrüsen-Teils zur Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) kommen.

Vitamine: Durch die gestörte Fettverdauung ist auch die Aufnahme der fettlöslichen Vitamine A, D, E und K in Mitleidenschaft gezogen. Die meisten Patient:innen erhalten deshalb jeden Monat eine Injektion mit diesen Vitaminen. Auch die Aufnahme des wasserlöslichen Vitamins B12 kann aufgrund unzureichender Bauchspeicheldrüsenfunktion ungenügend sein.

1

Iss zur Entlastung des Verdauungssystems mehrere kleinere Mahlzeiten am Tag

2

Nimm (nach ärztlicher Absprache) Enzympräparate ein: zur Verwertung der Nährstoffe (vor allem Fett)

Tipp: Während jeder Mahlzeit und fetthaltigen Zwischenmahlzeit mit etwas Flüssigkeit einnehmen, um eine Vermischung mit der Nahrung zu ermöglichen.

Wenn ein Teil des Magens entfernt wurde, kann es sinnvoll sein, die Kapsel zu öffnen.

Bei magenerhaltender Operation benötigst du eventuell einen Magensäureblocker zur Wirkungsentfaltung der Enzyme.

Auch bei Bauchspeicheldrüsenerkrankungen ohne OP kannst du von einer Enzymeinnahme profitieren.

3

Vermeide Stoffwechselentgleisungen wie Über- und ganz besonders die gefährliche Unterzuckerung (wenn ein »pankreopriver« Diabetes mellitus [Typ 3c] vorliegt)

Dieser Diabetes sollte mit Insulin eingestellt werden (halte dich daher genau an die Anweisungen deines Arztes oder deiner Ärztin).

Informieren dich bei professionellen Ernährungsberater:innen über die Diätmaßnahmen.

Lerne Anzeichen einer beginnenden Unterzuckerung zu erkennen und führe Traubenzucker oder eine Zuckerlösung mit dir.

4

Frage deinen Arzt oder deine Ärztin, ob du die Vitamine A, D, E, K und B12 gespritzt bekommen musst.

Ernährung nach der Bauchspeicheldrüsen-OP
Eine Frau mit Krebs-Turban steht mit in den Hüften gestemmten Händen dar und ist frustriert. Im Hintergrund ist eine Klopapierrolle zu sehen.
Tipp
Ernährung
Alle Krebsarten
Seitdem du deine Krebstherapie bekommst, ist dein Darm träge und kommt nicht mehr in Schwung? Du fühlst dich dauerhaft so als hättest du ein Foodbaby? Wir haben für dich Empfehlungen, die deinen Darm sanft in seiner Arbeit unterstützen.

🥤 Unterstütze deinen Entleerungsreflex

Wie du trinkst, kann deinen Darm in Bewegung bringen. Trinke z.B. ein großes Glas kaltes Wasser oder Buttermilch auf nüchternen Magen oder zwischendurch in großen Schlucken. Das verstärkt deinen Entleerungsreflex. Außerdem ist es wichtig, dass du deine Getränke gleichmäßig über deinen Tag verteilst. Gegen Nachmittag solltest du etwa ¾ deiner täglichen Trinkmenge bereits getrunken haben.

🥛 Dein Darm liebt Sauermilchprodukte

Sauermilchprodukte wie (stichfester) Joghurt, Quark, Kefir und Buttermilch enthalten Milchsäurebakterien, die deinem Mikrobiom guttun und so deinen Darm in seiner Arbeit unterstützen. Versuche täglich zwei davon zu essen. Wie wäre es z.B. mit einem stichfesten Joghurt mit Beerenobst und einer Handvoll Walnüssen?

🍏 Lösliche Ballaststoffe machen deinen Stuhl weich

Es gibt zwei Arten von Ballaststoffen: Die Löslichen und die Unlöslichen. Beide sind wichtig bei Verstopfung – keine Frage, aber lösliche Ballaststoffe haben die Eigenschaft im Colon Wasser abzugeben und so deinen Stuhl gleitfähiger zu machen. Versuche deshalb regelmäßig genügend lösliche Ballaststoffe in deinen Tag einzubauen. Iss zum Beispiel Haferflocken, gemahlene Flohsamenschalen, Apfel, Beerenobst, Pflaumen, Karotten, Kohl, Pastinake oder Soja.

Erdbeeren, Blaubeeren und Joghurt.

🫐 Die Klassiker

Versuchs mit Trockenpflaumen oder Sauerkrautsaft. Das sind bewährte Hausmittel, um deinen Darm anzuregen.

Sauerkrautsaft und Pflaumen zur Unterstützung des Darms.

🧘🏻‍♀️ Entspann dich auf dem Klo

Dich stresst alleine der Gedanke an den Klogang schon? Versuche die Situation entspannter für dich zu gestalten. Mach dir Musik an, nimm dir ganz bewusst Zeit und sorge für eine gute Atmosphäre.

Wenn nichts mehr geht – Tipps bei Verstopfung
Eine Person mit einem Schnäuzer
Info
Zahlen & Fakten
Hodenkrebs
Prostatakrebs
Darmkrebs
No Shave November – Lass dir einen Bart wachsen! Es ist November oder @Movember. Der Monat, in dem es um die Gesundheit von Männern geht.🎗

Mit dem Spruch: »Lass dir einen Schnurrbart wachsen« werden die Männer zum Mitmachen aufgerufen und aufgerufen, sich einen Schnurrbart wachsen zu lassen. Außerdem werden für Gesundheitsprojekt in den Bereichen psychische Gesundheit, Selbstmordprävention, Prostatakrebs und Hodenkrebs gesammelt. 🎗🧔

Der »Movember« wurde 2003 von einer Gruppe junger Männer in Australien eingeführt. Seitdem gibt es jährliche »Movember«-Veranstaltungen, deren Ziel es ist – neben Spenden – Aufmerksamkeit auf die Gesundheit von Männern zu lenken.

Wusstest du, dass im Vergleich Männer durchschnittlich 5 Jahre früher sterben als Frauen? Die Gründe sind teilweise vermeidbar, weshalb es umso wichtiger ist, zu wissen, was man für seine Gesundheit tun kann.

  1. Verbringe mehr Zeit mit Menschen, die dafür sorgen, dass du dich gut fühlst.
  2. Rede mehr.
  3. Kenne den Krankheitsverlauf deiner Familie.
  4. Kenne deine Hoden. Einfach.
  5. Bewege dich mehr.

Auf der Website de.movember.com von kann man sich für die Aktion registrieren, um dann den 1. November glattrasiert zu beginnen. 💪

Movember – Männergesundheit
Eine Person spricht mit zwei weiteren Personen.
Tipp
Dokumente & Soziales
Alle Krebsarten
Manchmal braucht es einfach eine verlässliche Stimme am Telefon oder ein paar kompetent geschriebene Zeilen per E-Mail. Der Krebsinformationsdienst ist da – für Krebspatient:innen, Angehörige und alle, die Fragen rund um das Thema Krebs haben.

Den Gedankenstrudel stoppen …

Wer mit einer Krebserkrankung konfrontiert wird oder sich Sorgen um Angehörige macht, kennt das: Die Fragen nehmen kein Ende und Online-Recherchen führen schnell in einen Strudel aus widersprüchlichen Informationen und Unsicherheiten. Genau hier hilft das telefonische Angebot und der E-Mail-Service des Krebsinformationsdienstes – kompetent, einfühlsam und individuell auf deine Situation abgestimmt.

Unter der Telefonnummer
0800 – 420 30 40 oder per E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.de erreichst du kostenlos Ärzt:innen, die dir zuhören und weiterhelfen.

Besonders praktisch: Du kannst online sogar einen Rückruf-Service vereinbaren.

Was kann ich fragen?

Dir werden die unterschiedlichsten Fragen zu verschiedenen Therapieoptionen, Nebenwirkungen, medizinischen Begriffen oder dem Wechsel von Medikamenten beantwortet. Du kannst aber auch zu sozialrechtlichen Themen, zur Ernährung oder rund um die Krebsprävention Fragen stellen.

Damit du es dir besser vorstellen kannst, haben wir ein paar Beispiel-Fragen für dich gesammelt:

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Wie kann ich Nebenwirkungen lindern?

An wen kann ich mich in meiner Nähe wenden?

Was empfehlen die medizinischen Leitlinien und warum?

Ich bin HPV-positiv, was soll ich tun?

‍Kann ich mich gegen HPV impfen lassen, auch wenn ich über 18 bin?

Wie kommuniziere ich offen mit meinem Umfeld über Krebs?

Und falls einmal keine Antwort sofort parat ist: Das Team recherchiert gezielt für dich. Es bleibt keine Frage unbeantwortet.

Mit wem werde ich sprechen?

Hinter der Hotline und den E-Mail-Antworten stehen 31 Ärztin:innen mit viel Erfahrung und Herz – Menschen, die dir auf Augenhöhe begegnen. Sie kennen die Sorgen aus unzähligen Gesprächen und bringen neben Wissen auch echtes Mitgefühl mit, was heißt: Du bist nicht allein mit deinen Fragen oder Unsicherheiten. 🤗

Mitarbeiter:innen des Krebsinformationsdienst

Wir von Pathly finden: Dieser tolle Service verdient maximale Aufmerksamkeit und kann dir helfen, wieder Boden unter den Füßen zu bekommen. 💜

Disclaimer

Bitte beachte, dass der Krebsinformationsdienst keine ärztliche Beratung ersetzt.

Du hast Fragen zu deiner Krebserkrankung? – Der Krebsinformationsdienstes hilft dir weiter
Eine Frau mit kurzen, silbernen Haaren sitzt mit verschränkten Armen auf einer Bank und lächelt in die Kamera. Sie trägt einen blau gemusterten Blazer.
Info
Alltag
Alle Krebsarten
Am 24. Februar haben wir auf dem Krebsaktionstag in Berlin Prof. Dr. Jutta Hübner kennengelernt. Als ausgebildete Ärztin und Professorin für Integrative Onkologie am Universitätsklinikum Jena hat sie beruflich viel mit Krebspatienten zu tun. Wir freuen uns, dass wir sie für ein Interview gewinnen konnten, in dem sie uns einen Einblick in ihre Arbeit gibt.

