

🩺 Wird der Tumor früh genug erkannt, sind die Heilungschancen mit 96% sehr gut. Für diese Früherkennung ist eine monatliche Selbstkontrolle besonders wichtig, da eine Krebsvorsorge beim Urologen normalerweise erst ab dem 45. Lebensjahr von den Krankenkassen übernommen werden.
🔍 Symptome wie eine tastbare, schmerzlose Verhärtung im Hoden, eine Schwellung und Schmerzen im Hodenbereich oder ein Schweregefühl und Ziehen im Hoden oder in der Leiste können Hinweise auf ein Hodenkarzinom hinweisen.
🍆 Wenn du Auffälligkeiten bemerkst oder dir unsicher bist, zögere nicht, eine Urologie-Praxis aufzusuchen.
☑️ Bei der Diagnose Hodenkrebs wird in den meisten Fällen der betroffene Hoden operativ entfernt. Teilweise müssen noch weitere Therapiemaßnahmen ergriffen werden, wie zum Beispiel eine Chemo- oder Strahlentherapie. Bei über 90% der Betroffenen tritt der Krebs nur an einem Hoden auf.
🚼 Der gesunde Hoden reicht aber meist für die Testosteron- und Spermienproduktion aus.


Zwar gibt es keine Hinweise darauf, dass eine gesunde Ernährung das Fortschreiten von Prostatakrebs bremst, dennoch unterstützt eine gesunde Ernährung deinen Körper mit allen wichtigen Nährstoffen, die er braucht. Iss deshalb ausgewogen, sofern es die Nebenwirkungen deiner Therapie zulassen.

Nahrungsergänzungsmittel solltest du nicht „einfach so“ einnehmen. Wenn bei dir durch einen Bluttest ein Nährstoffmangel festgestellt wurde, ist es aber definitiv sinnvoll, diesen auszugleichen.
Übergewicht (BMI > 25 kg/m2) ist bei Männern mit einem erhöhten Serumtestosteronspiegel assoziiert, was mit einem erhöhten Risiko für fortgeschrittenen Prostatakrebs in Verbindung gebracht wird. Je höher dein Gewicht ist, desto höher ist dein Risiko. Versuche abzunehmen, wenn du Übergewicht hast.
Suche dir eine Bewegung, die du in deiner aktuellen Situation umsetzen kannst. Empfehlenswert ist gezieltes Krafttraining, um einem Verlust deiner Muskelmasse entgegenzuwirken, neue Muskeln aufzubauen und deine Knochengesundheit zu unterstützen.

T = die Größe des Tumors in Zentimetern
N = Lymphknotenbefall (Anzahl und Lokalisation)
M = Vorliegen oder Fehlen von Metastasen
R = eventuell zurückgebliebene Tumorreste
L = Einbruch in Lymphgefäße
V= Ausbreitung von Krebszellen in Blutgefäßen
c aus dem Englischen »clinical« = klinisch, Ergebnisse wurden durch bildgebende Verfahren (z. B. CT oder Ultraschall) ermittelt.
p aus dem Englischen »pathological« = pathologisch, das Gewebe wurde im Labor untersucht und bestimmt
r = Tumor ist erneut aufgetreten (Rezidiv)
Tis/Cis = Krebsvorstufe/ Frühstadium
X = Merkmal konnte nicht beurteilt werden
Y = Tumor wurde bereits behandelt (z. B. vorab mit Chemotherapie)
Daraus ergeben sich unendlich viele Möglichkeiten. Daher gibt es auch Unterschiede im Behandlungsplan.

💡Wusstet ihr, dass der Mensch das einzige Säugetier ist, bei dem die Brust unabhängig vom Stillen immer hervorsteht und zu sehen ist? Man weiß noch nicht genau, wieso das so ist, aber man könnte sagen, dass das schon ein besonderer Aspekt der weiblichen Brust ist!
🍼 Brüste dienen als Nahrungsquelle für Babys, sind aber für viele auch eine erogene Zone. Zusätzlich scheint sie auch ein besonderes Schönheitsmerkmal zu sein. Zumindest wird die am meisten praktizierte Schönheits-Operationen weltweit an der weiblichen Brust durchgeführt (Brustvergrößerung).
⚠️ Leider ist die weibliche Brust auch mit am häufigsten von Krebs betroffen, denn jede achte weibliche Person erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs.

Hat der Krebs einmal gestreut, gilt man in der Medizin als unheilbar. Die individuelle Behandlung mit z. B. Medikamenten, Bestrahlung, Operationen kann das Leben verlängern, die Lebensqualität halten und Beschwerden im Zaum zu halten. Durch die Forschung sind die Behandlungsmethoden heutzutage soweit fortgeschritten, dass man mit metastierenden Brustkrebs oft noch lange Jahre gut leben kann.

