Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Im Jahr 2023 wurden in Deutschland 75.090 Neuerkrankungen bei Frauen und 770 bei Männern registriert. Welche Behandlung infrage kommt, hängt unter anderem von der Art und dem Stadium des Tumors ab. In spezialisierten Brustkrebszentren arbeiten verschiedene Fachkräfte zusammen, um einen individuellen Therapieplan zu erstellen. Im Folgenden stellen wir die wichtigsten Therapieformen vor.
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Operation
Bei einer Operation denken viele zunächst an eine sogenannte »Mastektomie«, also die vollständige Entfernung der Brust. Doch das ist heute nur noch in wenigen Fällen notwendig. Und wenn doch, kann häufig bereits während der Operation mit dem Wiederaufbau der Brust begonnen werden.
In den allermeisten Fällen wird eine brusterhaltende Operation durchgeführt. Die Operation ist oft eine der ersten Behandlungen nach der Diagnose. Strahlen- oder Chemotherapie können zusätzlich, davor oder danach, eingesetzt werden.
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Strahlentherapie
Bei der Strahlentherapie schädigen hochdosierte ionisierte Strahlen das Erbmaterial der Körperzellen. Zwischen Krebs- und gesunden Zellen kann dabei nicht unterschieden werden. Krebszellen können sich jedoch nicht so gut regenerieren und sterben ab. Die gesunden Zellen erholen sich dafür nach und nach.
Die Strahlenbehandlung schließt sich, in der Regel, unterstützend an eine brusterhaltende OP an und verringert deutlich die Wahrscheinlichkeit, dass der Krebs wieder auftritt.
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Chemotherapie
Eine Chemotherapie kann sowohl vor als auch nach einer OP durchgeführt werden. Bei größeren Tumoren kann eine Chemotherapie vor der OP dabei helfen diese zu verkleinern, so dass anschließend möglichst brusterhaltend operiert werden kann. Wurde der Brustkrebs erst in einem späten Stadium entdeckt oder besteht ein hohes Rückfallrisiko werden mit Hilfe einer Chemotherapie kleinste Tumorabsiedlungen und
Metastasen bekämpft.
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Antihormontherapie
Die Antihormontherapie gehört auch zu den zielgerichteten Therapien und ist aus der Behandlung hormonabhängiger Tumoren, die ein von weiblichen Geschlechtshormonen abhängiges Wachstum zeigen, nicht mehr wegzudenken. Bei diesen Tumorformen sitzen spezielle Hormonrezeptoren auf den Krebszellen. Die Antihormontherapie setzt gezielt an diesen Rezeptoren an oder hemmt die Östrogen-produktion. Die Medikamente werden als Tabletten oder Injektionen verabreicht. Je nach Histologie des Tumors kann dadurch in vielen Fällen auf eine zusätzliche Chemotherapie verzichtet werden.
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Zielgerichtete Therapie
Die sogenannte »Targeted Therapy« ist eine noch relativ junge Behandlungsform. Anders als bei der Chemotherapie werden hier die Krebszellen gezielt angegriffen. Die Methode ist also für den Gesamtorganismus weniger belastend. Bisher gibt es unterschiedliche zielgerichtete Therapien, die in verschiedener Weise das Wachstum der Tumor- und Blutgefäße beeinflussen. Vor allem bei triple negativen Tumoren (Tumoren ohne Rezeptoren) und bei HER2/neu-positiven Tumoren kommen solche zielgerichteten Therapien, wie zum Beispiel Antikörpertherapien, Antikörper-Wirkstoff-Konjugate und Therapien mit Signalweghemmern zum Einsatz. Aber auch für hormonabhängige Tumoren gibt es neue zielgerichtete Therapien.
Zertifizierte Brustkrebszentren
Brustkrebszentren sind auf die Diagnose und Behandlung gutartiger und bösartiger Brusterkrankungen spezialisiert. Hier arbeiten Fachkräfte verschiedener medizinischer Bereiche eng zusammen, um eine individuelle und umfassende Versorgung der Patient:innen zu gewährleisten. Dazu gehören unter anderem die Gynäkologie, Radiologie, Onkologie und Strahlentherapie. Zertifizierte Brustkrebszentren erfüllen international anerkannte Qualitätsstandards. Bei der Diagnostik und Therapie orientieren sie sich an aktuellen medizinischen Leitlinien.
💡 Unser Tipp: Über die OncoMap der Deutschen Krebsgesellschaft kannst du zertifizierte Brustkrebszentren in deiner Nähe finden: oncomap.de