Frau Hübner, Sie forschen bereits seit vielen Jahren zu krebsbezogenen Themen. Was macht den Schwerpunkt Ihrer Forschungen aus und wie genau gestaltet sich diese Arbeit?

Prof. Dr. Hübner: »Mein inhaltlicher Schwerpunkt ist der weite Bereich Integrative Onkologie, also Komplementärmedizin, Ernährung und Bewegung. In diesem Feld schauen wir uns an, was Patienten sich wünschen, was für Fragen auftreten und wie sie sich informieren. Wir gucken uns das auch auf der Seite der Ärzte und Pflegekräfte an. Wir schauen, was es für wissenschaftliche Nachweise gibt, wir analysieren also Studien kritisch und machen systematische Übersichtsarbeiten. Zunehmend forschen wir im Bereich Arzt-Patienten-Kommunikation. Dadurch wollen wir uns einen Überblick verschaffen, warum es für beide Seiten teilweise so schwierig geworden ist, gut zueinander zu finden. Und vor allem, um zu klären: Was können wir tun, um das zu verbessern?«

Welche Erkenntnisse haben Sie im Rahmen Ihrer Forschungen bereits erzielt? Und welche Fragen sind vielleicht auch unbeantwortet geblieben?

Prof. Dr. Hübner:  »Wenn wir uns zunächst den Bereich Integrative Onkologie anschauen, gibt es sehr viel Forschung zum Thema Sport. Sport ist eindeutig gesund für Patienten mit einer Krebserkrankung. Das muss nicht der klassische Sport sein, sondern nennen wir es besser Bewegung oder körperliche Aktivität. Dazu gehört auch, den eigenen Garten umzugraben oder das Blumenbeet zu pflegen. Körperliche Betätigung ist für jeden Patienten empfehlenswert, sollte aber immer an die individuelle Leistungsfähigkeit angepasst sein.

Zur Ernährung gibt es ebenfalls sehr viel Forschung. Dies ist aber schwieriger, weil es nicht so gut messbar ist. Sie können dem Menschen ja nicht den ganzen Tag hinterherlaufen, um zu gucken, was genau er macht. Und eigentlich wissen wir bereits ganz genau, worauf es ankommt, nämlich eine ausgewogene Ernährung. Diese ganzen Nahrungsergänzungsmittel braucht man dann mit wenigen Ausnahmen auch nicht. Hier sind wir mehr an Motivationsfragen interessiert: Was lesen Patienten, was für Informationen finden sie, wie gut fühlen sie sich informiert und was kann man tun, um Informationen zu verbessern? Aktuell muss man sagen, dass sehr viele Informationen über Ernährung – wissenschaftlich betrachtet – falsch sind. Fehlinformationen, gerade beim Thema Ernährung, können extrem gefährlich sein und zu einer Mangelernährung führen. Uns interessiert also sehr, was wir tun können, um die Qualität der Informationen zu verbessern und den Patienten zu schützen, auf falsche Informationen hereinzufallen. Denn für den Laien ist es oft sehr schwierig, den Unterschied zu erkennen.

Im Kerngebiet der Komplementärmedizin betreiben wir keine eigenständige klinische Forschung, schauen uns jedoch die Qualität anderer Veröffentlichungen sehr genau an. Leider ist das, was man generell so findet, also im Internet, Büchern, Broschüren und selbst in Fernsehsendungen, häufig von sehr schwacher bis falscher Qualität und Aussagekraft. Da müssen wir uns also auch wieder anschauen, was getan werden kann, um das zu verbessern. Wir wissen bereits, dass es vor allem darauf ankommt, Zusammenhänge laienverständlich gut zu erklären. Man kann Laien und Patienten sehr wohl Wissenschaft vermitteln, aber man muss es eben auch so machen, dass jeder ohne Fachbegriffkenntnis oder Grundlagenwissen es gut verstehen kann.«

Alternative Medizin und Komplementärmedizin werden oft verwechselt. Worin genau liegt der Unterschied zwischen diesen Begriffen?

Prof. Dr. Hübner: »Der Unterschied ist, dass alternative Medizin, wie es der Name schon sagt, ›anstelle von‹ beispielsweise einer Chemotherapie gegeben wird. Das ist Scharlatanerie und muss auch ganz klar so benannt werden. Sehr viel häufiger ist es jedoch in Deutschland so, dass der Patient sicherheitshalber ›zusätzlich‹ etwas macht, was nicht gut auf die eigentliche Therapie abgestimmt ist. So können Wechselwirkungen auftreten, was dazu führt, dass die Therapie schlechter wirkt. Oder die Zusätze lösen eigenständig einen Schaden aus. Ich bin durchaus ein Anhänger von Heilpflanzen, aber man muss auch wissen, dass einige im Einzelfall giftig wirken können. Vor allem bei aus dem Ausland importierten Präparaten gibt es Beimengungen von beispielsweise Schwermetallen oder Pestiziden. Das ist für mich auch alternative Medizin, weil es einfach schlechte Medizin ist.«

Sie würden also dazu raten, die Einnahme zusätzlicher Mittel vorher stets mit den behandelnden Ärzten abzusprechen?

Prof. Dr. Hübner: »Auf jeden Fall sollte man seine Ärzte informieren. Das ist nicht immer leicht, weil viele Ärzte mit einer Abwehrhaltung reagieren. Dann hat der Patient das Gefühl, nicht verstanden zu werden, und dann erzählt er es auch nicht. Man sollte es jedoch auf jeden Fall zumindest notieren lassen, damit Ärzte im Zweifelsfall dran denken. Ein Beispiel: Wenn die Leberwerte ansteigen, kann es entweder an der Chemotherapie liegen oder an dem, was der Patient noch zusätzlich macht. Mögliche Wechselwirkungen können allerdings nicht nur von Ärzten, sondern auch vom Apotheker gecheckt werden. Wenn man also das Gefühl hat, dass der Arzt nicht genug Zeit hat, dann kann man auch mit dem Arztbrief in eine Apotheke gehen und sich beraten lassen. Dabei müssen jedoch auch unbedingt an alle anderen Medikamente gedacht werden, Stichwort Diabetes oder Bluthochdruck.«

Die Wissenschaft, aber auch unsere Gesellschaft hat sich im Laufe der Jahre stark gewandelt. Haben Sie im Umgang mit der Thematik Krebs ebenfalls Veränderungen beobachten können?

Prof. Dr. Hübner: »Es ist grandios, wie sich das Thema Onkologie in den letzten Jahren verändert hat. Es ist immer noch ein bisschen ein Tabuthema. Nicht, dass man nicht darüber reden kann, dies haben ja auch viele promiente Menschen teilweise ganz bewusst getan. Aber es ist immer noch so, dass wenn das Wort Krebs fällt, im Kopfkino der Tod aktiv da ist. Und das ist ein Thema, was die meisten Menschen versuchen zu vermeiden. Krebs ist nicht mehr ein klassisches Tabuthema, aber es ist ein Vermeidungsthema. Da sind wir also nur ein Stückchen weitergekommen. Therapeutisch und auch bezüglich der Nebenwirkungen sind wir unheimlich viel weitergekommen. Die Kultur mit dem Umgang mit dem Fortschritt haben wir hingegen nicht ganz so schnell entwickelt. Wir wissen beispielsweise, dass es für eine bestimmte Krebssituation unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten gibt. Eine oder zwei davon halten wir Ärzte dann für die beste, weil sie die längste Überlebenszeit garantiert. Das ist aber nicht für jeden Patienten der entscheidende Punkt. Einige wollen bestimmte Nebenwirkungen partout nicht ertragen und sehen diese sogar als Ausschlusskriterium. Bezüglich einer ausführlichen Besprechung mit Patienten und dieser Kultur einer gemeinsamen Entscheidungsfindung habe ich inzwischen den Eindruck, dass wir da früher schonmal weiter waren, als wir es jetzt sind. So wird dem Patienten häufig nicht gesagt, dass es womöglich noch andere Handlungsmöglichkeiten gibt. Es wird auch nicht gefragt, welche Wertevorstellungen die betroffene Person hat, wonach sich die Therapiewahl dann richten könnte.«

Haben Sie eine Vermutung, woran das liegt?

Prof. Dr. Hübner: »Ja, da gibt es zwei Gründe. Grund Nummer eins ist der Zeitfaktor. Solch ein Gespräch ist nicht in fünf oder zehn Minuten machbar. Und jeder, der etwas anderes behauptet, hat es noch nie versucht. Der zweite Punkt ist, dass es inzwischen etliche Leitlinien und Zertifizierungen gibt. Solche Strukturen haben viele Vorteile. So kann sich der Patient bei einer zertifizierten Einrichtung sicher sein, dass er keinen Blödsinn angeboten bekommt. Das hat aber auch zur Folge, dass hinter einer Therapieempfehlung nicht mehr nur ein einzelner Arzt steht, welcher mit dem Patienten auch über andere Therapiemöglichkeiten nachdenken könnte. Stattdessen wird die Therapie einer Leitlinie entnommen oder bei einer Tumorkonferenz beschlossen. Und so ein Tumorkonferenzbeschluss wird wie ein Urteil gefällt. Dem Patienten wird dann gesagt: ›DAS müssen sie machen‹. Aus meiner Sicht ein Problem.«

Die fehlende Zeit der Ärzte für ein ausführliches Gespräch ist wahrscheinlich einer der Hauptgründe, weshalb Patienten bei der Krankheitsbekämpfung (zusätzlich zur leitlinienkonformen Therapie) aktiv werden und dazu regelmäßig auf das Internet als Ratgeber zurückgreifen. Welche Empfehlungen können Sie für eine selbstständige Recherche geben und welche Risiken gilt es zu beachten?