In der Regel erkranken die Betroffenen erst im höheren Alter. Das Durchschnittsalter liegt dabei bei 72 Jahren. Zwar hat die männliche Brust keine Stillfunktion und besitzt kaum Fettgewebe im Vergleich zur weiblichen Brust, jedoch besitzt sie auch Drüsengewebe. Und genau dort kann auch Brustkrebs auftreten. Daher sollten auch hier Veränderungen beobachtet werden und im Zweifelsfall eine Fachperson aufgesucht werden.
Wie kommt es zu männlichem Brustkrebs? Die männliche Brust ist zwar nicht zum Stillen ausgelegt, jedoch sind die Milchgänge auch hier vorhanden. Das allein reicht, um Krebs zu entwickeln. Doch da die Milchgänge geringer ausgeprägt sind und weniger Östrogen vorhanden ist, tritt der Brustkrebs deutlich seltener auf als in der weiblichen Brust.
Nicht jede tastbare Unebenheit bedeutet Krebs! Wie bei der weiblichen Brust können auch in der männlichen Brust gutartige Veränderungen wie Zysten wachsen, daher muss nicht jede tastbare Unebenheit gleich Krebs bedeuten.
An wen kann ich mich bei Verdacht wenden? Bei einem ersten Verdacht wenden sich männliche Betroffene an den Hausarzt oder die Hausärztin, welche*r dann ggf. an ein spezialisiertes Zentrum überweist. Dort werden dann weitere Untersuchungen durchgeführt.
Je nach Größe des Tumors wird entweder brusterhaltend operiert, oder die Brust ganz entfernt. Da die männliche Brust deutlich weniger Brustgewebe als die weibliche aufweist, wird häufig zu einer Entfernung der gesamten Brust samt Lymphknoten geraten. Je nach Rezidivrisiko können auch weitere Behandlungsmethoden angewendet werden: z. B. Chemotherapie, Bestrahlung oder antihormonelle Therapie.
Das Netzwerk Männer mit Brustkrebs unterstützt männliche Brustkrebsbetroffene und berät zu Themen wie Kliniksuche, Behandlungswege, Rehabilitation und Versicherungsfragen. https://www.brustkrebs-beim-mann.de

Nicht selten sind Brustkrebspatient:innen von Übergewicht betroffen. Vermeide eine Gewichtszunahme während deiner Therapie und arbeite auf ein gesundes Körpergewicht hin. Eine Gewichtszunahme ist oftmals mit einer schlechteren Prognose verbunden.
Beginne nach der Diagnose so früh wie möglich wieder mit deiner normalen Alltagsaktivität und sei regelmäßig sportlich aktiv. Dadurch stärkst du dein Immunsystem und kannst Nebenwirkungen deiner Therapie (z.B. Fatigue) reduzieren.
Ballaststoffe gelten als allgemein gesundheitsförderlich, weshalb du sie täglich und reichlich essen solltest. Ballaststoffe kommen in Gemüse, Obst, Vollkorn, Hülsenfrüchten, Nüssen und Samen vor. Orientiere dich z.B. bei der Menge an Gemüse und Obst an der »Fünf am Tag-Regel«: Empfehlenswert sind drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst am Tag. Eine Portion entspricht deiner Hand voll.
Reduziere gesättigte Fettsäuren, die in Fleisch und Wurst, fettreichen Milchprodukten, Kokos- und Palmöl sowie Fertigprodukten vorkommen. Bevorzuge stattdessen ungesättigte Fettsäuren aus Oliven-, Raps- und z.B. Leinöl sowie Omega-3-reiche Fette aus fettem Seefisch wie Lachs, Makrele und Hering sowie Nüsse und Samen.


Also ihr Lieben: Abtasten nicht vergessen! Je früher Brustkrebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. 🙌

Gerade, wenn man einen Schock erlebt hat, empfindet man oft ein unangenehmes Gefühl von Ohnmacht. Das kann sich einerseits ausdrücken, indem man keinen Ausweg aus seiner Situation sieht oder man an so viel gleichzeitig denkt, dass man total verwirrt ist.
Gedanken, wie »Warum sind alle um mich herum in einer soviel besseren Situation« oder »Ich bin so alleine, niemand kann mir helfen«, sind dann ganz normal.
Zudem gibt es so einige Symptome, die dann auftreten können:
Besonders wichtig ist, dass du diese Situation erstmal wahrnimmst, als genau das, was es ist. Sei ganz ehrlich mit dir und deinen Gefühlen. Schreib deine Gedanken dazu auf oder rede mit deinen Liebsten über deine Situation. Zudem ist es natürlich immer gut, sich professionelle Hilfe zu suchen.


Doch so einfach ist es nicht. Liebe ist komplex. Sie lässt sich nur schwer erfassen und kategorisieren. Liebe ist subjektiv und umfasst viele Facetten und das macht sie zu einem unserer schönsten Gefühle.
Wenn wir lieben, durchströmt uns ein tiefes Gefühl der Wärme, des Verbunden-Seins. Es scheint, als würden wir auf wunderbare Weise den Boden unter den Füßen verlieren.
Wenn wir gefragt werden, was und wen wir lieben, denken wir vielleicht an unsere Familie, unsere Partner:innen, unsere Kinder, Freunde, Haustiere. Wir denken an unser Lieblingsessen, die Natur, Musik, unser Zuhause, Orte und Plätze, einen Sonnenuntergang.
Doch denken wir in unserer Aufzählung auch an uns selbst? Oft kommt die Selbstliebe in unserem Leben zu kurz und doch ist sie so wichtig.

Wir können lernen, Momente, die wir lieben, bewusster zu erleben. Diese manchmal vielleicht auch nur kurzen Momente können uns Energie geben, in uns das Vertrauen wecken, dass wir nicht alleine sind und stärker sind, als wir manchmal denken.
Leider scheinen wir gerade diese schönen Momente im Alltag schnell wieder zu vergessen. Das ist auch ganz normal, denn so funktioniert unser Gehirn. Um unserer Erinnerung und unserem Bewusstsein auf die Sprünge zu helfen, kannst du dir z. B. jeden Abend deine Lieblingsmomente aufschreiben, die du am Tag erlebt hast. Diese können manchmal auch nur ganz klein sein. Mit der Zeit wirst du sehen, dass es mehr Momente gibt, als du vorher angenommen hast. Und brauchst du eine Portion Liebe an Tagen, an denen wirklich alles sch*** ist, dann lies dir deine Notizen durch und schenke dir selbst eine feste innere Umarmung.