Prof. Dr. Hübner: »Aus der Forschung ist bekannt, dass der Deutsche im Erkennen von guter Information nicht gut ist, und dass er das auch weiß. Das heißt, man geht schon mit einer gewissen Unsicherheit da ran. Laien können Informationen im medizinischen Bereich auch nur schlecht bewerten, weil sie sich einfach nicht genug auskennen. Hier gibt es verschiedene Ansätze. Es gab mal HONcode, das war eine Zertifizierung von Webseiten. Außerdem gibt es kleine Checklisten, woran man gute Informationen und Webseiten erkennen kann. Das Durcharbeiten dauert dann aber auch mal zehn Minuten. Die Forschung zeigt, dass man, selbst wenn man die Webseite im Ergebnis für schlecht hält, davon beeinflusst wird. Sie merken sich die Infos nämlich trotzdem. Deswegen glaube ich, dass wir die Ärzte dahingehend nicht entlasten können. Die Arzt-Patienten-Kommunikation muss so gut sein, dass sich der Patient bloß noch ›zusätzlich‹ informiert. Man kann Patienten auch darauf schulen, dass sie eindeutige Merkmale für Unseriösität besser erkennen.«

Wäre eine Handlungsempfehlung, dass der Patient nicht allein das Internet durchforstet, sondern bestenfalls gemeinsam mit einer anderen Person?

Prof. Dr. Hübner: »Das ist eine sehr gute Idee. Da muss man sich aber vorher gut überlegen, wer das sein soll. Am besten jemand, der etwas Abstand zu dem Thema hat. Wenn ich zum Beispiel einen Familienangehörigen nehme, der genauso aufgeregt an die Sache herangeht wie ich, kann sich das schnell aufschaukeln. Selbsthilfegruppen oder psychosoziale Beratungsstellen können jedoch sehr hilfreich sein.«

(Angebliche) Erfolge bei der Krebsforschung werden immer wieder in den Medien thematisiert. Und natürlich interessiert uns ›Krebscommunity‹ dieses Thema ganz besonders. Wie lautet Ihre persönliche Prognose, welche Fortschritte im Bereich der Krebsprävention und -behandlung erwartet werden können?

Prof. Dr. Hübner: »Bezüglich der Prävention wissen wir, was wir tun müssen uns möglichst gesund verhalten. Dazu gehört der Sport, eine ausgewogene Ernährung, das Vermeiden von Rauchen und anderen giftigen Stoffen zu welchen auch Cannabis zählt und wenig Alkohol. Im Bereich der Therapie ist der Traum von allen Ärzten und Forschern, dass wir Medikamente finden, die wirklich nur die Krebszellen angreifen und nicht mehr die gesunden. Da bin ich ehrlich gesagt etwas skeptisch. Im Prinzip entstehen Krebszellen aus körpereigenen gesunden Zellen, und der Unterschied dazwischen ist nicht zu groß. Aber vielleicht gelingt es uns irgendwann, ihn doch zu erkennen und die Medikamente anzupassen. Bei der Krebsprävention weiß ich nicht, inwieweit es so gut ist, wenn man einem Baby zukünftig schon vorhersagen kann, in welchem Alter es an welcher Krebsart erkranken wird. Ob wir wirklich alles im Detail wissen wollen, das ist eine ethische Frage und keine medizinische. Hier würde ich mir einen intensiveren gesellschaftlichen Diskurs wünschen.«

Ein letzter Ratschlag oder Botschaft für Krebsbetroffene?

Versuchen Sie es zu schaffen, dass der Krebs nicht Ihr Leben komplett bestimmt, sondern SIE bestimmen Ihr Leben.

Komplementärmedizin, Ernährung und Bewegung – Ein Gespräch mit Prof. Dr. Jutta Hübner
Eine illustrierte Figur mit kurzen Haaren, die rennt. Um sie herum sind verschiedene Sportelemente, wie ein Springseil, Hanteln une ein Basketball.
Tipp
Bewegung
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Sport – ein Begriff, der unterschiedliche Reaktionen auslöst. Allein das Wort treibt einigen schon Schweißperlen ins Gesicht. Sei es, weil man an die Anstrengung (samt unzähliger Hitzewallungen als Krebsi) denkt oder ein schlechtes Gewissen hat. Andere wiederum freuen sich am Vortag schon auf ihren Sport und können schweißtreibende Aktivitäten kaum erwarten. 🥵 So oder so – den meisten von uns ist klar, ob gesund oder erkrankt, dass Sport wichtig für die Gesundheit, Gesunderhaltung oder Genesung ist. 💪

Wenn du an Krebs erkrankt bist, hörst du immer wieder von deinem Onkologie-Team, dass man durch Sport weniger Nebenwirkungen bei der Chemo und antihormonellen Therapie haben kann. Auch die Leistungsfähigkeit und Lebensqualität können durch sportliche Aktivitäten gesteigert werden, da die Organsysteme angeregt werden, das Gehirn beeinflusst, und somit der Körper besser durchblutet wird, was wiederum das Immunsystem stärkt und den Krebszellen das Überleben erschwert. Außerdem erhöht sich laut Expert:innen die Wahrscheinlichkeit für eine dauerhafte Heilung, die Gefahr eines Rückfalls reduziert sich hingegen.

Diese Fakten klingen vielversprechend, also los geht’s! Was ist aber, wenn ich nicht weiß, wie und wo ich anfangen soll beziehungsweise mich gar nicht fit genug dafür fühle?! 🤔

Das Wichtigste ist, wie ich aus eigener Erfahrung sagen kann, sich keinen Druck zu machen, auf deinen Körper zu hören und auszuprobieren. Jede Behandlung ist individuell und jeder startet mit unterschiedlichen Voraussetzungen.

Wenn du gerade in einer intensiven Therapiephase steckst, kann dein Körper manchmal nicht mehr als einen 10-30 minütigen Spaziergang absolvieren und das ist absolut okay. Du möchtest deinen Körper auch nicht überlasten. Und wenn es dir gut geht, ist auch ein längerer Spaziergang oder eine kleine oder größere Sporteinheit möglich.🚶🏻‍♂️‍➡️ Oft ist es einfach tagesformabhängig, was machbar ist. Sprich am allerbesten mit deinem Onkologie-Team oder Allgemeinarzt oder -ärztin ab, was für dich ratsam ist.

Nach beendeter Therapie bietet sich eine Anschlussheilbehandlung an, die drei bis vier Wochen dauert. Normalerweise erfolgt sie stationär in einer Rehaeinrichtung. Du hast dabei mit Profis wie Physiotherapeut:innen zu tun, die dich auf deinem Weg zur körperlichen Fitness begleiten und unterstützen. Zu Beginn wird ein individueller Plan mit dem behandelnden Arzt oder Ärztin erstellt, wobei du auch Wünsche, wie zum Beispiel viele sportliche Aktivitäten, in den Plan aufzunehmen oder äußern kannst.

Wenn du eine solche Reha nicht in Anspruch oder nach einer solchen mit dem Sport weitermachen möchtest, kommen hier drei Tipps:

👯‍♀️ Kleine Einheiten

Starte am besten klein, auch gerne spontan. Das Tanzen zu ein bis drei Lieblingsliedern gilt übrigens auch als Einheit. Oder wie wäre es mit einer kleinen Sporteinheit mit deinem:r Lieblingssportinfluencer:in auf YouTube? ›Lauralamode‹, die vor zwei Jahren am Hodgin-Lymphom erkrankte, bietet unter anderem knackige Pilatesworkouts an. Oder hast du schon zu Pamela Reifs 10-minütigen Dance Workouts getanzt?

🚵🏻‍♀️ Ausprobieren

Das gilt für deine Tagesform als auch Sportarten. An manchen Tagen fühlst du dich möglicherweise sehr leistungsfähig, an anderen nicht. Wenn du dir an einem Tag Joggen vorgenommen hast, die Beine sich aber schwer fühlen, steig stattdessen doch auf dein Rad um. Oder gibt es eine andere Sportart, die du schon immer einmal ausprobieren wolltest?

👀Trainingspartner:in suchen

Das hat mehrere Vorteile: Zum einen fällt es einem leichter sich aufzuraffen, zum anderen macht es mehr Spaß und ein Shake zur Belohnung danach schmeckt umso besser. Wen hast du als potentielle:n Trainingspartner:in im Blick?🤼

Die Sache mit dem Sport während der Therapie
Illustration eines Kalenders mit der Zahl 2024 drauf steht.
Motivation
Alltag
Alle Krebsarten
Wer kennt es nicht: Das neue Jahr steht vor der Tür und wir haben uns wieder Vorsätze gesetzt. Nächstes Jahr wird alles besser! 💪 Vielleicht fühlst du dich die ersten Tage noch super motiviert. Aber spätestens, wenn der Alltag wieder in Schwung kommt, können uns unsere Vorsätze schnell stressen. Wir werden frustriert, weil wir nicht dran bleiben. Und dann geben wir sie auf. 😓 Vielen geht es so, es liegt also nicht an dir!

Vorsätze sind neue Gewohnheiten, die erst etabliert werden wollen. Und das braucht Zeit! ⏳

Wir geben die hier ein paar Tipps, wie es vielleicht dieses Jahr mit deinen Vorsätzen klappt:

Sei realistisch
Setze dir lieber kleine, machbare Ziele. Kleine, erreichbare Schritte helfen dir, immer weiter dranzubleiben. 👣

Priorisiere deine Selbstfürsorge
Setze DICH in den Mittelpunkt. Nur, wenn du Kraft hast, kannst du etwas verändern. Nimm dir zum Beispiel vor, regelmäßige Pausen einzuplanen, bewusst zu entspannen, dir Zeit für Schönes zu nehmen. 💜

Formuliere Zeiten flexibel
Sei nicht zu streng mit den Zeiten, die du dir setzt. Die Umstände können sich ändern, und es ist wichtig, sich an neue Realitäten anzupassen, ohne sich selbst abzuwerten.✨

Lass dich unterstützen
Setze dir den Vorsatz, aktiv Unterstützung anzunehmen. Familie, Freunde und professionelle Hilfe können wertvolle Ressourcen sein, um Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen. 🤝

Du darfst Vorsätze neu ausrichten
Plane regelmäßige Reflexionszeiten ein, um deine Ziele zu überdenken. Es ist in Ordnung, Ziele anzupassen oder zu ändern, wenn sich deine Bedürfnisse oder Umstände ändern. ✍️

Plane kleine Freuden in deinen Alltag ein
Integriere regelmäßig kleine Freuden in deinen Alltag. Das können einfache Aktivitäten oder Rituale sein, die Freude und positive Energie bringen. 🥰

Wenn es mal holprig wird, denk daran: Jeder Tag ist ein Schritt näher zur fest verankerten Gewohnheit! Sei freundlich zu dir: Du tust das, was du gerade kannst! 🌈 💜

Wie es vielleicht 2024 mit deinen Vorsätzen klappt
Frau die sich ans Herz fasst und erleichtert aussieht
Tipp
Gefühle & Achtsamkeit
Alle Krebsarten
Oft wird Akzeptanz als Resignation oder Untätigkeit verstanden: Einfach nur hinnehmen und sich mit der Situation abfinden. Aber das ist nicht mit Akzeptanz gemeint. Akzeptanz bedeutet »Raus aus der Opferrolle!« und ist ein wichtiger Schlüssel zu mehr Resilienz, unserer Fähigkeit schwierige Situationen und Veränderungen zu meistern.

Die Diagnose Krebs ist für Betroffene und Angehörige ein Schock und auch die Zeit des Behandlungsverlaufs eine Achterbahnfahrt der Gefühle: Wut, Verzweiflung, Zuversicht, Entschlossenheit, Enttäuschung … alles ist dabei. Die Verarbeitung davon bedeutet seelische Schwerstarbeit.1

Wehren wir uns innerlich gegen diese Gefühle, werden sie immer stärker und verfolgen uns in unseren Gedanken. Sie wollen Aufmerksamkeit. Bekommen sie die nicht, werden sie lauter und lauter und wir fühlen uns immer schwächer.

Versuchen wir aber, diese Gefühle bewusst wahrzunehmen und ihnen z. B. durch Gespräche, Musik, Malen, Schreiben, Bewegung und auch Weinen Ausdruck zu verleihen, werden sie leiser. Sie sind natürlich noch da und das soll auch genau so sein. Denn nur so können wir Veränderungsprozesse verarbeiten. Und auch wenn es abgedroschen klingt und wir es oft nicht mehr hören können: Mit Geduld und Verständnis FÜR UNS SELBST entwickeln wir eine innere Stärke zur Bewältigung der Krise.

Akzeptieren heißt auch, nicht alles allein tragen zu müssen! Wir dürfen und sollen Unterstützung annehmen und damit auch das Gefühl, einfach mal nicht stark zu sein und uns helfen zu lassen.

Wie akzeptieren helfen kann
Das Pathly-Kätzchen beim Fallschirmspringen.
Motivation
Gefühle & Achtsamkeit
Alle Krebsarten
Was bedeutet »Mut«? Ist Mut überhaupt ein Gefühl und wann sind wir mutig? Obwohl wir oft sagen »ich fühle mich mutig«, ist Mut eher eine Fähigkeit als ein Gefühl. Aber sie ist stark mit einer Grundemotion verbunden, die wir alle kennen – der Angst. Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern begleitet uns, wenn wir uns mit unseren Ängsten konfrontiert sehen oder versuchen, sie zu überwinden.

Bist du oder ein geliebter Mensch an Krebs erkrankt, werden wir mit einer der größten Ängste konfrontiert, die es gibt – unserer Vergänglichkeit. Wie mit vielen Dingen, die uns Angst machen, versuchen wir nicht allzu oft oder gar nicht darüber nachzudenken. Wer denkt schon gerne über den Tod nach? Doch eine Erkrankung rückt viele wichtige Fragen in den Vordergrund:

  • Werde ich oder Menschen, die mir nahestehen, daran sterben?
  • Glaube ich an ein Leben nach dem Tod? Glaube ich überhaupt an einen höheren Sinn?
  • Was passiert, wenn ich sterbe? Wird es schmerzvoll sein oder ist es wie Einschlafen?
  • Habe ich mein bisheriges Leben so gelebt, wie ich es mir immer gewünscht habe? Wenn nicht, warum eigentlich nicht?
  • Gibt es etwas, was ich schon immer tun wollte? Warum habe ich es bisher noch nicht getan?

Mut bedeutet, sich seinen Ängsten zu stellen. Mutig ist es, sich mit diesen wichtigen Fragen auseinandersetzen – ob mit oder ohne Krankheit. Dabei muss Mut nicht immer eine große Geste beinhalten. Auch kleine Handlungen können mutig sein: um Hilfe bitten,  »Nein« sagen oder einen kleinen Baby-Schritt aus der Komfortzone wagen. 💪🏋️

Was bedeutet Mut? Ist Mut überhaupt ein Gefühl und wann sind wir mutig?
Wir sollten viel öfter einen Mutausbruch haben!
Ein junger Mann fasst sich grübelnd an das Kinn, während er über Bürokratie nachdenkt.
Checkliste
Dokumente & Soziales
Alle Krebsarten
Bürokratie, Rechte, Hilfsangebote – Was du nach der Diagnose Krebs wissen solltest! Wäre die Diagnose Krebs nicht schon überfordernd genug, kommen mit der Diagnose auch noch eine Menge Papierkram und Bürokratiechaos auf dich zu. Wir wollen dieses Chaos ein bisschen aufräumen und geben dir praktische Tipps, was du machen solltest und an welchen Stellen du Hilfe bekommst.

🪪 Was übernimmt eigentlich die Krankenkasse?

Die Krankenkassen übernehmen in der Regel die Behandlungskosten von Krebspatient:innen.

  • Um einen Taxischein zu bekommen, zum Beispiel um zur Chemo oder zur Bestrahlung zu kommen, kannst du einen Antrag bei deiner Krankenkasse stellen. In diesem Antrag solltest du die Gründe für die Notwendigkeit eines Taxischeins erläutern und gegebenenfalls ärztliche Bescheinigungen beifügen.
  • Einen Antrag auf Krankengeld stellst du bei deiner Krankenkasse, wenn die Entgeldfortzahlung durch deine:n Arbeitgeber:in beendet ist. Diese endet nach einer Arbeitsunfähigkeit von sechs Wochen.
  • Wenn deine Ausgaben für Medikamente und medizinische Hilfsmittel die Höhe von 2 % deines Bruttoeinkommens überschreiten, kannst du eine Zuzahlungsbefreiung bei deiner Krankenkasse beantragen. Bei chronisch Kranken liegt diese Grenze bei 1 %. Bewahre dafür am besten alle Kassenzettel auf.

🎓 Du bist Student:in und nun?

Du kannst entscheiden, ob du das Studium pausierst oder nebenbei weiter studierst. Manchmal kann das auch eine willkommene Ablenkung sein. Wir haben ein paar hilfreiche Tipps und Möglichkeiten für das Studium mit Krebs für dich gesammelt.

  • Das Urlaubssemester kannst du selbstständig beantragen. Konkret bedeutet das, dass diese Semester nicht als Fachsemester mitgezählt werden. Man bleibt also bei der jeweiligen Hochschule eingeschrieben, ohne Studien- oder Prüfungsleistungen zu erbringen. Dabei muss jedoch beachtet werden, dass der Anspruch auf BAföG-Leistungen mitunter entfällt. Stattdessen kann allerdings Arbeitslosengeld II bei einem Studienausfall unter sechs Monaten oder Sozialhilfe bei einer längeren Pausierung beantragt werden.
  • Je nach Einkommen kannst du Wohngeld beantragen.
  • Erstattungen geltend machen, z.B. beim Fitnessstudio, falls du dort aufgrund der Therapie nicht hingehen kannst.
  • Nimm Steuervorteile bei einem Grad der Behinderung wahr.
  • Mach dich zu den Themen Familienversicherung und Kindergeld auch nach dem 25. Geburtstag schlau.
  • Der Nachteilsausgleich kann dir als Krebspatient:in Erleichterungen während des Studiums ermöglichen, zum Beispiel die Befreiung von Anwesenheitspflichten oder mehr Zeit für Hausarbeiten und Klausuren ermöglichen. Beim Studierendenwerk findest du weitere Infos über das Antragsverfahren.

Zusätzliche Informationen findet ihr übrigens auch auf der Webseite »www.junge-erwachsene-mit-krebs.de«, wo eine ganze Rubrik dem Thema Studium und Krebs gewidmet ist.

🏥 Wie ist das eigentlich mit der AHB und Reha?

Die Erstbehandlung der Krebstherapie ist abgeschlossen. Und wie geht es jetzt weiter?

Die meisten Krebspatient:innen haben nach der abgeschlossenen Primärbehandlung Anspruch auf eine onkologische Reha. Durch spezielle Rehabilitationsmaßnahmen soll diese ihnen helfen, wieder zurück in den gewohnten Alltag zu finden, die Erholung fördern und Langzeitschäden vorbeugen. Eine solche Reha findet entweder stationär oder ambulant in einer fachspezifischen Rehaklinik statt und ist lediglich freiwillig und nicht verpflichtend. Eine Reha kann auch direkt im Anschluss an die Primärbehandlung erfolgen. Das nennt sich dann »Anschlussheilbehandlung« (AHB). Die Kosten dafür trägt meist die Deutsche Rentenversicherung, bei der vor der Behandlung ein Antrag eingereicht werden muss. Deine ersten Ansprechpartner:innen sind die behandelnden Ärzte und Ärztinnen, sowie offizielle Krebsberatungsstellen.

💡 Tipp: Auf der Website der Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs findest du Rehakliniken, die sich speziell an junge Erwachsene richten.

🩼 Wie ist das mit dem Grad der Behinderung?

In der Regel steht jeder an Krebs erkrankten Person das Anrecht auf einen Grad der Behinderung (GdB) zu. Die Bewilligung erfolgt, wenn festgestellt werden kann, dass die Betroffenen täglich im Alltag eingeschränkt sind, die voraussichtlich länger als 6 Monate bestehen. Einen GdB beantragst du in der Regel beim zuständigen Versorgungsamt, hier kann es regional Unterschiede geben. Ein Antrag muss ausgefüllt und mit ärztlichen Nachweisen beigefügt abgegeben werden. Unterstützung bei der Beantragung bekommst du zum Beispiel bei der Pflegeberatung deiner Klinik.

Der GdB kann verschiedene Vorteile haben wie Steuervergünstigungen, Parkerleichterungen, arbeitsrechtliche Vorteile wie Kündigungsschutz oder zusätzliche Urlaubstage sowie Vergünstigungen in den verschiedensten Bereichen. Die Art der Vorteile hängt vom Grad der Behinderung und eventuellen Merkzeichen ab.

📃 Wie kann ich meine Angehörigen schützen?