Wenn wir aufwachsen, lernen wir Ordnung zu schaffen, selbständig zu werden und für die Zukunft zu planen. Wir haben Träume und Wünsche, auf die wir Schritt für Schritt hinarbeiten und Ideale, die wir anstreben. Doch umso älter wir werden, desto bewusster wird uns, dass wir den Weg, den wir beschreiten, nicht immer kontrollieren können.
Bei der Krebsdiagnose ist gerade dieser Kontrollverlust der Grund, warum viele ein Gefühl von Chaos erleben. Oft wirft das viele offene Fragen auf: »Warum ich, warum jetzt, warum hier?«. Doch was können wir machen, um in diesem Chaos nicht zu versinken? Können wir Chaos auch mit Freude oder Humor begegnen?
Es gibt wahrscheinlich kein Richtig oder Falsch auf diese Frage und jeder muss seinen eigenen Weg finden, um damit umzugehen. Es ist aber wichtig, zu hinterfragen, ob die eigene Reaktion einem wirklich guttut oder noch schlechter fühlen lässt in einer ohnehin schon schwierigen Situation. Wut, Trauer und Stress sind nämlich Emotionen, die sich nicht nur negativ auf unsere Psyche, sondern auch auf unsere körperliche Verfassung auswirken können. Sie machen uns quasi krank. Andersherum kann es auch sein, dass wenn man schon krank ist, sich dies in den Emotionen widerspiegelt. Der Darm z. B. hat einen großen Einfluss auf unser eigenes Wohlbefinden. Demnach ist es nicht wichtig, die eigenen Emotionen zu unterdrücken, sondern genau hinzuschauen und sich bewusst darüber zu werden, woher sie kommen.

Doch was, wenn man auf einmal gar nichts mehr fühlt? Gefühllosigkeit ist keinesfalls ein Zeichen von Gleichgültigkeit. Viel mehr ist diese neue Situation so überwältigend, dass wir erstmal lernen müssen, damit umzugehen. Zudem kann Gefühllosigkeit auch ein Schutzmechanismus deines Körpers sein, um emotionale Überforderung abzuwehren.
Der Umgang mit Gefühlen ist sehr individuell. Solltest du also manchmal im Rahmen deiner Therapie oder bei der Begleitung eines geliebten, erkrankten Menschen nichts zu fühlen scheinen, ist das völlig normal. Gib dir die Zeit, die Situation zu verarbeiten. Tausche dich mit anderen Menschen dazu aus. Und wenn du bei Freunden und Familie dasselbe wahrnimmst, hab Verständnis dafür, anstatt sie zu verurteilen.
Einzige Ausnahme: Wenn das Gefühl mehrere Wochen andauert, könnte es ein Anzeichen für Depression sein. Bitte suche dir in dem Fall professionelle Hilfe und gehe auf deinen Arzt oder Therapeuten zu.

Bei einem Schicksalsschlag wie einer Krebserkrankung ist Angst quasi vorprogrammiert. Welche Ängste aber dabei aufkommen, hängt von jedem Menschen individuell ab: Die Angst vor Schmerzen, Spritzen, Medikamenten oder Nebenwirkungen, bis hin zur Angst vor Ungewissheit, einem Rückfall oder dem Tod. Doch was, wenn die Angst nicht greifbar ist, oder sich noch nicht mal als Angst bemerkbar macht?
Wenn man eine traumatische oder belastende Situation erlebt, die viele komplexe Ängste vereint, kann es sein, dass sich die Angst nicht emotional oder gedanklich äußert, sondern durch bestimmte Symptome nach außen tritt. Ein rasendes Herz, ein Engegefühl in der Brust, oder Schweißausbrüche sind dabei oft nur der Anfang. Es kann sogar zu Erstickungs- oder Taubheitsgefühlen kommen. Auch psychisch kann sich die Angst zeigen. Mögliche Symptome sind Schwindelgefühle, das Gefühl verrückt zu werden, oder Derealisation und Depersonalisation – Fremdheitsgefühle sich selbst oder der Umgebung gegenüber.
Die Angst ist in der Lage, verschiedenste sowohl körperliche als auch psychische Symptome zu verursachen. Und wenn diese nicht als Angstsymptome erkannt werden, kann es schnell passieren, dass man sie falsch behandelt. Ist hingegen erstmal erkannt, dass hinter dem körperlichen und psychischen Leid eine Panik- oder Angstreaktion steckt, gibt es gute und wirksame Methoden, um diese zu lindern.
Angst kann nicht nur eine lähmende, sondern auch eine mobilisierende Emotion sein. So sind Menschen, die sich vor einer drohenden Gefahr ängstigen, manchmal zu Leistungen fähig, die ihnen unter normalen Umständen nicht möglich gewesen wären. Das liegt unter anderem an dem Kampf-Flucht-Modus, eine Alarm-Reaktion des Körpers in Gefahrensituationen. Dieser Modus verursacht einerseits die körperlichen Symptome, kann einen aber auch zu außergewöhnlichen Fähigkeiten bringen.
Das kann man sich in der Angstbekämpfung zum Vorteil machen und Symptome in Taten umwandeln. Bei körperlicher Bewegung, wie zum Beispiel Yoga, Fahrradfahren oder zügigem Gehen lässt sich Stress abbauen und somit auch die Angstsymptomatik verringern. 💪🏽
Doch selbst wenn man nicht in der Lage ist, sich körperlich zu aktivieren, ist es wichtig zu wissen, dass Angstzustände eine Extremsituation sind, die der Körper nicht allzu lange schafft aufrechtzuerhalten. Du kannst dir also sagen: Auch die Angst geht vorbei!


Bist du oder ein geliebter Mensch an Krebs erkrankt, werden wir mit einer der größten Ängste konfrontiert, die es gibt – unserer Vergänglichkeit. Wie mit vielen Dingen, die uns Angst machen, versuchen wir nicht allzu oft oder gar nicht darüber nachzudenken. Wer denkt schon gerne über den Tod nach? Doch eine Erkrankung rückt viele wichtige Fragen in den Vordergrund:
Mut bedeutet, sich seinen Ängsten zu stellen. Mutig ist es, sich mit diesen wichtigen Fragen auseinandersetzen – ob mit oder ohne Krankheit. Dabei muss Mut nicht immer eine große Geste beinhalten. Auch kleine Handlungen können mutig sein: um Hilfe bitten, »Nein« sagen oder einen kleinen Baby-Schritt aus der Komfortzone wagen. 💪🏋️


Männlich gelesene Personen hören häufig die innere Stimme: »Du darfst nicht schwach sein! Echte Männer weinen nicht!«
Mit der Diagnose Krebs und den unzähligen Folgen der Behandlung zerbricht diese Welt: Es kommt oft das Gefühl auf, unperfekt und schwach zu sein. Wir schämen uns dafür. Viele wollen nicht darüber reden. Doch: Je weniger wir darüber reden, desto mehr Power geben wir der Scham. Wir fühlen uns einsam, allein. Fühlen uns noch unperfekter und schwächer.
Es gibt einen Ausweg aus dieser Scham-Spirale, und dieser heißt Verletzlichkeit. Richtig gelesen! Je offener wir mit unserer Verletzlichkeit umgehen, umso größer wird unsere Empathie und auch die Verbindung zu anderen Menschen, fand die amerikanische Scham-Forscherin Brené Brown heraus. Daher ist es so wichtig, nicht nur unsere Stärken, sondern auch unsere Schwächen mit anderen Menschen zu teilen. In Podcasts oder Talkshows bewundern wir doch oft gerade diejenigen, die ihre wahre Geschichte mit all den unperfekten Facetten erzählen und ihre Schwächen offen legen. Sie erscheinen uns mutig. Oft fühlen wir uns dadurch mit den Personen irgendwie verbunden, ohne dass wir sie kennen.
Zeigen wir uns verletzlich, öffnen wir uns, machen uns scheinbar angreifbar – aber was wir dadurch zeigen, ist Mut. Und dieser Mut verbindet. Und diese Verbindung lässt der Scham keine Chance!

Bestimmte Gesprächsthemen belasten dich, die Gefühle scheinen dich zu überrollen oder die einfachste Unterhaltung erscheint dir anstrengend und kräftezehrend. Zuerst sollte gesagt sein, dass das ganz normal ist. Eine Erkrankung, die Behandlung, die Nebenwirkungen – all das – kostet ziemlich viel Kraft und entzieht körperliche und mentale Energie. Deine eigenen Bedürfnisse rücken in den Vordergrund und der Körper und Geist versuchen auf Hochdruck deine inneren Ressourcen zu schützen. Oft bleibt dann einfach nicht genug für andere übrig.
Und nein, ein schlechtes Gewissen brauchst du deshalb nicht zu haben. Deine mentale Aufstellung und dein Zustand sind wichtig für deine Gesundheit.
Das Zauberwort heißt: Abgrenzung 🚧. Grenze dich ganz klar ab und kommuniziere deine Bedürfnisse. Abgrenzung kann ganz unterschiedlich aussehen:
💫 Begegne Mitmenschen mit Mitgefühl anstatt Mitleid.
💫 Spreche deine Überforderung an und wechsle das Thema.
💫 Meide einen Menschen oder eine Situation (temporär) oder lasse sie ganz ziehen.
💫 Nimm dir bewusst Zeit für dich.
💫 Tue mehr von den Dingen, die dir guttun.
💫 Sage »Nein«.
Es geht natürlich auch andersherum: Viele Krebserkrankte kennen das Phänomen, dass einige Freunde und Bekannte sich nach der Diagnose abwenden oder den Kontakt meiden. Versuche, dies nicht persönlich zu nehmen. Einige Menschen grenzen sich ab, weil sie sich nicht mit den eigenen Gefühlen auseinandersetzen möchten und/oder können. Dies hat wenig mit dir zu tun, sondern mehr mit ihnen. Das ist ein schwacher Trost, aber deren Verhalten liegt außerhalb deiner Kontrolle. Konzentriere dich auf die Dinge, die DU kontrollieren kannst.

Hier eine achtsame Anleitung, wie du in sieben Schritten deinen Gefühlen auf den Grund gehen, sie anerkennen und – wenn du möchtest – loslassen kannst:

Keine Panik, wenn es nicht sofort oder nicht immer klappt. Der achtsame Umgang mit den eigenen Gefühlen ist oft nicht leicht und eine gute Kommunikation benötigt etwas Übung – vor allem bei Gefühlen, die uns zunächst zu überwältigen scheinen. Oft beeinflussen sie uns auch lange unbewusst. Umso öfter du jedoch in dich hineinhörst und dich mit dir und deiner inneren Welt beschäftigst, umso einfacher wird es dir fallen, auf gewisse Situationen in deinem Leben zu reagieren.
Wenn du jedoch merkst, dass ein Gefühl immer wieder deinen Alltag unterbricht oder dich davon abhält, dein Leben zu leben, kannst du dir auch professionelle Hilfe suchen. Das kann dazu beitragen, das Gefühl und deine Bedürfnisse dahinter besser zu verstehen.