  • Die Patientenverfügung bezieht sich auf medizinische Maßnahmen. Sie ist für Situationen gedacht, in denen du ärztlich behandelt werden musst, selbst aber keine Entscheidung mehr treffen kannst. In diesem Dokument legst du selbst fest, wie im Ernstfall nach deinen Werten und Vorstellungen zu handeln ist. Dein:e Betreuer:in oder Bevollmächtigte:r ist in diesem Fall dafür zuständig, dass diesem Wunsch auch entsprochen wird.
  • Mit einer Vorsorgevollmacht benennst du eine Vertrauensperson, die alle wichtigen Angelegenheiten deines alltäglichen Lebens für dich regelt, solltest du dazu nicht in der Lage sein. Dabei kann es z.B. um deinen Mietvertrag gehen, dein Bankkonto, deinen Handyvertrag, aber auch um medizinische Angelegenheiten wie die Aufhebung der ärztlichen Schweigepflicht gegenüber dieser Person. Eine notarielle Beglaubigung ist allgemein nicht zwingend notwendig, wird aber empfohlen, gerade wenn das Dokument auch gegenüber Banken und Behörden verwendet werden soll.
  • Nach deutschem Recht können nicht automatisch unsere nächsten Angehörigen für uns Entscheidungen treffen, falls wir selbst dazu nicht in der Lage sind. Dies gilt nur für Minderjährige. Daher bestimmt im Ernstfall ein Gericht einen rechtlichen Betreuer. Mit der Betreuungsverfügung kannst du im Voraus festlegen, wen das Gericht als rechtliche:n Betreuer:in bestimmen soll, oder auch, wer auf keinen Fall in Frage kommt. Eine Betreuungsverfügung kann mit einer Vorsorgevollmacht verbunden werden und tritt dann in Kraft, wenn – aus welchen Gründen auch immer – die Vorsorgevollmacht nicht wirksam ist.

🕖 Wie kann ich als Angehörige:r Beruf und Pflege miteinander vereinbaren?

  • Das Pflegeunterstützungsgeld hilft bei einer kurzzeitigen Arbeitsverhinderung von bis zu 10 Arbeitstagen, dies kann in einer akuten Pflegesituation beantragt werden. Ein rechtlicher Anspruch besteht unabhängig von der Anzahl der Mitarbeitenden.
  • Mithilfe der Pflegezeit können sich nahe Angehörige bis zu sechs Monate teilweise oder vollständig freistellen lassen. Voraussetzung dafür ist, dass Betroffene in häuslicher Umgebung gepflegt werden und einen Pflegegrad von 1 bewilligt wurde. Ein rechtlicher Anspruch besteht bei einer Betriebsgröße von mindestens 15 Mitarbeitenden.
  • Wenn sechs Monate nicht reichen, kann die Familienpflegezeit beantragt werden, diese ermöglicht eine Freistellung von bis zu 24 Monaten. Auch hier wird mindestens ein Pflegegrad von 1 vorausgesetzt. Es besteht eine Mindestarbeitszeit von 15 Stunden pro Woche. Ein rechtlicher Anspruch besteht bei einer Betriebsgröße von mindestens 25 Mitarbeitenden.

🔮 Wie ist das eigentlich nach der Therapie?

Während der Wiedereingliederungsphase bist du krankgeschrieben. Aus diesem Grund übernimmt im besten Fall deine Krankenkasse, Renten- oder Unfallversicherung dein Einkommen, bis du genesen bist. Jedoch hast du darauf nur einen Anspruch, wenn du auch etwas eingezahlt hast. Es gibt Wege und Möglichkeiten, die dir den Weg zurück in den Alltag erleichtern. Das Hamburger Modell hilft dir dabei, nach einer Krebserkrankung Stück für Stück zurück in deinen Berufsalltag zu finden. Um das machen zu können, musst du erstmal deine Belastbarkeit von einem Arzt oder einer Ärztin überprüfen lassen. Das geschieht in Zusammenarbeit mit deinem:er Arbeitgeber:in.

☝️ Achtung!

Falls du dich noch nicht arbeitsfähig fühlst, solltest du besonders Achtsam sein, dass du nicht voreilig langfristig arbeitsunfähig geschrieben wirst und unfreiwillig in der Erwerbsminderungsrente landest.

Härtefond

Die Deutsche Krebshilfe bietet Krebspatient:innen, die durch ihre Erkrankung in finanzielle Not geraten sind, finanzielle Unterstützung an.

Die Bürokratie-Checkliste für nach der Diagnose
Ein Elternpaar schaut besorgt auf ihr Kind und suchen nach den richtigen Worten.
Tipp
Gefühle & Achtsamkeit
Alle Krebsarten
Eine Krebserkrankung ist für jedes Familienmitglied eine Herausforderung. Mit der Diagnose wird eurer Leben auf den Kopf gestellt. Als Elternteil stellst du dir unweigerlich die Frage: Soll ich es meinem Kind erzählen? Wenn ja, wie? Kinder sind sehr feinfühlig und spüren, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Umso wichtiger ist es, dass du dein(e) Kinde(r) mit einbeziehst und ihnen behutsam erklärst wie das mit dem Krebs ist. Offenheit und Ehrlichkeit gibt Kindern die Sicherheit, sich dir in dieser schweren Zeit anzuvertrauen. So kann ein gemeinsamer Weg und Umgang mit dieser neuen Situation gefunden werden.

💭 Ist Krebs ansteckend? Ist Krebs ein Tier? Tut Krebs weh? Wie geht Krebs weg?

Es wird viele Fragen geben, die dein(en) Kinder(n) durch den Kopf gehen werden. Gib dein(en) Kinder(n) den Raum dir Fragen zu stellen. Dumme Fragen gibt es nicht. Kindgerechte Bücher wie »Was ist das mit Krebs« können dir dabei helfen, deinem Kind zu erklären, was Krebs eigentlich ist. Durch bildliche Darstellung wird anschaulich erklärt, was eigentlich im Körper passiert.

💡 Auf der Internetseite der Deutschen Krebshilfe gibt es einige tolle Erklärvideos für Kinder: https://www.krebshilfe.de/blog/kindern-krebs-erklaeren

⏳ Wann ist der beste Zeitpunkt?

Den einen, besten Zeitpunkt gibt es wahrscheinlich nie. Wichtig ist es, dass du dich nicht unter Druck setzt und dir Zeit nimmst. Warte ab, bis du die endgültige Diagnose hast. Lass es sacken und atme erstmal tief durch. Wenn du dich dazu bereit fühlst, sprich so früh wie möglich mit deine(n) Kind(ern) und erklär ihnen wie sich euer Alltag verändern wird. Informiere wichtige Kontaktpersonen, Erzieher:innen oder Lehrer:innen über deine Erkrankung, damit sie deine(n) Kind(ern) entsprechend zur Seite stehen können.

❌ Mach keine Versprechungen

Vermeide Versprechungen wie »Ich werde ganz schnell wieder gesund«. Kinder orientieren sich häufig an uns Eltern. Wenn wir offen über unsere Ängste und Gefühle sprechen, lernen sie auch über ihre Ängste zu sprechen. Sei ehrlich, Kinder müssen aber nicht alles bis ins kleinste Detail wissen. Das, was du erzählst sollte allerdings die Wahrheit sein. Je älter dein(e) Kind(er) sind, desto mehr Details kannst du ihnen erklären. Trotz alledem musst du nicht alles auf einmal erzählen. Erzähl deinem Kind von Situation zu Situation, was mit dir passiert. Ereignisse die weiter in der Zukunft liegen, können Kinder verunsichern. Versucht euren Alltag so normal, wie möglich zu gestalten: Das Leben im »Hier und Jetzt« kann euch Halt für dieser schwere Zeit geben.

🤝 Lass dir helfen!

Du kannst und muss nicht alles alleine bewältigen. Es gibt verschiedene Hilfsangebote, auf die du zurückgreifen kannst:

🏥 Frag nach Psychoonkologischen und Sozialen Beratungsangeboten in deiner behandelnden Klinik.

💻 Recherchiere nach regionale Beratungsstellen (z.B. die Berliner Krebsgesellschaft), diese können dich in deiner individuellen Situation unterstützen und begleiten.

👩‍⚕️ Wende dich an ein:e Kinder- oder Jungendpychotherapeut:in.

💡 Das Projekt Familienzeit schenkt krebsbetroffenen Familien eine Auszeit: https://www.berliner-krebsgesellschaft.de/leben-mit-krebs/familienzeit/

🥴 Jedes Kind reagiert unterschiedlich auf die Diagnose Krebs

Kinder reagieren, je nach Alter, ganz unterschiedlich auf die Krebserkrankung eines Elternteils. Kleine Kinder haben häufig Schuldgefühle und geben sich selbst die Schuld, weil sie denken etwas falsch gemacht zu haben. Viele Kinder haben Angst vor Trennungen oder dem Tod des betroffenen Elternteils. Jugendliche und ältere Kinder ziehen sich gerne zurück oder sind aggressiver und emotionaler als vor der Diagnose. Auch körperliche Beschwerden können eine Reaktion auf die Erkrankung sein, zum Beispiel Schlafprobleme, Bauchschmerzen, Essstörungen, Kopfschmerzen und Konzentrationsprobleme.

📍Finde deine Community

Du bist nicht allein! Etwas, was du nach der Diagnose Krebs nicht vergessen solltest. Versuch dich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Auf Facebook gibt es Gruppen von Krebspatient:innen für Krebspatient:innen, du findest Blogger:innen und gemeinnützige Organisationen auf Instagram. Zu guter Letzt gibt es natürlich auch noch Selbsthilfegruppen, in denen du anderen Betroffene kennenlernen kannst.

💡 Der Verein »Hilfe für Kinder krebskranker Eltern e.V.« hat Informationsmaterial für Kinder und Jungendliche: https://www.hkke.org/broschueren/
Wie sag ich es meinen Kindern? Das mit dem Krebs.
Illustration einer Achterbahn mit Bergen im Hintergrund und Wolken im Vordergrund
Info
Gefühle & Achtsamkeit
Alle Krebsarten
Die plötzliche Krebsdiagnose oder der Verlust eines geliebten Menschen trifft uns oft unvorbereitet. Das Resultat ist häufig eine Achterbahn der Gefühle aus Trauer, Angst, Hoffnungslosigkeit und Wut.