Eine Gemeinschaft, egal in welcher Form, sollte dir das Gefühl vermitteln, dass du dazugehörst. Du kannst über deine Probleme sprechen und ihr könnt wunderschöne Momente gemeinsam erleben. Aber auch in schweren Zeiten sind diese Menschen für dich da, fangen dich auf und geben dir Halt. Der Zusammenhalt in guten aber auch in schlechten Zeiten ist das, was eine Gemeinschaft ausmacht.
Dabei bedeutet Gemeinschaft nicht, dass ihr exakt die gleichen Interessen teilt und eure Meinungen immer übereinstimmen. Eine Gemeinschaft besteht aus ganz unterschiedlichen Individuen, die durch das entstandene Wir-Gefühl miteinander verbunden werden. Dabei ist dieses Wir-Gefühl nicht plötzlich da. Eine Gemeinschaft sollte sich immer weiter entwickeln und zusammen wachsen. Sie befindet sich immer im Wandel. Es ist völlig okay, einer Gemeinschaft den Rücken zuzukehren, wenn du das Gefühl hast, diese tut dir nicht mehr gut.
Dabei gibt es nicht nur die eine Gemeinschaft, zu der du dazugehören musst. Du kannst dich mehreren Gemeinschaften zugehörig fühlen – auf unterschiedliche Art und Weise. Das Gemeinschaftsgefühl in deiner Familie ist sehr wahrscheinlich anders als das mit deinen Arbeitskolleg:innen. Und das ist völlig okay und sogar gut, solange du dich nicht verstellen musst. Denn in einer Gemeinschaft solltest du so akzeptiert werden, wie du bist und auch du solltest dich mit den Zielen und Interessen der Gemeinschaft identifizieren können.
Auch wir Pathlys sind eine Gemeinschaft, die einander unterstützt, zuhört und versteht. Als Gemeinschaft haben wir uns das Ziel gesetzt, krebskranke Menschen und Angehörige auf ihrem Weg zu unterstützen.

🤔 Hab keine Angst davor, deine Sorgen und Ängste mit deinen Liebsten zu teilen und auch mal um Hilfe zu bitten. Damit hilfst du nicht nur dir, sondern auch deinen Lieben. Angehörige fühlen sich häufig hilflos, sie wissen nicht, auf welche Art sie dir helfen können. Sie stehen daneben, können nur zugucken und zuhören. Zu wissen, wie sie dich unterstützen können und etwas zu machen, kann eine große Erleichterung sein.
Allerdings sollten auch deine Familie und Freunde keine Angst davor haben, dir die eigenen Probleme und Ängste mitzuteilen. Krebs ist für alle Beteiligten eine große Herausforderung, weswegen es besonders wichtig ist, sich in einer solchen Ausnahmesituation als Team gegenseitig zu unterstützen. 💪
☝️ Wichtig ist dabei, die Grenzen des Betroffenen zu respektieren und ihm seine Hilfsbereitschaft nicht aufzudrängen. Es wird noch genügend Situationen im Verlauf der Behandlung geben, in denen diese Hilfsbereitschaft gebraucht und dankend angenommen werden wird.
Also, sprecht offen über eure Gefühle und Bedürfnisse, denn Kommunikation ist in allen Lebenslagen wichtig.


Die Wortwendung »Wut im Bauch« kommt nämlich genau daher – dort spürt man sie besonders stark. Oft wird die Wut von einer warmen oder heißen Empfindung begleitet (»wie Feuer im Bauch«) und mit der Farbe Rot verbunden (»rotsehen«). 😡🌋🔴
Daher wird Wut oft den negativen Emotionen zugeordnet und hat den Ruf, unberechenbar zu sein. Zurecht? Teils, teils. Ja, Wut kann eine sehr zerstörerische Kraft innehaben. Doch Wut hat auch eine andere Seite. Neben der Zerstörung kann sie auch erschaffen. Gezielt eingesetzt, kann sie nämlich eine antreibende Kraft für Veränderung sein.
Die Emotion steht wie ein Flitzebogen auf der Matte, wenn du dich in deinen Grenzen, Werten, Bedürfnissen verletzt fühlst. 🚨 Es ist in erster Linie also ein Warnsignal, dass dir signalisiert: Jemand oder etwas geht dir gewaltig gegen den Strich. 🚨
Von klein auf wurde dir vielleicht beigebracht, dass man nicht wütend sein darf und du hast »gelernt« deine Wut zu unterdrücken. Doch Wut ist wie ein Apfel, den man versucht unter Wasser zu drücken und dann loslässt – sie poppt schnell und oft unkontrolliert irgendwo wieder hoch. Unterdrückte Wut richtet den meisten Schaden in dir selbst an. Daher: Lernen Wut zu erkennen, sie zuzulassen und die dahinterliegende Kraft für sich zu nutzen ist die wahre Superpower.
Wenn du merkst, dass du wütend wirst, lenke die Energie zunächst in Bahnen, die du kontrollieren kannst. Gehe eine Runde spazieren oder atme 10x tief in den Bauch ein und aus. Da verpufft die meiste Energie bereits. Dann schreibe alles auf, was dich gerade wütend gemacht hat und warum. Dann streiche alles durch, was du nicht ändern kannst. Was bleibt übrig? Was für ein Bedürfnis liegt dahinter? Hier steckt das Potenzial für Veränderung und auch die Kraft, es umzusetzen.


Dann keine Sorge: Du bist nicht allein! Der Körper ist während der Chemotherapie generell geschwächt und Probleme mit dem Kreislauf können durchaus zu Störungen in der Temperaturwahrnehmung führen. So kann es sein, dass du im einen Moment einen Schweißausbruch hast und im nächsten zu Frösteln beginnst. Teile solche Symptome aber unbedingt deinen Betreuer:innen mit, denn es ist für jede Pflegekraft wichtig zu erfahren, wie du auf die Medikamente reagierst. Einige einfache Tricks können dir helfen, um deinen Körper bei einer Hitzewallung oder an einem heißen Tag wieder herunterzukühlen:

Gemeinschaft: Du wünschst dir Austausch mit Gleichgesinnten? Social Media ist ein Ort, wo jede:r sein:e Gruppe findet. Lieber in Person treffen? Dann schau, ob es in deiner Stadt vielleicht eine Selbsthilfegruppe gibt, die sich regelmäßig trifft. Die Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs hat hierfür regionale TREFFPUNKTE ins Leben gerufen.
Psychoonkologie: Es kann guttun, über Dinge zu sprechen, die einen belasten. Du hast immer Anspruch auf einen Psychotherapieplatz und kannst dir bei deinem:r Ärzt:in deines Vertrauens auch einen Dringlichkeitscode geben lassen, um zeitnah einen Termin zu bekommen. Achte hier darauf, dass du dich bei deinem:r Therapeuten:in gut aufgehoben und sicher fühlst.
Sozialdienst: Neben all den medizinischen Fragen kommen auch viele Unsicherheiten in Bezug auf deine Arbeit, Finanzen und dein Leben mit und nach der Krebsbehandlung auf. Als erste Anlaufstelle für all deine sozialrechtlichen Fragen ist der Sozialdienst im Krankenhaus. Sie helfen dir, deine rechtlichen Fragen zu klären, klären auf, was dir zusteht und stellen Antragsbögen für dich bereit (Reha, Pflegegrad, Krankentransport, Krankengeld, Schwerbehindertenausweis).
Die Deutsche Krebshilfe und die Deutsche Krebsgesellschaft veröffentlichen im Rahmen der ›Blauen Ratgeber‹ einen ›Wegweiser zu Sozialleistungen‹, der regelmäßig aktualisiert wird. Er kann unter krebshilfe.de heruntergeladen oder kostenlos bestellt werden. Hier kannst du auch einen einmaligen Zuschuss beim Härtefond stellen, falls dich deine Krebserkrankung in finanzielle Nöte bringt.
Die unabhängige Patientenberatung ist in ihren regionalen Beratungsstellen und mit ihrem kostenfreien Beratungstelefon Ansprechpartner bei sozialrechtlichen, gesundheitlichen, medizinischen oder psychosozialen Fragen.
📞 0800 0 11 77 22
🌏 unabhaengige-patientenberatung.de
Angebote der Krankenkassen: Yoga, Entspannung und vieles mehr. Schaue noch heute bei deiner Krankenkasse vorbei oder rufe im Service an und frage nach, was dir alles (oft kostenlos oder kostengünstig) angeboten wird.

Ja, der Hauptrisikofaktor für eine Erkrankung ist das Rauchen: Je länger du Rauchfrei bist, desto schneller sinkt dein Risiko an Lungenkrebs zu erkranken, denn wenn du fünf Jahre nicht geraucht hast, verringert sich dein Risiko bereits um 60 Prozent. Übrigens: auch Passivrauchen erhöht dein Risiko für Lungenkrebs.
Neben dem Rauchen könne jedoch auch berufsbedingte Risikofaktoren auftreten, die die Wahrscheinlichkeit für eine Erkrankung an Lungenkrebs erhöhten, wie Schadstoffbelastungen in der Luft, Infektionen und genetische Veränderungen (Treibermutationen), welche vererbt werden oder plötzlich entstehen können.
Eine Liste mit gefährdenden Stoffen findest du bei der Deutschen Krebshilfe.
Auch Umwelteinflüsse und genetische Veranlagungen können bei Lungenkrebs eine Rolle von Bedeutung sein, spielen jedoch eher eine untergeordnete Rolle.
Trotzdem ist es wichtig, gegen die Stigmatisierung, mit der Lungenkrebspatient:innen häufig zu kämpfen haben, vorzugehen. Sie sind nicht selbst Schuld an ihrer Erkrankung. Ja, es gibt Faktoren, die das Risiko zu erkranken erhöhen. Aber auch nichtrauchende, völlig gesunde, junge Menschen können an Lungenkrebs erkranken. ☝️

Wir geben euch 5 Tipps, wie ihr einen langen Krankenhausaufenthalt überleben könnt.

Der Radikalschnitt kann zwar befreiend wirken, aber oft ist unsere Kopfhaut nicht daran gewöhnt und beginnt schnell zu jucken.
Wir haben ein paar Tipps für euch, die den Juckreiz lindern oder erst gar nicht entstehen lassen.

Je nach Stadt oder Bezirk wird der Schwerbehindertenausweis beim zuständigen Amt, wie zum Beispiel das Rathaus – Amt für soziale Leistungen – Sozialamt – Abteilung Schwerbehindertenausweis, beantragt. Ein Antrag muss ausgefüllt und mit ärztlichen Nachweisen beigefügt, abgegeben werden. Sobald, der Antrag überprüft wurde, wird in der Regel der Bescheid zur Bewilligung des Antrags zugeschickt. Wenn du zur Antragsstellung ein Foto beifügst, gibt es im Nachhinein auch direkt, den Ausweis. Falls nicht, wird man vom Amt dazu aufgefordert, ein Lichtbild schnellst möglichst einzureichen, damit, der Ausweis zugeschickt werden kann.
☝️ Unterstützung bei der Beantragung bekommst du zum Beispiel bei der Pflegeberatung deiner Klinik.
Vor allem nach einer Krebserkrankung, wenn der Körper wieder so aussieht, wie vor der Erkrankung, wird einem nicht angesehen, dass man eine Schwerbehinderung hat. Daher ist es wichtig, dies offen mit deinen Mitmenschen zu kommunizieren, denn nur so kann dein Gegenüber, ohne deine Vorgeschichte zu kennen, mehr Verständnis zeigen.

Nachdem die Diagnose gestellt wurde, die Schockstarre sich langsam auflöst, das Gefühl des freien Falls sich verlangsamt, kommt die Phase: »Da gehe ich jetzt durch. Es wird eine harte Zeit. Ich beiße die Zähne zusammen. Das schaffe ich. Ich werde unterstützt und alle sind so hilfsbereit. Was? Ein Jahr? Puh, solange?« Ok, aber nach der Akuttherapie ist man krebsfrei und man macht da weiter, wo man aufgehört hat. Genau diese Einstellung ist hilfreich, die körperliche Herausforderung der Krebstherapie gut auszuhalten und durchzuhalten.
… und anstatt, dass du dich riesig freust und mit all deinen Unterstützer:innen ein Fest feierst, stehen viele am Ende der Akuttherapie vor einem emotionalen Loch, direkt am Abgrund und es wackelt.
Ja, so geht es vielen. Nach der Diagnose ging der Untersuchungsmarathon los, gefolgt von vielen, vielen Therapien. Um den Körper wurde sich intensivst gekümmert. Zwar mit ein paar Narben, aber im Großen und Ganzen hast du alles geschafft. Es sind noch ein paar Nebenwirkungen zurückgeblieben, aber jetzt ist doch wieder alles gut und wie früher, oder? Nein, leider nicht!
Das Vertrauen in den eigenen Körper ist verschwunden. Immerhin fühltest du dich, als du die Diagnose bekamst, ziemlich gesund, um dann zu erfahren, dass du lebensbedrohlich erkrankt bist. Die Ärzte haben sich gekümmert, die Therapien wirkten. Gerade war man noch täglich zur Bestrahlung und ab heute. NICHTS. Kein Arzt, der alles im Auge behält. Man fühlt sich kranker als zu Beginn der Therapie.
Denn gesund fühlt sich das Ganze gar nicht an. Das, was man vor der Erkrankung als Alltag kannte, davon ist man weit entfernt. Und nicht nur man selbst hatte so sehr gehofft, sich ganz schnell sein altes Leben sehr zeitnah wieder zurückzuerobern. Unser Umfeld wartet darauf, dass alles wieder normal wird. »Normal« muss nun neu definiert werden. So hatte man es sich nicht gedacht. Alleine, ohne regelmäßige ärztliche Begleitung, sich nicht gesund fühlend, die eigenen Erwartungen, die gerade zerplatzen und ebenso die Erwartung des Umfelds. Nein, nur weil ich wieder Haare habe, ist nicht alles wie vorher. Jetzt heißt es neu sortieren, neu gestalten, sich neu kennenlernen, neue Grenzen akzeptieren. Der körperliche Heilungsprozess geht leise und stetig weiter. Und da ist sie, die Psyche, die auch gelitten hat und für die aber in der Akuttherapie nicht auch noch Zeit war. Krebs ist eine Herausforderung für den Körper und die Psyche. Psychologen und Therapeuten achten mit dir darauf, dass du nicht in die Löcher fällst. Diese Löcher sind da, sie liegen noch vor dir – ja, das ist sicher.
Auch diesen Weg musst du gehen. Doch du musst diesen Weg nicht alleine gehen. Lass dir helfen. Du hast so viel geschafft. Du kannst so stolz auf dich sein. Das Leben wird anders, aber es bleibt bunt.


Stöbert man in Buchhandlungen im Bereich ›Gesundheit und Ernährung‹, liegen dort etliche Bücher mit Titeln wie ›Den Krebs aushungern, ohne selbst zu hungern‹ oder ›Krebs verstehen und natürlich heilen‹ aus. Auch im Internet stößt man schnell auf Webseiten wie das ›Zentrum der Gesundheit‹, welches damit wirbt, ihren Leser:innen zu helfen, selbstständig für ihre Gesundheit zu sorgen – ohne Medikamente oder die Pharmaindustrie.
All das hört sich zunächst vielversprechend an, zumal viele Patient:innen von ihren behandelnden Onkolog:innen nicht die gleiche Form von Optimismus entgegen geschmettert bekommen, wenn es um die Heilung der Krankheit geht. Doch wie seriös sind all diese Ratgeber, und vor allem: Kann man sich auf deren Wirksamkeit verlassen?
Prof. Dr. med. Michael Schoenberg rät in seinem Buch ›Aktiv leben gegen Krebs‹ in Bezug auf Krebsdiäten dazu, sich stets folgende vier Fragen zu stellen:
Sollte eine der ersten drei Fragen mit ›Ja‹ und die letzte mit ›Nein‹ beantwortet werden, ist seiner Meinung nach Vorsicht geboten. Denn Patienten seien in ihrer Individualität, den verschiedenen Erkrankungsformen und Nebendiagnosen sowie den unterschiedlichen Therapiemaßnahmen so komplex, dass kaum eine bestimmte Krebsdiät all dem Rechnung tragen könne.
Die von ihm erstellten vier Punkte lassen sich zwar nicht einfach so auf Ratschläge außerhalb von Krebsdiäten übertragen, allerdings sollte man wohl stets misstrauisch werden, wenn eine Heilung durch Krebs ohne Chemotherapie, Bestrahlung oder Operationen garantiert wird.
Die Gesellschaft ›Stärker gegen Krebs‹ hat in diesem Zusammenhang Tipps veröffentlicht, wie man unseriöse Krebstherapien besser erkennt: https://www.staerkergegenkrebs.de/naturheilkunde/unserioese-krebstherapeuten-erkennen/.
Abschließend lässt sich zu dieser Thematik festhalten, dass jegliche Tipps von Außenstehenden zum Thema Krebsvermeidung oder Krebsheilung kritisch hinterfragt und auch die angeführten Beweise überprüft werden sollten, um sich von der Seriosität zu überzeugen. Im zweiten Schritt ist es auch ratsam, mit den behandelnden Ärzt:innen zu sprechen und ihren Standpunkt zu hören, bevor man sich entscheidet, über die evidenzbasierte Medizin hinausgehende Verfahren zur Krebsbekämpfung zu praktizieren.