Doch was, wenn man auf einmal gar nichts mehr fühlt? Gefühllosigkeit ist keinesfalls ein Zeichen von Gleichgültigkeit. Viel mehr ist diese neue Situation so überwältigend, dass wir erstmal lernen müssen, damit umzugehen. Zudem kann Gefühllosigkeit auch ein Schutzmechanismus deines Körpers sein, um emotionale Überforderung abzuwehren.

Der Umgang mit Gefühlen ist sehr individuell. Solltest du also manchmal im Rahmen deiner Therapie oder bei der Begleitung eines geliebten, erkrankten Menschen nichts zu fühlen scheinen, ist das völlig normal. Gib dir die Zeit, die Situation zu verarbeiten. Tausche dich mit anderen Menschen dazu aus. Und wenn du bei Freunden und Familie dasselbe wahrnimmst, hab Verständnis dafür, anstatt sie zu verurteilen.

Einzige Ausnahme: Wenn das Gefühl mehrere Wochen andauert, könnte es ein Anzeichen für Depression sein. Bitte suche dir in dem Fall professionelle Hilfe und gehe auf deinen Arzt oder Therapeuten zu.
Wenn die Achterbahn der Gefühle auf einmal stillsteht. 🎢
Pinke Brustkrebsschleifen
Info
Zahlen & Fakten
Brustkrebs
Trotz unseren medizinischen Fortschritts und zahlreicher Forschungen, sind noch nicht alle Ursachen von Krebs grundlegend erforscht. Bei der Entstehung von Krebs spielen unterschiedliche Faktoren eine Rolle.

1. Hormonelle Faktoren

Das weibliche Hormon Östrogen gilt als ein Faktor, der das Brustkrebsrisiko beeinflusst. Ein erhöhtes Risiko kann also in diesem Zusammenhang bestehen …

für Personen, die bei ihrer ersten Regelblutung sehr jung waren.

durch die langjährige Einnahme der Antibabypille (10-15 Jahre), wobei diese aber womöglich das Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken, senkt.

für weibliche Personen, die bei der Geburt ihres ersten Kindes, älter als 35 Jahre alt sind.

für weibliche Personen, die keine Kinder bekommen.

2. Gene

Rund 5–10% aller Brustkrebsfälle sind erblich bedingt. Das BRCA-1-Gen oder BRCA-2-Gen (»breast cancer genes«) weisen Mutationen auf, also vererbbare genetische Veränderungen. Weibliche Personen mit dieser Mutation haben ein erhöhtes Risiko an Brustkrebs zu erkranken. Gerade wenn Brust- und Eierstockkrebs häufiger in der Familie auftreten, kann man sich bei einer genetischen Beratung, in einer Spezialsprechstunde für familiären Brust- und Eierstockkrebs, Klarheit verschaffen.

3. Brustdichte

Jede Brust besteht zu unterschiedlichen Anteilen aus Fett -und Drüsengewebe. Ganz allgemein kann man sagen: Je mehr Drüsengewebe, desto höher die Brustdichte. Mit der Zeit kann sich dieser Anteil und damit die Brustdichte verändern. Bekannt ist, dass mit zunehmender Brustdichte sich auch das Risiko für eine Brustkrebserkrankung erhöht. Bei der Früherkennung helfen hier zusätzliche Ultraschalluntersuchungen.

4. Strahlentherapie

Therapeutische Röntgenbestrahlungen jeglicher Art (zum Beispiel Mammographien, CTs) erhöhen ebenfalls das Brustkrebsrisiko. Besonders im Kindes- und Jugendalter. Abhängig ist das Risiko von der Dauer und dem Volumen der Bestrahlung. Doch um ein mögliches Mammakarzinom so früh wie möglich zu erkennen, starten die Früherkennungsscreenings bei Betroffenen in der Regel bereits ab 25 Jahren.      

4. Unsere Lebensweise

Wie bei vielen anderen Krebsarten auch, spielt die Lebensweise bei Brustkrebs eine wichtige Rolle. Im Gegensatz zu den zuvor genannten Risikofaktoren, haben wir auf unsere Lebensweise einen Einfluss und können aktiv etwas tun, um das Brustkrebsrisiko zu reduzieren, nämlich:  

Keinen Alkohol. Oder wenn schon, dann nur in Maßen.

Nicht rauchen.

Eine ausgewogene, bewusste und fettarme Ernährung.

Regelmäßige Bewegung im Alltag. Je nach Dauer und Intensität kann ein regelmäßiges Training das Brustkrebsrisiko sogar um 20–80% reduzieren.

Mögliche Ursachen für Brustkrebs
Reh mit roter Nase. Es schneit im Hintergrund
Tipp
Gefühle & Achtsamkeit
Alle Krebsarten
Brrrrrrr. Es ist Winter: dunkel, grau und kalt. Die Tage werden kürzer und kürzer, wir werden immer müder und müder. Der Winter drückt bei vielen Menschen die Stimmung und kann zu Antriebslosigkeit, Müdigkeit und Unausgeglichenheit führen. Der Fachbegriff dafür ist die sogenannte saisonal bedingte Depression. Das klingt ziemlich dramatisch, deswegen lasst es uns doch einfach den Winterblues nennen.

Trotzdem ist der Winterblues kein Zuckerschlecken und kann deine Lebensqualität deutlich beeinträchtigen. Der Hauptgrund für dieses alljährliche Tief ist mangelndes Tageslicht. Die Sonne scheint weniger, wir gehen seltener an die Frische Luft und das führt dazu, dass dein Körper weniger Serotonin (das sogenannte Glückshormon) produziert. Je weniger Tageslicht wir abbekommen, desto mehr Melatonin (ein Hormon, das für unseren Tag-Nacht-Rhythmus zuständig ist und schlaffördernd wirkt) schüttet unser Körper aus und das macht nun mal einfach müde.

Wir haben 6 Tipps für dich zusammengestellt, um den Winterblues Schachmatt zu setzen.

1

🌳 Geh an die frische Luft
Auch wenn der Himmel grau und wolkig ist, kann dir Tageslicht dabei helfen mehr Serotonin zu produzieren. Mach also täglich einen Spaziergang und verbring Zeit an der frischen Luft.

2

🪟 Setz dich ans Fenster
Wenn du häufig in geschlossenen Räumen bist, sei es auf der Arbeit, in der Universität oder zu Hause, versuch dir einen Platz am Fenster zu suchen, um mehr Tageslicht abzubekommen.

3

🛁 Nimm dir Zeit für dich und gönnt dir dein Wohlfühlpaket
Tue dir etwas Gutes und versuch dir Momente zu schaffen, in denen du dich wohlfühlst. Das kann zum Beispiel ein heißes Bad sein, eine Gesichtsmaske, ein Besuch im Spa oder in der Sauna.

4

👯‍♀️ Verbring Zeit mit Freunden und Familie
Verbring Zeit mit deinen Freunden, deiner Familie und nimm dir Zeit für deine Hobbys, denn das Zusammensein mit deinen Lieben kann sich sehr positiv auf dein Wohlbefinden ausüben. Also, zieh dich nicht zurück und plane das nächste Treffen mit deinen Liebsten. Auch gemeinsames Pläne schmieden kann sich positiv auf deine Stimmung auswirken.

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☀️ Vitamin D
Zu wenig Tageslicht kann dazu führen, dass dein Körper zu wenig Vitamin D (das Sonnenvitamin) produziert. Deswegen kann es sinnvoll sein, deinen Vitamin D Spiegel von deinem Arzt oder deiner Ärztin kontrollieren zu lassen, um einen Mangel auszuschließen. Dein Arzt oder deine Ärztin kann dann die richtige Dosierung mit dir absprechen.

Achtung: Der Bluttest selbst wird in der Regel leider nicht von der Krankenkasse übernommen und kostet zwischen 20 und 30 Euro.

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📆 Gestalte deinen Alltag
Manchmal neigen wir dazu unserem Winterblues nachzugeben und unsere Zeit auf dem Sofa zu verbringen, nichts zu tun und Trübsal zu blasen. Tägliche Rituale und Struktur können dir dabei helfen, dem Winterblues entgegenzuwirken. Nimm dir Zeit für gesundes, ausgiebiges Frühstück, einen Spaziergang und versuch dich regelmäßig zu bewegen. Auch ein kleines Ritual vor dem Schlafengehen kann helfen, um entspannter einschlafen. Du kannst dir zum Beispiel einen warmen Tee machen und dir drei Dinge aufschreiben, für die du an diesem Tag dankbar bist. So kannst du deinen Tag mit warmen Gedanken abschließen.‍

Tipps gegen Winterdepression
Eine gebratene Weihnachtsgans mit Kerzen und Preiselbeeren.
Tipp
Ernährung
Alle Krebsarten
🎅🏻 Bist du während der Weihnachtszeit mitten in deiner Krebstherapie und verträgst nicht alle Lebensmittel? Möchtest du aber trotzdem ein leckeres Weihnachtsessen mit deiner Familie genießen und bist dir unsicher, was du essen sollst? Oder ist dir ein deftiges Weihnachtsessen einfach zu viel?

🍽️ Wir haben für dich ein paar Inspirationen für ein bekömmliches Essen zusammengestellt. Unsere Ideen entsprechen einer angepassten (früher: leichten) Vollkost. Du kannst sie einzeln oder als Menü genießen. Beachte aber bitte, dass jeder individuell ist und du dein Essen an deine individuellen Bedürfnisse anpassen solltest.

🥕 Vorspeise: Bereite dir eine Gemüsesuppe zu. Bekömmliche Gemüsesorten sind z. B. Karotte, Kürbis, Rote Bete oder Pastinake. Du leidest unter Gewichtszu- oder abnahme? Dann gestalte deine Suppe entweder fettärmer z. B. mit Milch oder fettreicher mit Sahne oder Crème fraîche. Werte deine Suppe zum Schluss mit frischen Kräutern oder Samen (z. B. Kürbiskerne) als Topping auf.

Tipp: Bereite dir eine größere Menge Suppe zu und friere sie ein, damit du Essen zu Hause hast, wenn es dir schwerfällt zu kochen.