Wie geht man mit dieser neuen Realität um? Wie steht man zu seiner Erkrankung – zu seinem Krebs? Wie spreche ich über den Krebs mit anderen? Wie spreche ICH mit dem Krebs? Sprache ist Macht und unsere Gedanken haben viel Einfluss auf unser Wohlbefinden, wie wir die Umwelt wahrnehmen und wie wir handeln. Daher ist es wichtig – besonders für unsere mentale Gesundheit – einen achtsamen Umgang mit unserer Krankheit, unserem Krebs, zu trainieren.
Für viele ist der Krebs ein ›Feind‹ im eigenen Körper. Einen, den man ›vernichten‹, ›ausrotten‹ oder ›zur Strecke bringen‹ möchte. Der Krebs gehört unweigerlich zu unserem Körper – er ist aus unseren (gesunden!) Zellen entstanden und durch das Zusammenspiel von bedauerlichen Faktoren sind diese gesunden Zellen entartet. Die Schuld liegt bei niemandem! Die Tatsache können wir nun nicht mehr ändern. Doch wie wir mit dem Krebs sprechen und darüber denken schon. Warum also etwas bekämpfen wollen, was doch aus uns entstanden ist? Tatsächlich gibt es Argumente, die für eine positive Kraft hinter der Kampf-Rhetorik sprechen. Zunächst kann diese Rhetorik viel Energie freisetzen, um die Therapie anzugehen. Sie dient zur intrinsischen Motivation, die Achterbahnfahrt der Gefühle, die Schmerzen und das Leid zu überstehen und zu überleben. Die kämpferische Haltung erweckt den Schein von Kontrolle, welche wir bei der Diagnose unfreiwillig verloren haben. Die Dissoziation mit dem Krebs ist eine psychologische Stütze und kann bei der Heilung helfen. Der Krebs ist dann etwas, was ›nicht zu mir gehört‹ und was ich demnach auch wieder ›loswerden‹ kann. Die Problematik in der Kampf-Rhetorik: Die Annahme, dass die Krebserkrankung etwas ›Fremdes‹ ist, was uns passiert ist, kann für die Selbstreflexion hinderlich sein und die Einflussnahme über die Faktoren, die wir aktiv in unserem Leben beeinflussen können, um gesund zu werden und bleiben, vermindern.
Andere wiederum sehen die Krebserkrankung als ein Warnsignal, eine Pausetaste oder auch die Notbremse – was will die Erkrankung uns vielleicht mitteilen? Zu viel Stress im Alltag, ein ungesunder Lebensstil, Unzufriedenheiten? Wie finde ich –heraus, was diese Nachricht sein soll? Reflexionsübungen, Selbstliebe und Selbstfürsorge sind hier hilfreiche Werkzeuge, um für sich vielleicht eine Antwort zu finden. Eine Beziehung zu sich und seinem Körper aufbauen und die eigenen Bedürfnisse erkennen und zu erfüllen sind hier wichtige Faktoren, die zu einem gesunden Mindset führen. Auch die achtsame Rhetorik kann ihre negative Seite haben: Wenn die positive Einstellung zur Krebsbehandlung sich in ein toxisch-positives Mindset wandelt. Die Gefahr hierbei ist, die lebensbedrohliche Situation herunterzuspielen oder gar komplett zu verleugnen. Dies kann folgenschwere Konsequenzen haben. Wie kann das vermieden werden? Indem alle Gefühle in uns Akzeptanz und Gehör bekommen. Negative Gefühle haben ihre Berechtigung und auch mit ihnen kann man einen achtsamen Umgang trainieren.

Laut Psycholog:innen gibt es verschiedene Arten, den Verlust eines geliebten Menschen zu verarbeiten. Die Vier Phasen der Trauer nach Verena Kast, die fünf Phasen der Trauer nach Elisabeth Kübler-Ross sowie die Trauer in Wellen nach George A. Bonanno. Trotz all diesen verschiedenen Arten der Trauerbewältigung, ist die Trauer doch sehr individuell.
Darüber reden: Es ist wichtig, über seine Gefühle und Trauer zu sprechen und auch mal zu weinen.

Suche dir einen ruhigen und gemütlichen Ort, wo du für die nächsten 10–15 Minuten ungestört für dich sein kannst. Setze oder lege dich hin und wenn du magst, schließe deine Augen. Nimm einmal wahr, wo dein Körper gerade den Boden berührt und dann lenke bewusst deine Aufmerksamkeit nach Innen. Lass deine Gedanken vorbeiziehen, wie Wolken am Himmel. Du musst in den nächsten Minuten keine Leistung erbringen, sondern darfst einfach nur ein Beobachter deiner selbst sein. Dafür konzentriere dich zunächst auf deinen Atem, wie er gleichmäßig durch deine Nase strömt und durch deinen Mund wieder hinaus fließt. Dein Bauch hebt und senkt sich im gleichmäßigen Tempo, zusammen mit deinem Atem. Spüre, wie dein Körper mit jedem Atemzug ruhiger und gelassener wird.
Nun wandere mit deiner Aufmerksamkeit von deinen Zehen langsam deinen ganzen Körper hinauf. Beobachte und nehme jede Körperregion ganz bewusst einmal wahr. Wie fühlen sich deine Zehen, Beine, Unterbauch, Brustbereich, Arme, Kopf an? Fühlst du dich verspannt, entspannt? Vielleicht nimmst du Kälte, Wärme oder ein Kribbeln wahr? Wenn Gefühle aufkommen, lasse sie zu und beobachte sie. Sie dürfen da sein, sie dürfen gefühlt werden. Nimm sie wahr ohne zu werten und dann lasse sie wieder ziehen, wie Gäste, die zu Besuch kommen. Für jeden Bereich nimmst du dir soviel Zeit, wie du brauchst.
Wenn du deinen Körper einmal durchgewandert bist, dann nehme zuletzt nochmal deinen ganzen Körper wahr: Wie fühlt er sich jetzt in diesem Moment an? Genieße die Entspannung und die innere Ruhe, die du dir gerade selbst geschenkt hast.
Wenn du bereit bist im Hier und Jetzt wieder anzukommen, komme wieder im Raum an, indem du dreimal bewusst tief ein und ausatmest. Öffne dann deine Augen und nimm den Raum wahr. Schenke dir ein Lächeln, ein Danke und gehe behutsam wieder in deinen Alltag über.