🍲 Hauptgang: Wie wäre es mit einem Lachsfilet mit entzündungshemmenden Omega-3-Fettsäuren und als Beilage Quinoa mit einer leichten Zitronen-Dill-Soße? Magst du lieber Fleisch? Dann könnte ein Hähnchenbrustfilet mit Petersilien-Kartoffelpüree und gedünstetem Karottengemüse ein bekömmliches Essen für dich sein. Bist du Vegetarier:in? Wie klingt ein Butternut-Kürbis-Risotto mit gehacktem Spinat und Parmesan sowie frischem Thymian als Topping für dich?

🍮 Nachtisch: Möchtest du etwas Süßes als Nachtisch, der einfach zuzubereiten ist und nicht so schwer im Magen liegt? Vielleicht ist eine Beeren-Quark-Creme das Richtige für dich. Mixe dafür Quark mit Honig und Vanilleextrakt. Fülle den Quark in ein Schälchen und gib selbstgemachte Beerengrütze aus tiefgefrorenen Beeren hinzu. Als Topping kannst du Brösel aus gehackten Lebkuchen darüber streuen. Fertig!

Bekömmliches Weihnachtsessen während deiner Therapie
Eine Illustration einer alten Filmkamera mit Sternen drum herum.
Tipp
Alltag
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Lass doch mal den Krebsstress hinter dir und lehne dich zurück bei einer schönen heißen Schokolade und einem tollen Weihnachtsfilm. Wir haben extra für dich eine kleine Auswahl mitgebracht, wo du ganz bestimmt einen passenden Film findet wirst. Wir wünschen dir hiermit ganz viel Spaß und besinnliche Weihnachten. 🍿

Kevin – Allein zu Haus

Tatsächlich Liebe

Kevin allein in New York

Schöne Bescherung – Weihnachten bei den Griswolds

Drei Haselnüsse für Aschenbrödel

Der Grinch

Verrückte Weihnachten

Liebe braucht keine Ferien

Santa Clause

Sissi

Charlie und die Schokoladenfabrik

Der Polarexpress (vor allem für Kinder)

Die Geister, die ich rief

Das Wunder von Manhattan

Weihnachtliche Filmempfehlungen
Ein junger Mann im Schneidersitz kuschelt mit seiner Katze auf dem Schoß.
Info
Gefühle & Achtsamkeit
Alle Krebsarten
Heute schon geknuddelt? Knuddeln, kuscheln, umarmen – körperliche Berührungen machen glücklich und gesund! Das Bedürfnis nach Berührung wird uns sozusagen bereits in die Wiege gelegt.

Als Baby ist Körperkontakt nicht nur wichtig für die Bindung zu den Eltern, sondern auch später spielen Berührungsreize bei der sozialen Bindung zu anderen Menschen eine wichtige Rolle. Forscher haben herausgefunden, dass beim Körperkontakt das Hormon Oxytocin freigesetzt wird. Umgangssprachlich auch das »Kuschelhormon« genannt, da es bei Umarmungen, durch Streicheleinheiten und auch beim Sex gebildet wird. Das Hormon wirkt sich aber nicht nur auf den Körper, sondern auch auf unsere Psyche aus. Es hilft beim Abbau von Stress und kann Angstzustände lindern.

Doch auch ohne Partner kann man seinem Körper und Geist etwas Gutes tun. Kuscheln mit Haustieren, Kuscheltieren oder auch Selbstberührungen können nachweislich Stress reduzieren und entspannen. Hierbei werden Glückshormone wie Endorphine ausgeschüttet, welches wie beim Bindungshormon Stress abbaut und Entspannung bringt.

Eine blaue Katze liegt eingerollt und schäft.

Wusstest du schon? Es gibt bereits einige Metastudien, die zeigen, dass Massagen bei der Krebstherapie unterstützen, die Nebeneffekte von Chemotherapie und Bestrahlung zu verringern und dabei helfen, Ängste abzubauen und Schmerzen zu lindern.

Daher schenkt heute am National Hugging Day euren Lieblingsmenschen, Fellnasen oder euch selbst eine dicke fette Umarmung.

Kuscheln macht glücklich – Weltkuscheltag
Terminerinnerung
Info
Zahlen & Fakten
Brustkrebs
Was kannst du selbst tun, um die Gesundheit deiner Brüste im Blick zu behalten? Neben dem regelmäßigen Abtasten – idealerweise einmal im Monat – hängt der Umfang ärztlicher Untersuchungen tatsächlich von deinem Alter ab und wird von den gesetzlichen Krankenkassen entsprechend festgelegt.

Bist du zwischen 30–49 Jahre oder älter als 70 Jahre?

Dann kontrollieren Ärzte:innen:

1x Jahr Brustdrüsen, Lymphknoten in den Achselhöhen, Schlüssel- und Brustbein.

Form und Größe der Brust und Brustwarzen.

Bist du zwischen 50–69 Jahre?

Dann erhältst du zusätzlich:

Alle zwei Jahre eine Einladung zur freiwilligen Mammografie.

Bist du erblich vorbelastet oderliegt eine Genveränderung vor (BRCA1/BRCA2)?

Dann wird ab dem 25. Lebensjahr oder fünf Jahre vor dem jüngsten Erkrankungsalter in der Familie empfohlen*:

Alter: Mit steigendem Alter steigt das Brustkrebsrisiko deutlich, besonders nach den Wechseljahren.

Alle sechs Monate eine Tast- und Ultraschalluntersuchung durchführen zu lassen.

Jährlich eine Kernspintomografie/MRT zu machen.

Zusätzlich: ab dem40. Lebensjahr jährlich oder alle zwei Jahre eine Mammografie

*Dafür schließen Kliniken besondere Verträge mit den Krankenkassen. Es ist eingesondertes Vorsorgeprogramm an dem dudann teilnehmen kannst. Extra Kostenkommen nicht auf dich zu.

Erinnerung zur Brustkrebsvorsorge
Eine Krebsschleife und verschiedene Nahrungsmittel wie Äpfel, Brokkoli, Lauch und Eier sind zu sehen.
Tipp
Ernährung
Prostatakrebs
Prostatakrebs ist die zweithäufigste Krebsart weltweit und mit 70.000 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland die am häufigsten diagnostizierte Krebsart bei Männern. Es gibt keine spezielle Diät, die Prostatakrebs heilt ­– aber es gibt Ernährungsempfehlungen, die sich positiv auf deinen Krankheitsverlauf auswirken können.

Das kannst du bei Prostatakrebs tun:

Leckere Lebensmittel wie Käse, Eier, Brokkoli oder Tomaten.

🥗 Iss ausgewogen und abwechslungsreich.

Zwar gibt es keine Hinweise darauf, dass eine gesunde Ernährung das Fortschreiten von Prostatakrebs bremst, dennoch unterstützt eine gesunde Ernährung deinen Körper mit allen wichtigen Nährstoffen, die er braucht. Iss deshalb ausgewogen, sofern es die Nebenwirkungen deiner Therapie zulassen.

💊 Nahrungsergänzungsmittel sind nicht notwendig.

Nahrungsergänzungsmittel solltest du nicht „einfach so“ einnehmen. Wenn bei dir durch einen Bluttest ein Nährstoffmangel festgestellt wurde, ist es aber definitiv sinnvoll, diesen auszugleichen.

↘️ Vermeide Übergewicht.

Übergewicht (BMI > 25 kg/m2) ist bei Männern mit einem erhöhten Serumtestosteronspiegel assoziiert, was mit einem erhöhten Risiko für fortgeschrittenen Prostatakrebs in Verbindung gebracht wird. Je höher dein Gewicht ist, desto höher ist dein Risiko. Versuche abzunehmen, wenn du Übergewicht hast.

🏋🏼 Sei regelmäßig körperlich aktiv.

Suche dir eine Bewegung, die du in deiner aktuellen Situation umsetzen kannst. Empfehlenswert ist gezieltes Krafttraining, um einem Verlust deiner Muskelmasse entgegenzuwirken, neue Muskeln aufzubauen und deine Knochengesundheit zu unterstützen.

Ernährung bei Prostatakrebs
Verschiedene Brustformen zu einem Muster gefügt.
Info
Zahlen & Fakten
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Das Entdecken von Veränderungen in der Brust – sei es zufällig beim Duschen, Eincremen oder während einer ärztlichen Untersuchung – kann zunächst große Verunsicherung auslösen. Bei vielen dieser Befunde zeigt sich jedoch schnell, dass sie gutartig sind und kein erhöhtes Risiko für Brustkrebs darstellen. In diesem Beitrag geben wir euch einen Überblick über häufige, vorwiegend gutartige Veränderungen des Brustgewebes.

Wichtig!

Für andere Veränderungen sind dagegen weitere ärztliche Untersuchungen nötig, um die genaue Ursache zu klären.

Mastodynie

Schmerzen/ Empfindlichkeit

Schmerzen in der Brust treten meistens in der zweiten Zyklushälfte auf. Grund dafür sind hormonelle Veränderungen und vermehrte Flüssigkeitseinlagerungen vor der Periode. Treten die Schmerzen jedoch unabhängig vom Zyklus auf, kann die Ursache auch woanders liegen, wie z. B. von der Wirbelsäule ausstrahlen.

Mastopathie

Schwellungen/ Knoten

Beim Abtasten der Brust lassen sich kirschkerngroße, gut abgrenzbare, verschiebbare Knötchen feststellen. Die Brust ist häufig berührungsempfindlich. Selten tritt auch Flüssigkeit aus der Brustwarze aus. Ursache dafür sind Veränderungen aufgrund eines hormonellen Ungleichgewichts. Die Schmerzen können mit Gels oder Tabletten gelindert werden.

Zysten

Als Zysten bezeichnet man gutartige, mit Flüssigkeit gefüllte Blasen in der Brustdrüse. Warum sie entstehen, ist nicht ganz klar. Doch werden sie zu groß, drücken sie auf das umliegende Gewebe und verursachen Schmerzen. Einfache, unkomplizierte Zysten können punktiert werden, um die Flüssigkeit und damit den Druck zu verringern. Füllt sich die Zyste immer wieder, kann sie auch operiert werden.

Fibroadenom

Gutartiger Tumor

Fibroadenome sind meist ungefährliche Wucherungen des Binde- und Drüsengewebes. Sie zeigen sich als glatte, abgegrenzte und verschiebbare Knoten, die einen Durchmesser von 5 mm bis 5 cm erreichen können. Solch ein gutartiger Tumor verursacht nur selten Beschwerden, ist in der Regel harmlos und muss daher auch nicht entfernt werden.

Mastitis

Entzündung der Brustdrüse

Ist die Brust gerötet, geschwollen oder schmerzt, kann es sich auch um eine Entzündung der Brustdrüse handeln. Diese wird meist durch eine Infektion mit Bakterien verursacht, die über die Brustwarze in die Milchgänge gelangen. Häufig tritt eine Entzündung während der Stillzeit auf. Sie ist gut mit Antibiotika zu behandeln.

Gut zu wissen …

Bitte beachte, dass Veränderungen in der Brust stets von einem Arzt oder einer Ärztin abgeklärt werden sollten. Außerdem gut zu wissen: Frauen ab dem 30. Lebensjahr haben den Anspruch auf eine jährliche Tastuntersuchung der Brust. Frauen im Alter von 50 bis 75 Jahren haben zudem alle zwei Jahre den Anspruch auf eine Mammographie.

Gutartige Brustveränderungen
Eine Badewanne mit Dusche, ein Handtuch und Badeschaum.
Tipp
Nebenwirkungen
Alle Krebsarten
Im Wesentlichen treffen bei der Radiotherapie Strahlen auf die Haut, treten in den Körper ein und an anderer Stelle wieder aus. Da dabei jedoch nicht nur bösartige, sondern auch gesunde Zellen geschädigt werden, wird die Haut sehr stark beansprucht. So kann es an Strahlenein- und austrittsstellen zu einer Überempfindlichkeit der Haut kommen, die Hautirritationen, Jucken, Trockenheit oder Erröten hervorrufen.
Es ist daher ganz wichtig, dass du bei der Pflege deiner Haut auf ein paar Dinge achtest:

🧽 Wie wasche ich mich richtig während der Bestrahlung?

❌ Vermeide langen Wasserkontakt, um die Haut nicht aufzuweichen

❌ Gehe nicht schwimmen oder baden

✅ Wasche dich möglichst nur mit Wasser

✅ Die Wassertemperatur sollte weder zu heiß noch zu kalt sein

✅ Achte darauf, die Markierungen nicht zu entfernen

✅ Trockne dich vorsichtig, aber gründlich ab

🧼 Nur Wasser reicht dir nicht? Achte auf diese Inhaltsstoffe:

‼️ ABER: Sprich jedes Produkt mit deinem Radiologen ab, bestimmte Inhaltsstoffe können die Bestrahlung beeinflussen!

✅ Mild, pH-neutrale Produkte

❌ Parfum

❌ Deodorant

❌ Ätherische Öle

❌ Alkoholhaltige Produkte

🪒 Beanspruche deine Haut nicht zusätzlich durch mechanische Reize!

✅ Tupfe dich beim Abtrocknen vorsichtig ab anstatt zu rubbeln

❌ Trage keine zu enge Kleidung, keine Pflaster, o.ä.

❌ Vermeide dich zu kratzen, auch wenn es juckt

❌ Auf Rasieren oder Epilieren der bestrahlten Stellen solltest du vorerst verzichten

❌ Vermeide direkte Sonneneinstrahlung

Sanfte Hautpflege während der Bestrahlung
Notfallpass auf einem iPhone
Info
Dokumente & Soziales
Alle Krebsarten
💬 Kennt ihr eigentlich den Notfallpass? Der Notfallpass ist ein praktischer Alltagsbegleiter. Immer da, immer sichtbar.📱 Im Notfallpass sind medizinische Informationen gespeichert, die im Notfall wichtig sein können. Zum Beispiel Allergien, Vorerkrankungen und Medikamente. Der Notfallpass kann auch im Sperrzustand deines Smartphones aufgerufen werden.

📝 Wir finden der Notfallpass ist ein total wichtiges und hilfreiches Feature, deswegen haben wir euch eine praktische Anleitung fertiggestellt, damit ihr den Notfallpass auf eurem Smartphone einrichten könnt.

❗️ Aber aufgepasst! Da ihr euer Smartphone auch mal vergessen könnt, der Akku nur allzu gerne leer ist oder es auch kaputtgehen kann. Ist es immer ratsam, einen »Notfallpass« in Papierform dabei zu haben. Hierfür haben wir euch einen praktischen Vordruck angefertigt.

Der Notfallpass in Papierform.
Download

Anleitung für Apple

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Unter iOS findet ihr den Notfallpass in den Einstellungen unter dem Punkt »Notruf SOS«

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Hier könnt ihr entscheiden, wie der Notruf auf eurem Smartphone ausgelöst werden soll, außerdem könnt ihr den Pass an dieser Stelle einrichten.

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Im Notfallpass könnt ihr alle wichtigen Infos hinterlegen wie z. B. Allergien, Medikamente, Blutgruppe und Vorerkrankungen. Zusätzlich könnt ihr eure Notfallkontakte festlegen.

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Um den Notruf zu wählen, halte eine Lautstärketaste und die Seitentaste gedrückt oder drücke die Seitentaste 5x hintereinander.

Achtung! Beim zweiten Fall ertönt ein lautes Sirenengeräusch.

Anleitung für Android

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Unter Android findet ihr die Notfallinformationen in den Einstellungen unter Sicherheit und Datenschutz, wählt dort den Punkt »Notruf-SOS« aus.

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Die Notfallinformationen beinhalten alle wichtigen Informationen wie z.B. Medikamente, Allergien, Blutgruppe und Vorerkrankungen. Außerdem könnt ihr hier eure Notfallkontakte festlegen.

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Um einen Notruf auszulösen, drückt ihr schnell 5x hintereinander auf die Seitentaste eures Smartphones. Ihr könnt zudem festlegen, ob eure Notfallkontakte euren Standort gesendet bekommen sollen.


Notfallpass auf dem Handy einrichten
Eine Lupe vergrößert einen DNA Strang, um diesen auf Mutationen zu untersuchen.
Info
Zahlen & Fakten
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Krebs entsteht durch Veränderungen der DNA von Zellen. Diese Veränderungen heißen Mutationen. Dabei können unterschiedliche Mutationen der Grund für Krebserkrankungen sein.

Das bedeutet, wenn zum Beispiel zwei Menschen an Darmkrebs erkranken, können diese beiden Tumore durch unterschiedliche Mutationen entstanden sein. Andersherum kann jedoch auch eine einzige Art von Mutationen zu verschiedenen Krebsarten führen. Die Tumortestung ermöglicht eine zielgerichtete Untersuchung auf die jeweilige Mutation des Tumors. Dabei wird die Genetik des Tumors analysiert und Mutationen in aktuell bekannten und krebsrelevanten Genen werden aufgezeigt.

🔬 Durchführung

Dieses geschieht durch das Comprehensive Genomic Profiling (CGP). So können in kurzer Zeit alle Mutationen des Tumors ausfindig gemacht werden. Dafür muss lediglich eine Gewebeprobe des Tumors entnommen werden. Wenn das nicht möglich ist, weil zum Beispiel viele Metastasen im Körper verteilt sind oder der Tumor ungünstig liegt, kann meist auch eine Blutprobe eingesetzt werden.

📋 Wozu sind Tumortestungen gut?

Eine Tumortestung kann sehr hilfreich für die Therapiefindung sein. Denn es gibt beispielsweise Therapien, die nur bei bestimmten Mutationen eine Wirkung zeigen. Jedoch kann der Test auch Mutationen aufdecken, für die bisher noch keine Behandlung bekannt ist. Genauso kann der Tumor aber auch Mutationen unterliegen, die bisher noch nicht bekannt sind und deswegen nicht in der Testung angezeigt werden.

Nichtsdestotrotz bieten die Informationen der Testung Aufschluss über das genetische Profil des jeweiligen Tumors und können den behandelnden Mediziner:innen die Therapieplanung erleichtern.
Wie funktioniert eigentlich Tumortestung?
Die Verschiedenen Formel schweben auf einem lila Hintergrund.
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Zahlen & Fakten
Brustkrebs
Sind alle Tumormerkmale untersucht (siehe unseren Post zu der Klassifikation von Brustkrebs), wird ermittelt in welchem Stadium sich der (die) Tumor(e) befindet (befinden). Das nennt man das »Staging«. Die Grundlage für eine Therapieentscheidung ist daher eine TNM-Klassifikation. Das verraten die Kürzel eurer Tumorformel:

T = die Größe des Tumors in Zentimetern

N = Lymphknotenbefall (Anzahl und Lokalisation)

M = Vorliegen oder Fehlen von Metastasen

R = eventuell zurückgebliebene Tumorreste

L = Einbruch in Lymphgefäße

V= Ausbreitung von Krebszellen in Blutgefäßen

Zu den Klassifikationen können noch weitere Angaben gemacht werden. Das steckt hinter den Abkürzungen:

c aus dem Englischen »clinical« = klinisch, Ergebnisse wurden durch bildgebende Verfahren (z. B. CT oder Ultraschall) ermittelt.

p aus dem Englischen »pathological« = pathologisch, das Gewebe wurde im Labor untersucht und bestimmt

r = Tumor ist erneut aufgetreten (Rezidiv)

Tis/Cis = Krebsvorstufe/ Frühstadium

X = Merkmal konnte nicht beurteilt werden

Y = Tumor wurde bereits behandelt (z. B. vorab mit Chemotherapie)

Daraus ergeben sich unendlich viele Möglichkeiten. Daher gibt es auch Unterschiede im Behandlungsplan.

Was steckt hinter der Tumorformel?

Leider konnten wirkeinen passenden Wegweiser finden.

Unsere Website ist derzeit noch im Aufbau. Deswegen ist es möglich, dass wir zu dem Thema, das dich interessiert, noch keinen Beitrag geschrieben haben. Schlag uns gern ein Thema vor.

Illustration, in der eine Hand zu sehen ist, die ein Smartphone in der Hand hält. Dadrüber ist ein Vergrößerungsglas, das über dem Smartphone schwebt.
Illustration eines Smartphones, aus dem eine Person heraus kommt und winkt.

Lust, uns zu helfen?

Du möchtest uns ehrenamtlich unterstützen und hast Freude daran, anderen Menschen zu helfen und ihnen damit eine Freude zu machen? Schon mit ein paar Stunden im Monat kannst du viel erreichen. Meld dich gerne bei uns und erzähl uns, auf welche Weise du Pathly unterstützen möchtest.